Völkerrecht und Internationale Beziehungen, Populärwissenschaftlich, Buch

Völkerrecht und Internationale Beziehungen

Populärwissenschaftlich, Buch

Lehrbuchverlag ( 14.09.2020 )

€ 54,90

 

Buch Details:

ISBN-13: 978-620-0-44645-9
Buchsprache: Deutsch
von (Autor): Panos Terz
Seitenanzahl: 116
Veröffentlicht am: 14.09.2020
Kategorie:VorwortHierbei handelt es sich um populärwissenschaftliche Beiträge, die ab 2012 systematisch als Fachkommentare in der Internet-Ausgabe der folgenden Zeitungen bzw. Zeitschriften  veröffentlicht worden sind: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Focus, Spiegel, Stern, Welt, Zeit, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Münchner Merkur, Neue Zürcher Zeitung und Wiener Zeitung veröffentlicht worden sind.Ich bin davon ausgegangen, dass die Wissenschaftler die ethische Pflicht haben, ihr Wissen natürlich in verständlicher Form auch Nichtspezialisten  und interessierten Bürgern zur Verfügung zu stellen. Ferner ist die Tatsache zu beachten, dass in der  Epoche der starken Demokratisierung der Massenmedien die Journalisten nicht die einzigen sind, die im Rahmen der „vierten Gewalt“ die öffentliche Meinung zu formen vermögen.  Hinzu gekommen  sind in hohem masse auch hochqualifizierte Wissenschaftler, die ohne Zweifel besser  in der Lage sind, besonders schwierige und komplexe Themen gründlicher und überzeugender zu analysieren und darzulegen.

Im Mittelpunkt stehen hauptsächlich Fragenstellungen des Völkerrechts und der Theorie der internationalen Beziehungen in Verbindung mit gewichtigen aktuellen Problemen.

 

As dem Buch-Cover

Hauptgegenstände sind gewichtige internationale und nationale Ereignisse mit Bezügen zum Völkerrecht und zur Theorie der internationalen Beziehungen. In den völkerrechtlich relevanten Problemen geht es in erster Linie um die grundlegenden Prinzipien Friedliche internationale Zusammenarbeit, Souveräne Gleichheit der Staaten, Selbstbestimmung, Einmischungsverbot, um Spezialfragen des Völkervertragsrechts, des Völkerseerechts, des Internationalen Flüchtlingsrechts und der Menschenrechtskonzeptionen der Gegenwart. Aus der Sicht der Theorie der internationalen Beziehungen stehen im Mittelpunkt die Beziehungen zwischen Staaten unterschiedlicher Kultur – und Rechtskreise, die Interessenproblematik, das Gleichgewicht und die Gegengewichte, Fragenstellungen der Supermächte und der Großmächte, die Hegemonie sowie verschiedene Dimensionen des europäischen Vereinigungsprozeßes.

Gliederung

 1. Europa, Hellas, Orient

2. Kriege in Europa

 3. Europäische Union, eine sachliche Betrachtung

4. EU-Regeln, Mediterrane  und Balkan-Staaten

5. Nation, Patriotismus, Nationalismus, Nationalbewusstsein

6. Supermacht, Großmacht , Mittlere Macht und
Regionalmacht aus Sicht der Theorie der internationalen Beziehungen, Russland

7. Gleichgewicht, Gegengewichte, Prognose

8. Rassendiskriminierung, Historische und Völkerrechtliche Aspekte

9. Völkermord  (Genozid) aus Sicht der Geschichte und des Völkerrechts

10. Die Meinungsfreiheit ist nicht absolut, gegen die Rechtsradikalen Hetzer

11. Flüchtlingsstatus Grundsätzliches

12. Migrations-”Pakt” der UNO, Migration als Globales Problem, Migration kein Menschenrecht

13. Flüchtlingsprobleme in Deutschland, Abschiebung Krimineller Flüchtlinge

14. Multikulturalismus

15. Populismus nach der Politologie (Politische Wissenschaft) und der Soziologie

16. Bürger, Nation – Staat, Volkssouveränität-Staatssouveränität, Ukraine, Russland

17. Ukraine,  Sowjetische  Atomwaffen

18. Asowsches Meer, Krim,  Streit zwischen Russland und der Ukraine

19. Die völkerrechtswidrigen Praktiken Russlands gegenüber der Ukraine, Fall der Pässe

20. Russische Staatsbürgerschaft an ukrainische Staatsbürger

21. Ukraine, Problemlösung: Autonomie oder Föderation ?

22. Deutsche Interessendurchsetzung und Sanktionen gegen Russland

23. Russisch-Ukrainischer Kirchenstreit

24. USA- Außenpolitik, kurze Charakterisierung

25. Das völkerrechtswidrige und skrupellose Verhalten der USA (Sanktionen wegen Nordstream)

26. Waschingtoner  Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme zwischen den USA und der Sowjetunion von 1987

27. Der Vertrag zwischen den USA und der UdSSR /Russland aus Sicht der Theorie der internationalen Beziehungen (spezielle der Gleichgewichtstheorie und der Interessentheorie)

