Deutsche und Griechen, Mentalitätsunterschiede , Eine komparative ethnologische Untersuchung

Deutsche und Griechen, Mentalitätsunterschiede, Eine komparative ethnologische Untersuchung

Hier geht es um die teilweise Wiedergabe von Universitätsvorlesungen bzw. Öffentlichkeitsvorträgen über diese Problematik.

1. Seit wann befasse ich mich damit ?

Diese Problemstellung ist Untersuchungsgegenstand seit über fünfzig Jahren. Dies erfolgte zunächst aus allgemeinem Interesse im Sinne der gehobenen Allgemeinbildung. Danach war sie, wesentlich erweitert, Bestandteil der Spezialausbildung künftiger Diplomaten und Wissenschaftlern aus ca. siebzig Ländern , aus fast allen Kontinenten in den Fächern Diplomatie und speziell im Internationalen Vertragsrecht ( Theorie und Praxis der Verhandlungsführung ) und im Diplomatenrecht. Der Grundtenor war dabei, daß die genaue Kenntnis der Mentalität des Verhandlungspartners vermag, einen großen Vorteil gegenüber ihm zu gewähren, denn bei der Verhandlungsführung geht es auch um Grundverhaltensmuster, die in den verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedlich sind. Es liegen bereits meinerseits einzelne Meinungsäußerungen ( Zeitungsartikel in Griechisch, Rundfunkinterview in Deutsch ) vor. Hierauf gab es ambivalente Reaktionen, was bei dieser extrem delikaten Problematik ganz normal und daher zu erwarten ist.

2. Warum befasse ich mich damit ?

Hierfür gibt es mehrere Gründe :

a ) Die Völker , nicht nur die Deutschen und die Griechen, besser verstehen zu können. Dies war absolut notwendig, weil ich mit Studenten aus allen Kulturkreisen zu tun hatte, in Deutschland seit genau 55 Jahren lebe und mit der Mentalität der Neugriechen immer Probleme hatte und noch habe.
Die unterschiedlichen Mentalitäten spiegeln sich auch in den wesentlichen Verhaltensmustern und Denkstrukturen der Menschen wider. Im Islamischen Kulturkreis überwiegt z.B. das spekulative Denken, während in den Ländern mit protestantischer Tradition eher die kühle Logik vorherrscht. Das Fehlen solcher Spezialkenntnisse kann unter Umständen zu großen und teilweise sehr unangenehmen Mißverständnissen in den internationalen Beziehungen führen. Gleiches gilt ebenso im Privatleben und vor allem in Mischehen.

b ) Es geht ferner um die strikte Ablehnung von Nationalismus und Rassismus. So gesehen, läßt sich die Beschäftigung mit dieser Thematik von Humanismus, von Respekt vor anderen Völkern und von Toleranz gegenüber anderen Kulturkreisen leiten.

c ) Nebenbei sei betont, daß meine Generation in den 40er und 50er Jahren in Griechenland ultranationalistisch, chauvinistisch und teilweise sogar rassistisch erzogen worden ist. Das entsprach der damaligen Staatsdoktrin. Der Entgiftungsprozeß hat bei mir etwa vier Jahre gedauert (1960-196. Wesentlich dazu haben meine systematischen Studien über die altorientalischen Hochkulturen im Tempel der Weisheit , in der Deutschen Bücherei, beigetragen. Das Unglaubliche ist, daß in Griechenland noch heute der Ultranationalismus Blüten treibt und außerdem die Termini Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus verwechselt werden ( Vgl. hierim Blog die Beiträge “Πατριωτισμός, Φιλοπατρία” und “Νεοελληνικός Εθνοκεντρισμός” ).

d ) Es ist schon längst an der Zeit, daß Deutsche und Griechen voneinander lernen. Die ewige narzistisch anmutende Nabelschau, die ohnehin dem europäischen Gedanken widerspricht, hat sich inzwischen als schädlich erwiesen. Dies gilt insbesondere für viele in Deutschland lebenden Griechen.

e ) Ein weiteres Ziel der Studie besteht darin, einen bescheidenen Beitrag zur Erhöhung der Selbsterkenntnis und zur Schärfung des selbstkritischen Denkens bei bestimmten Bevölkerungsgruppen beider Völker zu leisten.

3. Worauf stütze ich mich ? ( Grundlage meines Wissens)

Die wichtigste Grundlage meines Wissens ist, um mit Aristoteles( Αριστοτέλης ) zu sprechen, das soziologisch ausgerichtete Beobachten ( Θέασις ) meiner Mitmenschen.
Seine Methode besteht aus drei Säulen : a ) Zuerst die objektive Realität ( Natur, Gesellschaft, Staat ) genau beobachten ; b ) Danach studieren , was andere vor uns darüber bereits geschrieben haben. c ) Anschließend auf der Grundlage der Prinzipien der Logik die entsprechenden Schlußfolgerungen ziehen. Ohne Übertreibung, bis heute habe ich keinen Griechen gefunden, dem die aristotelische Methode bekannt wäre.

Es sind ferner gezielt zahlreiche Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten geführt worden. Desweiteren erfolgte jahrzehntelang ein intensives und systematisches Studium der sach- und themenbezogenen Geschichte, der Religion, außerordentlich intensiv der schöngeistigen Literatur sowie hinsichtlich der allgemeinen Aspekte eine Auswertung der entsprechenden Fachliteratur in Soziologie, Psychologie und vor allem in Ethnologie. Weitere eigene praktische Spezialerfahrungen im Sinne der vielseitigen Feldforschung spielen ebenso eine nicht zu unterschätzende Rolle.

