Aristoteles (Mesotes-Prinzip) und die Deutschen Parteien

 

Aristoteles (Mesotes-Prinzip) und die Deutschen Parteien

Ich positioniere mich knapp als ein politisch und parteimäßig neutraler Bürger, der an das commune bonum (Thomas Aquin) bzw. an das κοινόν καλόν (schon Aristoteles) in der Gesellschaft denkt

1.Aristoteles hat sich in seiner noch heute als Standardwerk der Politologie geltende Schrift „Politika“ (Πολιτικά) mit den politischen Bewegungen und ausgehend von den Erfahrungen in Athen entwickelte das Mesotes (Μεσότης)-Prinzip : Schon die alten Ägypter sprachen von Schichten in der Gesellschaft. Bisher besaßen die Aristokratie-Oligarchie und die Ochlokratie (Pöbelherrschaft) die Macht. Letztere konnte mit Maximalforderungen über Gleichheit und soziale Gerechtigkeit die Macht erringen. Man nannte ihre Vertreter Tyrannen (Τύραννοι), wobei dieses Wort ein Synonym für Volksvertreter war. Weil sie jedoch ein Schreckensregime errichtet hatten , erlangte der Begriff Tyrannos eine extrem negative Bedeutung. Letzen Ende wurde ihre Herrschaft für immer beseitigt.
Aristoteles meinte sinngemäß : Weder die Aristokratie-Oligarchie noch die Pöbelherrschaft. Heute würde man sagen speziell in Deutschland sagen, weder die AfD, noch die Linke , sondern nach dem Mesotes–Prinzip (die Römer machten daraus die „aurea mediocritas“ ( „goldener Mittelschnitt“) , die politischen Kräfte, die sich in der Mitte befinden CDU, SPD, die Grünen und die FDP.
Unabhängig davon, was die Politiker der Linke und der AfD verkünden, ihre Bekenntnisse zur Demokratie sind nicht echt. Sie träumen von einem Systemwechsel. Wieder Aristoteles sinngemäß : Ich weiß wohl, dass die Demokratie mit einigen Mängel behaftet ist (er zählt sie auf), aber nach den negativen Erfahrungen mit der Aristokratie –Oligarchie und mit der Pöbelherrschaft kenne ich kein anderes System, dass besser wäre.

2.Es ist üblich, dass die oppositionellen Kräfte, zumindest verbal alles besser wissen als die Regierung und sie können sich populistisch austoben, weil sie keine Verantwortung tragen und im übrigen im Regieren absolut über keine Erfahrung verfügen. Kommen sie an die Macht, dann entsteht ein wahres Chaos oder die populistischen Politiker sehen sich veranlasst, ihre ursprünglichen Zielstellungen über Bord zu werfen und genau das Gegenteil zu tun. Das prägnanteste Beispiel dieser Art ist der griechische Politiker Tsipras, der als größter Gegner der “knechtenden“ Verträge mit der Troika auftrat, aber hierdurch die Wahlen gewann und letztendlich gewaltige Ovids Metamorphosen durchmachte und ohne Ausnahme alle Forderungen der Troika erfüllt.
Schlussfolgerung : Es liegt im Interesse des demokratischen Systems und letzten Endes dem wohlverstandene Interesse aller Bürger, auf das Sirenengeheul der AfD und der Linke nicht zu hören . Münchner Merkur ( 21.11.18), Die Welt (22.5.19)

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