28. USA – Iran, Tötung eines iranischen Generals

29. NATO-Bündnisfall im Falle eines Krieges zwischen den USA und dem Iran ?

30. Palästinenser, Historisch-Ethnologische Sicht

31. Israel-Palästinenser, Politisch-Kulturelles, Knappe allgemeinpolitische und ethnologische Bemerkungen

32. Israel und Palästinenser, Differenzierung

33. Israel und die Palästinenser aus völkerrechtlicher Sicht

34. Israel – Hamas, Verletzung des Völkerrechts durch die Kriegsparteien, Feuerpause, Beendigung der Kampfhandlungen, Analyse

35. Israel – Hamas, Feuerpause, Beendigung der Kampfhandlungen, Beendigung des Kriegszustandes, Abschluss eines Friedensvertrages

36. Hat Israel ein Selbstverteidigungsrecht?

37. Der „Plan“ Trumps  (über zwei Staaten)

38. Golan-Höhe, Annexion, Problemlösung

39. Israel und die arabischen Staaten, Militärisch

40. Die endlose Tragödie der Kurden

41. Lösung des Kurdenproblems

42. Kurdischer Staat, Irakische Souveränität und Kurdisches Selbstbestimmungsrecht, Kurdischer Staat, Szenario (2014)

43. Irakische Staatliche Souveränität und Kurdisches Selbstbestimmungsrecht

44. Erdogan und die Türkei

45. Erdogan , Hybris und Nemesis

46. Staatsbürgerschaft, Doppelte, Türken in Deutschland

47. Türkische Schulen für türkische Schüler in Deutschland ?

48. Türken, Dschihadisten, Kurden

49. Türkei und Syrische Kurden, Völkerrechtswidriges Vorgehen

50. Türkische Invasion in Nordsyrien gegen die Kurden, Beistandsfall für die NATO ?

51. Türkei (Klein-Asien), Wertvolle kulturhistorische Kenntnisse für Kultur-Touristen

52. Die syrische Katastrophe, Versuch einer Analyse

53. Syrien und Demokratie stellen  eine contradictio in adjecto (Widerspruch in sich) dar

54. Der Westen und der Orient,  Militärische Interventionen des Westens gegen Orientalische Staaten

55. Zur Lage in Libyen

56. Iran, Einmischungsverbot nach Völkerrecht

57. Die  Hormus – Meerenge aus Sicht des Internationalen Seerechts (Seevölkerrechts)

58. Streit zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Iran aus völkerrechtlicher Sicht

59. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Iran und
Saudi-Arabien

60. Saudi- Arabien, Herrschaftssystem

61. Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu Saudi-Arabien wegen der Ermordung des Journalisten?

62. Verträge mit Saudi-Arabien; Keine Vertragserfüllung wegen Menschenrechtsverletzungen ?

63. Saudi-Arabien, Kriegsverbrechen in  Jemen

64. Ägypten, Ex-General Sisi, der richtige Führer

65. Venezuela unter Beachtung lateinamerikanischer Befindlichkeiten

66. Venezuela, Anspruch und Realität oder der Irrweg des Chavismo – Madurismo

67. Fall Venezuela, Deutsche Außenpolitik im Spannungsfeld von Völkerrecht und Realpolitik

68. Venezuela und das Einmischungsverbot, Eine völkerrechtliche Betrachtung

69. Heuchelei der USA und Einmischung

70. Kulturkreise und Herrschaftssysteme: Russland, Türkei

71. Orientalisch-Islamisches Gesellschafts- und Menschenbild (Thesen )

72. Islam, Probleme, Gefahren

73. Welt- und Menschenbild, Unterschiede zwischen dem
Kulturkreis des Westens (Westen) und dem Orientalisch Islamischen
Kulturkreis (Orient-Islam)