4. Annäherung an die Thematik ( Methodologisches )

Es sind die folgenden Grundsätze zu beachten :

a ) Objektivität : ohne nationalistische, religiöse oder ideologische Scheuklappen und ohne Trämereien und Hirngespinste vorgehen.

b ) Richtige, d.h. keine durch Subjektivismus und Voluntarismus verzerrte Widerspiegelung der Realität ( Widerspiegelungstheorie des größten materialistischen Philosophen der Antike Demokritos , Δημόκριτος ) .

c ) Komplexität des Phänomens der Mentalität : Es gilt, die recht unterschiedlichen Seiten dieser Erscheinung wie z.B. ethnologische, historische, religiöse und weitere Aspekte zu beachten.

d ) Widersprüchlichkeit : Vorzüge und Nachteile sind in ihrem Zusammenhang zu sehen. Anderfalls bestünde die große Gefahr von subjektivistisch gefärbten Einseitigkeiten, die im Allgemeinen dazu dienen, Selbsttäuschungen zu schaffen.

e ) Relativität : Abgesehen von seltenen Ausnahmen ( Axiome ), ist die Wahrheit relativ.

f ) Es bedarf außerdem bei der Einschätzung der Ausgewogenheit, denn Übertreibungen sind fehl am Platze. Im Grunde genommen ist die Ausgewogenhei fair, richtig und gerecht.

g ) Zu erwähnen sind desweiteren die Entwicklung und die Veränderung ( Dem Herakleitos zugeschrierben : “Τα πάντα ρεί “; Ηράκλειτος : ” Alles fließt” von nationalen Charakterzügen. So ist z. B. im Rahmen der EU eine allmähliche Mentalitätsveränderung insbesondere bei den Völkern Süd-Europas zu beobachten. Alte Gewohnheiten und Strukturen brechen zusammen. Auch die Nordeuropäer unterliegen einigen Mentalitätsveränderungen. Insgesamt kommt es zu gegenseitigen Beeinflussungen, positiven aber leider auch negativen , der Völker.

h ) Besonders bemerkennswert ist die Verallgemeinerung im gnoseologischen Sinne. Ohne sie wäre grundsätzlich die Mentalitätseinschätzung nicht möglich. Die Verallgemeinerung darf jedoch nicht willkürlich sein. Sie muß sich vielmehr auf die wesentlichen, prägnanten Merkmale eines Phänomens stützen. Auf alle Fälle darf sie weder unlogisch, noch ungerecht sein. Es seien z.B. hier absichtlich einige paradoxe konstruierte Einschätzungen genannt : Die Franzosen haben keine Ahnung von der Mode und sind nicht charmant oder die nordischen Männer, darunter auch die Deutschen, sind Weltmeister in der Galanterie, oder die Griechen sind die Inkarnation der Zuverläßigkeit und der Disziplin oder die Russen sind die geborenen Alkohol-Abstinenzler. Spätestens durch diese Beispiele wird evidenter, daß es sich bei Einschätzungen der Verhaltensweisen der Völker nicht immer um Klischees handelt , wie ziemlich oft verharmlosend und nivellierend behauptet wird.

i ) Zu nennen ist nicht zuletzt der Grundsatz der Differenziertheit. Was ist mit Griechen und Deutschen gemeint ? Alle, die meisten, die wenigsten, d. h. die Griechen in ihrer Mehrheit oder in der Minderheit ? Sind jene von der Oberschicht, von dem Mittelstand oder etwa von de Unterschicht gemeint ? Hier werden diese Begriffe soziologisch verwendet. Hierbei geht es eigentlich um den Durchschnittsgriechen und den Durchschnittsdeutschen. Auf alle Fälle stehen nicht Einzelfälle im Mittelpunkt der Untersuchung.

Ferner ist auch unbedingt zu beachten, welche Stämme bzw. Bevölkerungsgruppen gemeint sind, denn es gibt mitunter große Unterschiede in Deutschland z.B. zwischen den Bayern ( direkt , laut ,(Vgl. hier hier i meinem Blog den Artikel “Βαυαρία, Βαυαροί, Εθνογένεια, Νοοτροπία” ) und den Sachsen ( wendig, diplomatisch ) oder in Griechenland zwischen den Pontischen Griechen ( offen, ehrlich , etwas naiv, Vgl. hier im Blogg die Untersuchung “Πόντιοι…” ) und den Vlachen ( Balkan-Bauernschläue , durchtrieben, doppelbödig ).

Der Beitrag steht in enger Verbindung mit der gehobenen Allgemeinbildung und hat populärwissenschaftlichen Charakter ( Vgl. hier und in meinem Blog die Studie “Γενική και εγκυκλοπαιδική μόρφωση, Παιδεία, Παγκοσμιοποίηση ” ). Er dient zunächst als Grundlage einer nach Möglichkeit breiten Diskussion. Für jeden nützlichen Hinweis bin ich dankbar.

