China, Revolutionäre Traditionen

Das  autoritäre, fast totalitäre  chinesische Herrschaftssystem ist vielschichtig. Es sei mir daher gestattet, mich dazu etwas ausführlicher zu äußern.

Chinesische Revolutionäre Traditionen

Prämisse : China besitzt eine einmalige historische Kontinuität (vier tausend Jahre)  wie kein anderer Staat in der Welt. Es ist also kein Zufall, dass die Chinesen über ein hochentwickeltes Geschichtsbewusstsein verfügen. Unter anderem die chinesischen Philosophen haben das Ge-ming, das besondere Widerstandsrecht (wie in Europa das jus resistendi)herausgearbeitet und auch in die Tat umgesetzt.

Im „Buch der Geschichte „((Shudshing, 84 v. Chr.) warnt z.B. das Volk den Kaiser, dass der „Himmel liebt das Volk“, deswegen muss er das tun, was der „Himmel“ wünscht , andernfalls wird der Kaiser bestraft. Etwas später, der Philosoph Möng-Ds schuf eine  Theorie der „Wegnahme“ des Mandats des „Himmels“ vom Kaiser, wenn er das Volk unterdrückt. Hierbei handelt es sich um einen „Gesellschaftsvertrag „ a la sinica, also um einen Herrschaftsvertrag.

So fanden zwei Mal (84 und 184 n Chr.) soziale Revolutionen statt. Im ersten Fall  die Revolutionären haben ihren Aufstand damit begründet, dass der Kaiser das „Mandat des Himmels“ schwerwiegend verletzt hat. Im zweiten Fall ist die Han – Dynastie endgültig  beseitigt worden.

In der neueren Geschichte  hast sich das Volk ohne solche Begründungen unter der Führung Mao Zedongs erhoben und nach langem erfolgreichen Kampf die Grundlagen für die heutige  Größe Chinas  geschaffen hat.

China entwickelt sich sukzessive zu einer Supermacht, es  werden  fast die meisten Milliardäre der Welt registriert, aber das Volk und insbesondere die Bauern leben in ärmlichen Verhältnissen allerdings, es gibt keine Hungersnöte mehr. Parallel dazu wächst eine Mittelklasse, die sich  mit dem relativ guten Lebensstandard nicht mehr abfindet und langsam aber sicher nach politischen Freiheiten und Rechten strebt. . Die Reaktion des autoritären Regimes darauf ist bekanntlich sehr hart.

Die chinesische Führung hat vor einigen Jahren unterstrichen, dass man sich um die Lage der Bevölkerung und insbesondere  der Bauern beschäftigen muss, weil es soziale Probleme könnte. Ich bin davon überzeugt, dass in der Zukunft. der Reformdruck von der Mittelschicht und von der Bauernschaft ausgeübt wird  Ich schließe sogar in der Perspektive soziale Kämpfe  nicht aus. Die Zeit ( 16.11.18 )