74. Pakistan

75. Kopftuch, Burka, Niqab muslimischer Frauen , ein vielschichtiges Problem

76. Parallelgesellschaften

77. Frauenbild  muslimischer Männer

78. Konfuzianisches Menschen –  und  Gesellschaftsbildbild, Hauptmerkmale

79. Chinesische Revolutionäre Traditionen

80. Konfuzianismus-Westen, Unterschiedliche politische Systeme sowie Gesellschafts- und Menschenbilder im Vergleich

81. China als wichtiger Player in den internationalen Beziehungen

82. China und Taiwan, Ein oder zwei Chinesische Staaten ? Angliederung ?

83. China , Seestreitigkeiten

84. Nord Mazedonien, Staatsbezeichnung, historisch , völkerrechtlich (Thesen)

85. Makedonen, Makedonien, Nord-Mazedonien, historisch, ethnologisch,  Überblick

86. Nord Mazedonien aus Sicht der Theorie der Internationalen Beziehungen

87. Die Balkan-Völker ticken anders oder Grundzüge der Mentalität

88. Grundzüge der griechischen Mentalität

89. Grundzüge der deutschen Mentalität

90. Russland und Russen, Eine Analyse aus Sicht der Geschichte und der Ethnologie

Ρωσική Νοοτροπία

Χαρακτηριστικά γνωρίσματα της ρωσικής νοοτροπίας υπό το πρίσμα της Ιστορίας και της Εθνολογίας

1. Η Ρωσία  ανήκει στις χώρες, ο οποίες ούτε την Αναγέννηση, ούτε τον Ευρωπαϊκό Διαφωτισμό, ούτε την Αστική Εανάσταση, ούτε το άτομον , ούτε τον citoyen (πολίτη), ούτε την δημοκρατία, ούτε τις αστικές ελευθερίες, ούτε τα ανθρώπινα δικαιώματα, ούτε τον διαχωρισμό των εξουσιών  και ούτε  την διάκριση μεταξύ κράτους και ορθόδοξης εκκλησία έχει γνωρίσει. Στην χώρα έχουν επικρατήσει δύο ολοκληρωτικά συστήματα και δη ο καθυστερημένος τσαρισμός και ο πρωτόγονος σοσιαλισμός/κομμουνισμός.Τοιουτοτρόπως λείπουν η δημοκρατική παράδοση και η δημοκρατική συνείδηση.

Ηδη στο δεύτερο ήμισυ του 19ου αι. ρώσοι διανοούμενοι έχουν απορρίψει τον ευρωπαϊκό ορθολογισμό μέσω των κάτωθι επιχειρημάτων: Ο δυτικός τρόπος σκέψης  είναι δήθεν υποανάπτυκτος, γιατί στηρίζεται αποκλειστικά στη νοημοσύνη και επομένως  είναι ανίκανος να βοηθήσει τον άνθρωπο στην προσπάθειά του να βρεί το «σωστό δρόμο». Σε αντίθεση με τη δύση η «ρωσική ψυχή παρουσιάζεται ως ένα μυθικό και μυστικιστικό φαινόμενο. Η εξυπνότητα επί τη βάσει του ορθολογισμού αποτελεί μία δυτική «ασθένεια», είναι εξυπνότητα   χωρίς σοφία και έχουν υπογραμμίσει την ηθική αναγκαιότητα, όπως αυτή εξυμνείται στα έργα του Ντοστογιέφσκι  π.χ. «ένα πρόσωπο μπορεί να είναι σοφό, αλλά γα τον σκοπό των ενεργειών η εξυπνότητα δεν είναι επαρκής» ή και το άλλο «  αυτό που για εμάς είναι αληθές , αποτελεί για την Δύση κάτι το ξένο».

Το κύριο σκεπτικό του Ντοστογιέφσκι έγκειται στ ό,τι τα ανθρώπινα προβλήματα δεν μπορούν να επιλυθούν μέσω της νοημοσύνης, αλλά μέσω τηςε χριστιανικήςπίστης  καθώς και της «σοφίας της καρδιάς». Διαπιστώνουμε, ότι ο μυστικισμός της ορθόδοξης εκκλησίας  έχει καθοριστικά επηρεάσει όλη την ζωή του ρωσικού λαού. Επίσης και ο άλλος γίγας της ρωσικής λογοτεχνίας ο Τολστόϊ επισημαίνει εντόνως την «καθαρότητα» του ρωσικού λαού και την απαράμιλλη ικανότητά του να βρει τη σωτηρία στην χριστιανική πίστη.