5. Zu der deutschen Mentalität

Es wird in methodischer Hinsicht dialektisch vorgegangen, d.h. die Vorzüge und Nachteile der deutschen Mentalität werden in ihrem dialektischen Wechselverhältnis untersucht. Es glt auch ,die Frage nach dem Warum zu stellen. Hierbei handelt es sich um eine philosophische Fragestellung. Dies soll getrennt geschehen.

a ) Vorzüge der deutschen Mentalität

Einleitendes : Die Mentalität der Völker ist das Ergebnis einer jahrtausendalten Entwicklung, die von äußeren Bedingungen , wie z.B. Klima, Ernährung, geographischer Lage etc. sowie von deren Widerspiegelung in den Anschauungen , in der Tradition , in der Religion etc. abbhängig ist. Am Anfang stehen die materiellen Lebensbedingungen. So erfordern das strenge Klima und die davon abhängigen schwierigen Lebensbedingungen eine effektive soziale Organisation, einen Verantwortlichen ( Führer ), Disziplin und Selbstdisziplin, Fleiß, Ausdauer, Geduld, Zielstrebigkeit, Erfindergeist usw.

Außerdem sind bestimmte Ereignisse von historischer Tragweite zu berücksichtigen , wie z.B. die Entstehung des Protestantismus mit seiner bewundernswerten und geschichtsgestaltenden Arbeitsethik. Zu erwähnen sind auch die bekannten “Preussischen Tugenden”. Dieses methodische Vorgehen erleichtert es wesentlich, die Vorzüge der deutschen Mentalität schneller zu orten.

Hier spielt das dialektische Wechselverhälthis von Sein und Bewußtsein eine entscheidende Rolle, während die wohl bekannte einseitige Sicht, daß das Sein das Bewußtsein bedingt ,eher vulgär-materialistisch anmutet.

Es handelt sich im Wesentlichen um die folgenden Vorzüge:

Arbeitsliebe, Disziplin, Willensstärke, große Ausdauer, Zuverläßigkeit (“Ein Mann , ein Wort “), hochentwickeltes Organisationstalent, Erfindergeist, Gründlichkeit, Systematik, Methodik, Effektivität, Zielstrebigkeit, Ordnungsliebe, (“Ordnung ist das halbe Leben” ), Pünktlichkeit, Ratio vor Emotio, entwickeltes Rechtsbewußtsein, Gemeinsinn ( Gesellschaftsbewußtsein ), Staatsbewußtsein und Steuerbewußtsein.

Aus Sicht der Systemtheorie stellen diese Vorzüge Elemente eines ontologischen ( tatsächlichen ) sowie eines gnoseologischen ( theoretischen ) Systems dar. Dabei sind sämtliche Elemente aufs engste miteinander ( jedes mit jedem ) verflochten. Zwischen ihnen bestehen gegenseitige Abhängigkeiten und Beeinflussungen, Hierdurch entsteht aus den Eigenchaften der einzelnen Elemente nicht etwa lediglich eine einfache Summierung, sondern vielmehr eine neue Qualität , die sich durch eine hohe Dynamik auszeichnet. Dies ist die solide Basis für die heutige Kraft Deutschlands.

b) Nachteile der deutschen Mentalität

Auch in diesem Falle bedarf es unbedingt der Beachtung jener Faktoren und Umstände, die zu den Nachteilen geführt haben. Die Vorfahren der heutigen Deutschen lebten jahrtausendlang unter extrem schlechten Bedingungen. Ihnen ging es stets um die nackte Existenz. Man denke an das tragische Schicksal der Teutonen, die sechs Jahre in Folge keine Ernte hatten. Die alten Germanen hatten weder Zeit noch die Muse, um sich mit feinen Umgangsformen und mit schönen Künsten , geschweige denn mit Theorie und Philosophie zu befassen. Dies ist mit geballter Kraft im 18./19. Jh. höchst erfolgreich nachgeholt worden ( Kant, Hegel ). Sie haben die Kultur in erster Linie von den Römern und sie wiederum von den alten Griechen übernommen . Die Germanen führten ständig Kriege gegeneinander sowie gegen kulturell überlegene Eindringlinge. So stand die Kampfkraft stets im Mittelpunkt und nicht unbedingt die Geisteskraft.

Ihre Ernährung war ebenso arm und einfach. Dabei spielten und spielen weiterhin das Schweinefleisch und insgesamt die tierischen Fette eine bestimmende Rolle. Trophologen ( Ernährungswissenschaftler ) haben jedoch schon längst festgestellt, daß der übermäßige Konsum von Schweinefleisch und von tierischen Fetten seit fast 42 tausend Jahren sehr negative Folgen haben kann , wie z.B. Aggressivität, langsames Denken-darauf haben schon Hegel und Klopstock indirekt hingewiesen- und Beeinträchtigung der Manneskraft. Lezteres hat Ende der 60er Jahre zu der für die nordischen Männer unangenehmen Erscheinung des Sex-Tourismus in Richtung Mittelmeerländer seitens der Frauen geführt.

Es gibt weitere Umstände, von denen die deutsche Mentalität negativ beeinflußt worden ist, wie das allseitige Zurückbleiben der Deutschen, verglichen mit anderen europäischen Völkern, wie z.B. den Italienern ( Rennaisance), den Franzosen ( bürgerliche Revolution, Menschenrechte, Kultur ) und den Engländern ( Industrie-Revolution, Kapitalismus, Parlamentarismus ).

