BRICS, Indien, China

Indien, China, USA
Obwohl China und Indien zu den wichtigsten BRICS -Staaten gehören, sind sie eigentlich nicht gerade befreundet. Jetzt sind sie im indopazifischen Raum Konkurrenten, nach einigen Jahren werden sie zu Gegnern, sogar zu Feinden. Indien wird in der Perspektive sukzessiv den Status einer Supermacht erreichen. Danach wird es konsequenterweise zu einer Festigung der Beziehungen zwischen Indien und den USA kommen, zumal in Indien das parlamentarische System herrscht. BZ(6.6.23)
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China und Indien
1. China ist bereits eine echte Supermacht und hinsichtlich a) des Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022/23 in Billionen Dollar ca. fünfmal stärker als Indien (China: 19,4; Indien : 3,7)  und  des b)des BIP pro Kopf 2021in tausend Dollar ca. fünfmal stärker als Indien (China: 12,55; Indien: 2.,256).
2. Zwischen den beiden asiatischen Giganten gibt es nicht nur Grenzstreitigkeiten, sondern China beansprucht den indischen Bundesstaat,

Arunachal Pradesh im Nord-Osten Indiens. In einer neuesten chinesischen Karte erscheint diese indische Region als chinesisches Gebiet mit der Bezeichnung “Süd-Tibet”.  
3. In einer anderen offiziellen chinesischen Karte wird deutlich, dass China Seegebiete aller Nachbarstaaten im “chinesischen Meer” für sich beansprucht, obwohl dies sich gegen die Internationale Seerechtskonvention von1982  (Grundlage des Internationalen Seerechts oder Seevölkerrechts) richtet. China hat dieses universelle Dokument weder unterzeichnet noch ratifiziert. Die bedrängten Staaten suchen Schutz bei den USA und Indien. Somit entsteht  zwischen China und Indien in dieser brisanten Region eine starke Rivalität.
4. Eine weitere Konkurrenzsituation entsteht sukzessiv über die bestimmende Rolle bezüglich des “Globalen Südens”.  In ihren Überlegungen spielt Rest-Russland bereits kaum eine Rolle, obwohl dieses Land  krampfhaft versucht, im Rahmen der BRICS und allgemeiner gegenüber dem “Globalen Süden”eine eigentlich hypothetische
führende Rolle zu spielen.
5. Man kann auch einen eher ethnologisch-mentalen Unterschied konstatieren: Die Chinesen sind sehr dynamisch, die Inder sind hingegen in ihrer Geschichte eher passiv gewesen. Hierdurch ist es Eroberern gelungen, sie relativ leicht zu besiegen (Perser, Araber, Mongolen-Afghanen, Engländer).
Kurzum, die Beziehungen zwischen China und Indien beinhalten ein großes Sprengpotential.
Der Westen hat in der Vergangenheit den Kardinalfehler begangen, in China massiv zu investieren und zugleich Indien zu vernachlässigen, obwohl Indien eine Demokratie ist, während in China der Totalitarismus herrscht. Normalerweise sollte Indien ideologisch-politisch zum Westen gehören. Es ist also an der Zeit, Indien für den Westen zu gewinnen (Intensivierung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wissenschaft und der Hochtechnologien, umfangreiche Investitionen in Indien etc.). Man kann schon zunehmende Aktivitäten von EU- Staaten, allen voran Frankreichs, in Richtung Indien konstatieren. Die Logik des Gleichgewichts, hier des Gegengewichts gegenüber dem sukzessiv aggressiv werdenden China, fordert auch im wohlverstandenen Interesse des Westens gebieterisch, Indien umfangreich zu unterstützen bzw. zu stärken.
Prof.Dr.,Dr.sc.,Dr.habil., Völkerrecht, Theorie der internationalen Beziehungen
Weiterführende Literatur
-J.Klenk / F. Waschek, Chinas Rolle in einer neuen Weltordnung,Wissenschaft, Handel und internationale Beziehungen, Baden-Baden 2022.
-H. Rupold, Supermacht China – Die chinesische Weltmacht aus Asien verstehen: Geschichte, Politik, Bildung, Wirtschaft und Militär, Brzezia Laka 2020.
-A.Görlach, Alarmstufe Rot: Wie Chinas aggressive Außenpolitik im Pazifik in einen globalen  Krieg führt, Hamburg 2022.

-H. Rupold, Supermacht Indien – Die indische Weltmacht verstehen: Geschichte, Politik, Wirtschaft und Militär des indischen Subkontinents, Expertengruppe Verlag 2021.

Prof.Dr.,Dr.sc.,Dr.habil., Völkerrecht, Theorie der internationalen Beziehungen
Berliner Zeitung (1.9.23)

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