Οι αντίπαλοι του δυτικού πολιτισμού εχουν ονομασθεί «Σλαβόφιλοι», στους οποίους ανήκε και ο Πέτρο Κιριγιέφσκι, ο οποίος επισημαίνει τη μεγάλη δαφορά μεταξύ του δυτικού και του «ρωσικου πνεύματος ως εξης : Το δυτικό πνεύμα οδηγεί στον ατομικισμό (εδώ μπερδεύει εκουσίως τις έννοιες ατομικισμός και ατομικότητα) και δεν είναι σε θέση να βοηθήσει τον άνθρωπο να εννοήσει τον κόσμο στην ολότητά του, ενώ το ρωσικό πνεύμα, βασιζόμενο στη χριστιανική πίστη  μπορεί να αντιληφθεί την ουσία των πραγμάτων στην ολότητά τους.

Είναι οφθαλμοφανές, ότι αυτές οι αντιλήψεις ανταποκρίνονται στην προκαπιταλιστική εποχή και όντως αντικατοπτρίζουν πιστά τη ρωσική πραγματικότητα, και στην  ουσία τις χαρακτηρίζει μία αφάνταστη πολιτισμική καθυστέρηση. Είναι λίαν ενδιαφέρον, ότι τέτοιες γνώμες στη Ρωσία εκφράζονται όχι μόνον από Θεολόγους, αλλά και από πολιτολόγους  και μερικούς Φιλόσοφους. Το πιο αντιπροσωπευτικό παράδειγμα  είναι ο Αλεξάντερ Γκέλιεβιτς/ Ντούγκιν, περί τον οποίο λέγεται, ότι είναι σύμβουλος  με μεγάλη επιρροή  κορυφαίων Ρώσων πολιτικών μεταξύ αυτών και του Ρώσου προέδρου Πούτιν. Το πρυτανεύον σκεπτικό του είναι το εξής : α) Οι αξίες της Δύσης όπως π.χ. η δημοκρατία ο κοινοβουλευτισμός, οι ελευθερίες, τα ανθρώπινα δικαιώματα, η διάκριση των εξουσιών κτλ. δεν έχουν οικουμενική ισχύ. β) Ο «ρωσικός πολιτισμός» έχει διαμορφωθεί από τον  ορθόδοξο χριστιανισμό. γ) Ο «ρωσικός πολιτισμός» είναι δήθεν ανώτερος από τον δυτικό πολιτισμό. δ) Επομένως η Ρωσία δεν χρειάζεται τις προαναφερθείσες αξίες της Δύσης. ε) Είναι λοιπόν αναγκαίο να εγκαθιδρυθεί στην Ευρασία μία «καθαγιασμένη ρωσική αυτοκρατορία».

Το επικίνδυνο έγκειται, στο ό,τι αυτές οι φαντασιώσεις έχουνν τόσο μεγάλη απήχηση μεταξύ κορυφαίων  Ρώσων στρατιωτικών, ώστε να ανήκουν στα  υποχρεωτικά μαθήματα στις ανώτερες στρατιωτικές ακαδημίες.

2. Η Ρωσία είχε την ατυχία ιστορικών διαστάσεων που της έλειπε η άμεση πρόσβαση στον ελληνικό και στον ρωμαϊκό πολισμό, αλλά έχει παραλάβει πολιτισμό από την σχεδόν θεοκρατική Ανατολική Ρωμαϊκή Αυτοκρατορία (Imperium Romanum Orientalis)   χριστιανόρθόδοξης κοπής. Ετσι έχει διαπλασθεί μία Εικόνα της κοινωνίας και του ανθρώπου  που αναδεικνύει ισχυρά χαρακτηριστικά του μεσαίωνα, όπως π.χ. τον μυστικισμό, ο οποίος αποτελεί  το πιο καθοριστικό γνώρισμα της ορθοδοξίας, αν και έχουν επικρατήσει 70 έτη ενός ολοκληρωτικού και αθεϊστικού συστήματος.