Speziell gegenüber den kulturell überlegenen Franzosen sind nicht zu unterschätzende Minderwertigkeitskomplexe entstanden. Die deutsche Mentalität ist auch von den Gausamkeiten im 30jährigen Religionskrieg, der zur Verrohung führte, von de totalen Militarisierung des Lebens in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ( Untertan) sowie von den mit dem Nationalsozialismus in Verbindung stehenden Barbareien und Bestialitäten, einmaligen in der Menschheitsgeschichte überhaupt, gegen die europäIschen Juden und währed des Zweiten Weltkrieges stark negativ beeinflußt worden. Es wird noch viel Zeit benötigt, bis die Deutschen sich normal wie die anderen Völker verhalten werden. Dieser Prozeß wird allerdings dadurch stark beeiträchtigt, daß international einflußreiche Kräfte die Vergangenheit des Deutschen Volkes auf die natinalsozialistische Zeit sowie auf die negativen Seiten reduzieren und außerdem die Deutschen unfairerweise unter Druck setzen, um eigennnützige ökonomische Ziele zu erreichen .

Folgend sollen die Nachteile erwähnt werden :

Schulmeisterei gegenüber den anderen Völkern, Intoleranz, Xenophobie ( Angst vor Ausländern ), gestörtes Verhältnis zu Alten, Schwerbehinderten und den Kindern, nationale Arroganz, Schwerbeweglichkeit, Neigung zur Aggressivität und zu Gruppen- bzw. Herdenbildung , fehlendes Selbstbewußtsein, Duckmäusertum, Humorlosigkeit, Verklemmtheit ( Männer ), immer noch Hang zum autoritären Denken, Überbewertung der formalen Höflichkeit als Kompensation für fehlende Herzensbildung, ausgeprägte Neigung zum Masochismus ( Selbstzerfleischung ), Gefühlskälte, Unterschätzung der Sexualität ( nur die Männer) und der Zärtlichkeit , Grobschlächtigkeit ( Männer ), Borniertheit, oft Instinktlosigkeit sogar in den internationalen Beziehungen, starke Neigung zu den Extremen ( kein Maßhalten, was zwei mal zu den bekannten Katastrophen geführt hat ), wenig entwickeltes ästhetisches Empfinden, fehlende private Gastfreundschaft , in der Sexualität Überlegenheit der Frauen gegenüber den Männern mit weitreichenden ethnopsychologischen Konsequenzen.

Aus der Anwendung der Systemtheorie auf diese Nachteile ergibt sich ebenso eine geballte negative Ladung, die man nicht unterschätzen sollte, denn sie birgt in sich nicht nur eine hohe Dynamik, sondern auch eine extrem starke Explosivkraft.

6. Zu der griechischen Mentalität

Methodisch-methodologisch wird ähnlich vorgegangenm wie bei der Untersuchung der deutschen Mentalität.

Ausgangspunkt hierfür ist das milde mediterrane Klima, das im Allgemeinen angenehme Lebensbedingungen schafft und den Menschen in seiner Ganzheit wesentlich und genetisch zu beeinflußen vermag. Das milde Klima hat in den vergangenen 42 tausend Jahren ausgeglichene, aufgeschlossene und kommunikative Menschen mit einem heiteren Gemüt geschaffen. All dies hat bereits in der Antike seine Widerspiegelung in der griechischen Mythologie gefunden ( “Olympisches Gelächter” in der Götterversammlung ).

Die alten Griechen haben sich ihre Götter nach ihrem menschlichen Bilde geschaffen, d.h. wie sie selbst sind. Im Mittelpunkt der Götterwelt stand die Fröhlichkeit. Was speziell den Göttervater Zeus anbelangt, bestand seine Hauptbeschäftigung darin , die schönen Frauen nicht nur in Hellas zu verführen und zu beglücken, Also der Gott Zeus besaß sozusagen genetisch eine überschäumende Sexualität.

Derartiges findet man nicht in den eher düsteren Mythologien der nordischen Völker, wo die Hauptbeschäftigung des höchsten germanischen Gottes Wodan der ständige Kampf war. Außerdem verfügten die Griechen fast fünf hochspezialisierte Göttinnen und Götter für die Erotik und die Sexualität, während die germanischen Stämme nur die armselige Liebesgöttin-eigentlich Fruchtbarkeitsgöttin- Freya kannten, der sie großzügigerweise nur einen einzigen Wochentag , den Freitag, gewidmet haben !

Dazu hat auch die vortreffliche Ernährung entscheidend beigetragen : Oliven und Olivenöl vom “Heiligen Olivenbaum”, Fisch, Gemüse ( u.a. Knoblauch ) ,Obst, Käse, Hülsenfrüchte, um die wichtigsten zu nennen, Diese vitaminreiche und vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren bestehende Nahrung hat sowohl ihre Sexualität, als auch ihre außergewöhnliche intellektuelle Mobilität gefördert.

In den letzten Jahren haben Spezialhistoriker, nicht Altphilologen mit ihren traditionell linguistischen Mikrokosmos, nachgewiesen, daß es bei den alten Griechen eine hochinteressante und in der Weltgeschichte einmalige Besonderheit gab und zwar die Einheit von Eros und Weisheit, von Sexualität und Wissenschaft. Die Wissenschaftler meinen, daß die entspannte Einstellung der Griechen zu der Sexualität zusäzliche Kreativität freigesezt hätte.

Es wäre allerdings verfehlt, zwischen den alten und den neuen Hellennenin kzltureller Hinsicht eine direkte Verbindung herstellen zu wollen, wie dies im offiziellen historischen Selbstverständnis der Neugriechen der Fall ist. Schon während der Eroberung der griechischen Stadtstaaten im 2.Jh. v. Chr. hatten wohl die siegreichen Römer Grund, den Griechen ihrer Zeit verächtlich als Graeculus ( Griechenlein ) zu bezeichnen. D.h. die Römer wollten auf die unangnehme Tatsache aufmerksam machen, daß schon die Griechen ihrer Zeit, also vor zwei tausend Jahren ( ! ) ihren glänzenden Vorfahren unwürdig waren. Jetzt ist es leider noch schlimmer. Speziell auf dem Gebiet der Wissenschaft sind die wahren Bewahrer und Beförderer des altgriechischen Erbes die Nachkomen der alten nordischen Barbaren und nicht die ökonomisch stets am Boden liegenden Neugriechen.