3. Τα καθοριστικά γνωρίσματα της ρωσικής Εικόνας της κοινωνίας και του ανθρώπου  είναι τα εξής: Στην διάρκεια  αιώνων δεν έχει  δημιουργηθεί το άτομον, αλά σημειώνεται μόνον ο Ενας μεταξύ πολλών. Αυτός είναι ο λόγος που δεν υπάρχουν τα σημαντικά γνωρίσματα του ατόμου όπως π.χ. η αυτονομία, η ιδία υπευθυνότητα, η αυτοπεποίθηση και η βούληση του αποφασίζειν. Ο  Ενας έχει συνηθίσει, ότι άλλοι π.χ. προ της σοβιeτικής Επανάστασης ο «πατερούλης» ( Αττίλα από το Aττα: πατέρας στις τουρκικές γλώσσες)  Τσάρος ή η  κυβέρνηση τα κανονίζει  όλα. Σε ό,τι αφορά τον «κομμουνιστικό» ολοκληρωτισμό , αυτός   έχει αυτονοήτως απορρίψει a priori το άτομο και τον πολίτη.

4. Η ανυπαρξία του ατόμου και του πολίτη έχει ως συνέπεια την τελεία άγνοια περί την αλληλουχία μεταξύ των δικαιωμάτων και των καθηκόντων έναντι της κοινωνίας και του κράτους. Αλλά ακριβώς αυτό  είναι η conditio sine qua non (η τελείως απαραίτητη προϋπόθεση) για την δημιουργία της κρατικής συνείδησης  με την σημασία ότι ο πολίτης θεωρεί το κράτος ως δικό του. Ως ισοφάρισμα για  την ανυπαρξία της κρατικής συνείδησης ο Πούτιν έχει προωθήσει την διιαμόρφωση μίας υπερεξελιγμένης εθνικής συνείδησης.

Τοιουτοτρόπως υπήρχαν  πάντα και υφίστανται περαιτέρω ιδανικές προϋποθέσεις και συνθήκες για απολυταρχικά ή και ολοκληρωτικά συστήματα.  Επομένως  δεν  είναι περίεργο που ο Πούτιν είναι πολύ αγαπητός πολιτικός και κρατικός ανήρ στους Ρώσους. Στην ουσία ο Πούτιν αποτελεί ένα νέο ρωσικό «πατερούλη» καί  αυτός έτσι είναι για τους Ρώσους ο ιδανικός πολιτικός. Ο ρωσικός λαός εκτός από μίαν ασήμαντη μειονότητα  όντως δεν  είναι σε θέση να βιώσει κάτω απο δημοκρατικές συνθήκες. Το ίδιο ισχύει και για τους Λευκορώσους, εν μέρει και για τους Ουκρανούς που έχουν την ίδια ιστορία, θρησκεία και παράδοση καθώς και για τους άλλους χριστιανικούς πληθυσμούς της πρώην Σοβιετικής Ενωσης (Γεωργιανοί, Αρμένοι και Μολδαβοί).

Το ό,τι η Ρωσία έχει βγάλει μεγάλους συγγραφείς (Ντοστογιέφσκι, Τολστόϊ, Τσέχοβ, Τουργκένιεβ, Πάστερνακ και άλλοι) και μουσικοσυνθέτες (Τσαϊκόφσκι, Ρίμσκι/Κορσάκοβ, Σοστακόβιτς, Ραχμάνινοβ , Στραβίνσκι και πολλοί αλλοι), δεν δύναται να αλλάξει την επικρατούσα γενική εικόνα.

Δημοσιευθέν στα Γερμανικά: Die Zeit (7.12.18, 11.3.20), Münchner Merkur (8.12.18) und Facebook :Neue Zürcher Zeitung  (4.1.19, 16.4.19), Der Tagesspiegel  (14.1.19), Münchner Merkur, Wiener Zeitung (11.3.20)

Russland und Russen, Eine Analyse aus Sicht der Geschichte und der Ethnologie, Orthodoxie Russische und Ukrainische

Russland und Russen, Eine Analyse aus Sicht der Geschichte und der Ethnologie,Orthodoxie Russische und Ukrainische

Es besteht die Gefahr, dass wir aus lauter Bäumen den (russischen) Wald nicht sehen. Daher möchte ich die Reaktion bitten, den folgenden Fachkommentar zu veröffentlichen, der sich auf  jahrzehntelange Vorarbeiten stützt.

Russland und Russen, Eine Analyse aus Sicht der Geschichte und der Ethnologie

Um die Russen und speziell die russischen Politiker besser verstehen zu können, bedarf es eines komplexen Herangehens, der die Geschichte und die Ethnologie in Betracht zieht.