Die griechischen Nationalisten ( “Ellinarades” ) nehmen nicht zur Kenntnis , daß die Römer mehr al 650 Jahre Eroberer waren. Dennoch konnten sich die griechische Kultur und die griechische Sprache im Oströmischen Reich im 7. Jh. letztendlich durchsetzen. Im Unterschied zu der römischen Besatzung hatte die ca. 450jährige türkische Besatzung die neugrieche Mentalität nicht unwesentlich beeinflußt, Es verwundert daher nicht, daß zwei führende griechische Wissenschaftler , der Philosoph Stelios Ramphos und der Historiker Apostolos Vakalopoulos , unabhängig voneinander, die Ansicht vertreten, daß der Neugrieche sich immer noch auf dem Wege nach Europa befindet oder noch drastischer formuliert, daß die Griechen in ihrer Merheit noch keine Europäer sind. Ihre Mentalität stellt vielmehr eine Synthese der Balkan – und der orientalischen Mentalität , d.h. der Balkan-Bauernschläue und der orientalischen Bequemlichkeit, dar.

a) Vorzüge der griechischen Mentalität

Freiheitsliebe, Selbstbewußtsein, Ehrgefühl, Stolz, intellektuelle Mobilität, kreative Phantasie, Begeisterungsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Freudlichkeit Fröhlichkeit , Aufgeschlossenheit, Toleranz, ästhetische Orientierung, hochentwickelter Familiensinn, Respekt vor den älteren Menschen, Galanterie, entwickelte Sexualität ( Sinnlichkeit, Leidenschaft ).

Die konsequente Anwendung der Systemtheorie könnte dazu führen , daß der Neugrieche eher der klischeehaften Einschätzung seitens touristischer Philhellenen mit einer gewaltigen Portion von Idealisierung entspricht. Eine solche Sicht wäre allerdings extrem weltfremd.

Das ist jedoch die halbe Wahrheit. Selbstverständlich hat die neugriechische Mentalitätsmedaille eine andere, nicht gerade angenehme Seite, vor allem wenn entscheidende Vorzüge in der Anwendung übertrieben werden. So kann sich z.B. die Freiheitsliebe in Anarchie umwandeln.

b) Nachteile der griechischen Mentalität

Auch hier bedarf es einleitender Worte. Es ist nicht die Absicht gewesen, das antike Hellas zu idealisieren, Es daf daran erinnert werden, daß es nicht nur das Streben nach dem Διάλογος ), sondern auch die ständigen Kriege untereinander gab, bis das kulturell unterlegene aber militärisch sehr starke Sparta den Stadtstaat Athen, das Zentrum der altgriechischen Kultur und Wissenshaft, zerstört hat. Nicht umsonst ist bei Platon der Satz „ Krieg aller gegen alle“ , bekannt in der lateinischen Übersetzung „Bellum omnium contra omnes” (“Kampf aller gegen alle”), geprägt worden. Noch heute herrscht im politischen Leben Griechenlands ständig der konfrontative Geist vor. Envernehmliche Problemlösungen sind in der griechischen Tradition fast unbekannt.

Man darf außerdem nicht vergessen, daß die Hellenen die körperliche Arbeit zutiefst verachteten und auch deswegen als erste in der Menschheitsgeschichte auf die Idee gekommen sind, die Sklaverei massiert als Wirtschftafaktor zu erfinden, wobei kriegsgefangene Griechen zu Sklaven gemacht wurden, denen unglaublicherweise der größte Philosoph der Antike Aristoteles das Menschsein abgesprochen hatte, indem er sie als Ding ( Πράγμα ) bezeichnete.

Somit schufen sie eine neue Gesellschaftsformation, die Sklavenhalterordung, die zwar zur Explosion der Produkktivkräfte führte Karl Marx ), die allerdings nicht gerade eine humanistische Errungenschaft war. Im Unterschied von den Hellenen kannten die anderen hochkultivierten Völker nur die Haussklaverei. Ich bin mir durchaus dessen bewußt, daß diese historischen Wahrheiten desillusionierend wirken, aber es handelt sich eben um objektive Wahrheiten und nicht um subjektive Interpretationen oder um nationalistische Phantastereien.

Desweiteren ist zu beachten, daß das griechische Volk weder die Renaissance, noch die Aufklärung, noch die bürgerliche Revolution erlebt hat. Es hat ferner weder das Individuum ( Stelios Ramphos ), noch den Citoyen ( Staatsbürger ) hervorgebracht. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die Neugriechen in ihrer Mehrheit weder ein Gesellschafts-, noch ein Staats-, noch ein Rechts,- und was für die Finanzlage besonders schwerwiegend ist, noch ein Steuerbewußtsein besitzen. Sie betrachten vielmehr den eigenen Staat fast als Feind und versuchen, ihn mit besonderer Freude zu betrügen, wie dies in der Zeit der Türkenherrschaft üblich war ( Vgl. hier nd in meinem im Blog die Artikel “Ατομο, Ατομικότητα,Ατομικισμός, Εγωϊσμός Φιλοτομαρισμός”, “Νεοέλληνας, Βαλκανοανατολίτης” und “Ελλάς, Ανατολή-Δύση”).

Diese antistaatliche Grundposition ist auch nach der Erringung der nationalen Befreiung im 19.Jh. nicht aufgegeben worden. So ist die Steuerhinterziehung ein sehr lohnender Nationalsport, auch wenn dadurch der Staat zugrunde geht, wie dies gegenwärtig der Fall ist. Hierdurch ist die eigene spöttische Formulierung entstanden, “Reiche Bürger, armer Staat”, was letzten Endes den Staat ruiniert hat und noch dazu die Verarmung der Mittelschicht und anderer Bevölkerungsschichten verursacht hat.

Für die Zwecke der nationalen Identitätsstiftung und Identitätssicherung ist bereits Mitte des 19. Jh. ein hochgezüchtetes Nationalbewußtsein entstanden, welches die absolut notwendige Herausbildung des Staats- und des Rechtsbewußtseins verhindert hat. Was Letzteres betrifft, so kann unschwer festgestellt werden, daß der Neugrieche seine Rechte wohl kennt und sie großzügig in seinem egoistischen Interesse interpretiert, jedoch geflissentlich übersieht, daß zum gedeihlichen Funktionieren eines Gemeinwesens auch Pflichten gehören. So sind solche Fragestellungen, wie z.B. das dialektische Wechselverhältnis von Rechten und Pflichten “Böhmische Dörfer” ( Vgl. hier und in meinem Blog dίe Artikel “Εθνική, κοινωνική, κρατική συνείδηση” und “Ατομο και κοινωνία-Πολίτης και κράτος” ).

Ausgerechnet in der dreißigjährigen Periode nach dem Sturz der Militärdiktatur fand ein gewaltiger allseitiger Umwälzungsprozeß statt, der nicht nur viele positiven Entwicklungen aufzuweisen hat , sodern auch verheerende Folgen bezüglich der Grundlagen der griechischen Mentalität hatte. Auf der Basis von Milliarden-Krediten wurde ein Wohlstand im Sinne des Eudämonismus und eines primitiven Hedonismus geschaffen, der eine regelrechte Vernichtung der bis zu diesem Zeitpunkt geltenden ethischen, sozialen, kulturellen, ästhetischen und nationalen Werten herbeigeführt hat.

Diese Katastrophe ist möglicherweise verhängnisngnisvoller als die ökonomische. Die meisten Griechen haben gegenwärtig den Eindruck, ihre Würde , die Wertschätzung und die Anerkennung seitens der anderen Völker verloren zu haben. Scham breitet sich wegen dieser internationalen Blamage aus. Teilweise ist es zu einer Krise der nationalen Identität mit weitreichenden ethnopsychologischen Folgen gekommen. Der moralisch-ethische Schaden ist fast irreparabel.

Folgend sollen die Nachteile erwähnt werden :
Als generelle Prämisse sind zwei Hauptprinzipien des griechischen Nationalcharakters zu betrachten : das Leben in vollen Zügen geniessen ( „Αρχή της απόλαυσης της ζωής”, wenn nötig auch auf der Grundlage gewaltiger Schulden, die man ohnehin nie zurückzahlen wird und die geringste Anstrengung (“Αρχή της ήσσονος προσπάθειας“) .

Im Einzelnen : Starke Neigung zur Disziplinlosigkeit, schwach entwickelte Ausdauer, kaum besondere Liebe zur Arbeit, unterentwickelte Dynamik schwacher Wille, kein Gemeinsinn, konfrontativer Geist privat und insbesondere in der Politik, primitive Demonstration des Reichtums, Emotio vor Ratio ( übertriebene Emotionalität, privat wie als Nation ), Surrealismus ( Verwechselung von Wunschträumen und der harten Realität, Traumtänzer, Tagträumer, Vgl. hier im Blogg die Beiträge “Περί του νεοελληνικού Σουρεαλισμου” und “Ευρωπαϊκή αντικειμενικότητα vs Ελληνικός σουρεαλισμός “) fast wie in Lateinamerika, Macht des Wortes aber Schwäche der Tat, Hang zum fast paranoiden spekulativen Denken, krankhafter Hang zu Verdächtigungen und zu Verschwörungstheorien ( fast alle seien gegen Griechenland, deswegen die Finanzkatastrophe etc. ), Neigung zum Voluntarismus und zur Rechthaberei, stark unterentwickeltes Organisationstalent, traditionell extrem starker Hang zur Demagogie und zum Populismus, EE-Meister in Korruption ( speziell der Verwaltungsapparat ist wie ein Augiasstall oder sogar wie die “Magna Cloaca” im alten Rom ), Neigung zum Nationalismus und zum Chauvinismus, Oberflächlickeit individuell und besonders in den Staasangelegenheiten , Unzuverlässigkeit (” Ein (giechischer) Mann, ein Wörterbuch” ), Übertreibungssüchtigkeit, Kritikfeindlichkeit ( wer kritisiert ist Feind, wer übermäßig lobt, ist ein echter Freund), vollständiges Fehlen der Selbstkritik, unterentwickeltes Verantwortungsbewußtsein in Gesellschaft und Staat und zugleich für das eigene Versagen andere verantwortlich machen, beängstigendes Fehlen der Fähikeit zu wirtschaften, Überempfindlichkeit ( privat und besonders in nationalen Fragen ), vollständiges Fehlen des Bewußtseins von der dialektischen Einheit der Rechte und der Pflichten gegenüber der Gesellschaft und dem Staat, maßlose Selbstüberschätzung, Nepotismus (Vetternwirtschaft, Familiendynastien eigentlich orientalischen Typs, Vgl. hier im Blogg die Studie “Οικογενειοκρατία” ) als Grundübel und Crescendo korruptiven Grundverhaltens, “Gesellschaftsvertrag” neugriechischer Provenienz über die reziproke ( ” Do ut des” ) Korrumpierung von Bürgern und Politikern.

Es ist nicht unbedingt meine Absicht gewesen, die in der Tat vorhandenen Nachteile des griechischen Nationalcharakters so massiert zu erwähnen. Ich habe lediglich nach der demokritischen Widerspiegelungstheorie gehandelt , die darin besteht, die objektive Realität zu widerspiegeln.

Erst die Anwendung der Systemtheorie auf diese Nachteile ( neue Qualität, Dynamik ) macht evident, warum Griechenland zusammengebrochen ist. Denn unter normalen Bedingungen würde man nicht verstehen, warum dieses Land, im Grunde genommen, aus eigener Kraft seine Bevölkerung nicht ernähren kann. Es fehlt mir schwer, das zu schreiben. Ohne es zu beabsichtigen, ist zum Schluß aus einer nüchternen Analyse eine Elegie geworden.

Schlußfolgerungen

1. Zwischen der deutschen und der griechischen Mentalität sind kaum Gemeinsamkeiten festzustellen. Es handelt sich ohne Übertreibung um zwei völlig unterschiedliche Traditionen, Kulturen, ja Welten.

2. Dies schließt jedoch unter bestimmten Bedingungen eine gegenseitige Beeiflußung nicht aus. Es gibt vor allem bei der deutschen Jugend Tendenzen , die mediterrane Lebensart zu mögen und vielleicht teilweise zu übernehmen. Andererseits haben sich die meisten der in Deutschland lebenden Griechen grundsätzlich an die deutsche Lebensart angepasst. Es gibt allerdings unter den in Deutschland ca. 350 tausend lebeden Griechen relativ viele, die kulturell immer noch in griechischen “Ghettos” leben. Sie intersssieren sich nicht im geringsten für die deutsche Kultur, Tradition und Geschichte, gescheige denn für die schöngeistige Literatur, das Theater und die klassische Musik.

3. Die deutsche Mentalität eignet sich vorzüglich für die Beziehungen Mensch-Gesellschaft, Bürger-Staat sowie für die erfolgreiche Schaffung grundlegender Lebensbedingungen für die Menschen wie z.B. Aufbau einer gedeihlichen Wirtschaft, eines funktionierenden Verwaltungsapparates und einer blühenden Wissenschaft.

4. Die griechische Mentalität eignet sich in idealem Maße für das Genießen des Lebens sozusagen als menschliche Selbstverwirklichung, für die Erotik, für ausgeglichene zwischenmenschliche Beziehungen und für das Familienleben im weiteren Sinne des Wortes. Sie ist allerdings für die Schaffung solider Lebensbedingunge im breiten Sinne des Wortes ungeeignet.

5. Erfahrungsgemäß ist es durchaus möglich z.B. in erster Linie bei den in Deutschland lebenden Griechen , partiell eine Synthese der Vorzüge beider Mentalitäten herzustellen. Dies setzt jedoch Toleranz, Offenheit, Selbsterkenntnis, Ehrlichkeit, das entsprechende Wissen der anderen Mentalität sowie Willen und Bereitschaft voraus. Manch ein Grieche hat diese Synthese gezielt und systematisch schon längst sehr erfolgreich realisiert.

6. Grundsätzlich sollte es eigentlich möglich sein, daß die Deutschen von den Griechen solche Grundeigenschaften übernehmen, wie z.B. die Ausgeglichenheit Kontaktfreudigkeit, Aufgeschlossenheit, Freundlichkeit, Galanterie, Zärtlichkeit gegenüber den Frauen, gebührende Wertschätzung der sexuellen Komponente des Menschseins und die gesündere griechische Küche, vor allem das Olivenöl und die Oliven.

7. Die Griechen könnten im eigenen Interesse von den Deutschen Elemente des Fleisses, der Disziplin, der Ausdauer, der Zuverlässikeit, der Geduld, der Zielstrebigkeit, der Gründlichkeit, der Systematik und der Methodik übernehmen. Von anderen Völkern zu lernen ist wohl keine Schande. Nur die lernbereiten Völker können sich vortrefflich entwickeln, während jene Völker, die ewig narzistische Nabelschau betreiben, bleiben hoffnungslos zurück .

8. Es ist an der Zeit, daß es endlich zu der absolut notwendigen Europäisierung und Modernisierung Griechenlands kommt. Derartiges setzt allerdings den Willen voraus, radikale Strukturreformen konsequent durchzuführen. Es leuchtet wohl ein, daß die in Jahrhunderten entstandene griechische Mentalität nicht über Nacht verändert werden kann. Daher sollte schon jetzt bei der Bildung und Erziehung der Schulkinder nach Kriterien der entwickelten europäischen Länder begonnen werden. Auf alle Fälle bedarf es der gründlichen Auseinandersetzung mit dem mittelalterlichen Menschenbild der griechischen Orthodoxie. Vielleicht könnte sich in der Zukunft die verfahrene Situation grundlegend ändern und aus Griechenland ein richtiges europäisches Land wird. Andernfalls könnte der Spruch des großen Philosophen Hegel auch für diesen Fall gelten : ” Aus einer gebratenen Katze wird keine Hasenpastete”.

Zu der Mentalitätsproblematik siehe weitere Beiträge hier und in meinem Blog in griechischer Sprache ; 1. Γερμανοί, Πρώσοι, Προτεστάντες. 2. Γαλλία-Γερμανία, Διαφορετικές Νοοτροπίες. 3. Νεοελληνικός Εθνοκεντρισμός. 4. Νεοέλλην, βαλκανοανατολίτης. 5. Νοοτροπία, Κλισέ ; 6. Βαλκανοανατολίτικοι Πολιτικοί. 7. Ξεπεσμός α la Greca. . 8. Αδράνεια, Εθνοψυχολογία. 9. Έλληνες και Γερμανοί, Εθνολογική Σύγκριση. 10. Ελλάς, Ανατολή, Δύση. 11. Κοινωνικό Συμβόλαιο της Αμοιβαίας Διαφθοροποίησης. 12. Νεοέλλην Ανήρ Πολιτικός : Κάθαρμα, Αλήτης, Μπάσταρδο.

Bemerkungen : a ) Es ist vorgesehen, in der Zukunft über diese Thematik ein Buch zu publizieren. b) Ich bitte freundlichst die Leser, Ihre kritischen Bemerkungen in dem dafür vorgesehenen Raum unter dem Beitrag nieder zu schreiben. Das eilt nicht. Danke im Voraus. Panos Terz

4 thoughts on “Deutsche und Griechen, Mentalitätsunterschiede , Eine komparative ethnologische Untersuchung

  1. Sehr geehrter Herr Terz,

    ich habe selten eine so gute Beschreibung der-vor allem- griechischen Mentalität gelesen. Mir ist nicht bekannt, ob es ähnliche Analysen im deutschsprachigen Raum gibt.Ich kenne nur Auszüge, bzw. Interviews von Nikos Dimou und das eine oder andere Buch von Pedros Makaris in denen die gr. Mentalität ansatzweise beschrieben werden. Ich bin kein Wissenschaftlicher,sondern nur ein ” Betroffener”, Deutscher mit einer Griechin verheirateter Mann und einer 14 jährigen Tochter, der seit 6 Jahren auf einer griechischen Insel (Patmos, Dodekanes) lebt. Viele Dinge kann ich aus der eigenen trivialen und subjektiven Beobachtung bestätigen. Natürlich schlagen sich diese Mentalitätsunterschiede auch im Zusammenleben nieder. – so z. B. in dem unterschiedlichen Gebrauch der Sprache, was bei der direkten 1 zu 1 Übersetzung ( manchmal auch über die englische Sprache) vom griechischen ins deutsche bei mir häufig zu Irritationen geführt hat.Meine Kenntnisse der griechischen Sprache sind leider nur rudimentär, aber ich habe den Eindruck,das diese in ihrer Ausdrucksform sehr direkt ist, was manchmal den Eindruck im Deutschen wie einen Befehl erscheinen lässt, was im Griechischen wahrscheinlich eine normale Handlungsanweisung ist. Niemand bekommt gerne auf Dauer von seinem Partner Befehle, oder das, was er als einen Befehl auffasst. Das birgt Konfliktpotential in sich, zumal meine Frau-bildende Künstlerin- und “Vollblutgriechin” meine daraufhinweisenden Argumentationen generell, was Griechenland und griechische Mentalität betrifft, natürlich nie gelten lässt. You hate Greece, ist ihr Standardsatz. Schon erstaunlich, da meine Familie schon seit den frühen sechziger Jahren eine starke Sympathie für die Griechen und Griechenland empfunden hat und schon zu dieser Zeit viele gr. Studenten in ihrem Haus begrüßen durfte. Immerhin hat Sie mir nun angeraten, ein Buch zu schreiben, mit dem Thema : 10 Gründe keine Griechin zu heiraten. Da scheint sich dann doch über die letzten 20 Jahre eine gewisse Einsicht in nationale Eigenheiten anzudeuten, vielleicht auch unter dem Einfluss ihres zeitgenössischen Lieblingspilosophen Stelios Ramphos . Tut mir leid, wenn ich sie mit meinen trivialen privaten Gedanken belästige.Eigentlich wollte ich nur meiner positiven Meinung Ausdruck verleihen, da man sich in Griechenland selbst manchmal wie ein Einzelkämpfer in der Diaspora vorkommt, wobei ich noch keine einzige negative Erfahrung im Umgang mit Griechen gemacht habe und meine Tochter in Griechenland meiner Meinung nach freier, ungezwungener und glücklicher aufwächst, als in Deutschland. Dafür bin ich sehr dankbar und manchmal traurig und wütend zugleich, wenn ich sehe, in welcher. fast aussichtslosen Situation sich dieses Land befindet und sich am Horizont immer noch keine Verbesserung abzeichnet. Vielen Dank für ihre Geduld. Mit freundlichen Grüssen Karsten Jeltsch, 85500 CHORA, Patmos, Griechenland. Zur Zeit Herford in Westfalen.

  2. Ti einai afta pou grafete gia to onoma tou Theou…kai gia poious ELLHNES milate?
    H ratsa mas dialythike h koultoura mas to idio kai afto den thelei na to dei kanenas…
    gia ola ftaime EMEIS kai mono emeis…alla twra einai arga…mi grafete anohsies pantws kai gelane oi Germanoi mazi mas…hdh gelane tosoi me mas….

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