1. Russland gehört zu jenen europäischen Ländern, die weder die Renaissance noch die Aufklärung (es gab nur Ansätze : Lomonossow),, noch die bürgerliche Revolution, noch die Demokratie, noch den Rechtsstaat, noch das Individuum, noch den  citoyen, noch die bürgerlichen Freiheiten und schließlich noch die Menschenrechte gekannt haben. Es gibt insbesondere keine demokratische Tradition und als Konsequenz auch   kein Demokratiebewusstsein.

Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jh. haben russische Intellektuelle die Ratio (Vernunft) der europäischen Aufklärung schroff abgelehnt. Dabei  führten sie  folgende Hauptargumente  ins Feld :

a)  Die westliche Denkart sei unterentwickelt, weil sie sich ausschließlich  auf die Ratio stützt und infolgedessen dem Menschen nicht helfen kann, den „richtigen Weg“ zu finden. Im Unterschied vom Westen würde sich die „russische Seele“ als eine mythische und mystische Erscheinung präsentieren. Sie  betrachteten die rationalistische Klugheit  als eine westliche “Krankheit“ und zwar als reine Klugheit  ohne Weisheit und zugleich betonten sie die moralische  Notwendigkeit , wie sie in den bekannten Romanen Dostojewskis verherrlicht wird wie z. B. „Eine Person kann weise sein, aber zum weisen Handeln reicht die Klugheit nicht aus .” Oder das Vielsagende, „Das für uns wahrhaftige ist für Europa fremd“.

Der Hauptgedanke Dostojewskis besteht darin, dass menschliche Probleme nicht durch die Vernunft , sondern durch den christlichen Glauben sowie durch die „Weisheit des Herzens“ gelöst werden können. Dem Wesen nach hat die Mystik der orthodoxen Kirche das gesamte Leben des russischen Volkes durchdrungen.  Auch der andere Literaturriese Lew Tolstoi unterstreicht die „Reinheit“ des russischen Volkes und seine Fähigkeit, die Rettung im christlichen Glauben zu finden.

Die Gegner des Westens wurden als „Slawophile“ genannt, zu denen auch Petro Kirijewski gehörte, der auf den großen Unterschied zwischen  dem westlichen und dem „russischen Geist“ folgendermaßen hinwies : Der westliche Geist führe zum Individualismus (Verwechslung der Individualität mit dem Individualismus) und hilft dem Menschen nicht dazu, die Welt in ihrer Gesamtheit zu verstehen, während der „russische Geist“ , gestützt auf den christlichen Glauben  in der Lage ist, das Wesen der Dinge in ihrer  Gesamtheit zu erfassen.

Es fällt auf, dass solche Auffassungen eher der vorkapitalistischen Zeit entsprachen und eigentlich die russische Realität fast getreu widerspiegelten. Ihre Rückständigkeit ist durch nichts zu überbieten.

Das unfassbare ist, dass derartige Ansichten  in Russland in erster Linie von Theologen  aber auch von Politikwissenschaftlern und einigen Philosophen vertreten werden.  Es sei in erster Linie Alexander Geljewitsch – Dugin erwähnt, der im allgemeinen als einfußreicher Berater führender Politiker , einige meinen er sei Berater auch   Putins, gilt . Seine Kernthesen sind die folgenden : a) Die Werte des Westens wie Demokratie, Parlamentarismus, Freiheiten, Menschenrechte etc. seien nicht universell. b) Die “russische Zivilisation“ sei vom orthodoxen Christentum geprägt c) Die russische Zivilisation“ sei der westlichen Zivilisation überlegen. d) Infolgedessen  Russland benötige nicht die westlichen Werte. e) Es sei notwendig,  ein sacrales  Großreich unter der Führung Russlands in Eurasien zu schaffen.

Das gefährliche dieser Phantasien besteht darin, dass sie vor allem bei höheren Militärs Anklang finden.  Seine Schriften gehören zur Pflichtliteratur an den russischen Militärakademien.

2. Russland hatte das  große historische Pech, nicht wesentliche Elemente der griechisch-römischen Kultur, sondern die christlich geprägte Kultur des byzantinischen Reiches (korrekter des Oströmischen Reiches) und vor allem den Orthodoxen Glauben übernommen zu haben. Hierdurch ist ein Gesellschafts- und Menschenbild entstanden, das starke mittelalterliche Züge aufweist , wobei die Mystik als essentielles Element der Orthodoxie eine große Rolle gespielt  und weiterhin spielt , obwohl  mehrere Jahrzehnte ein atheistisches  Regime herrschte.

3. Die wesentlichen Elemente dieses Gesellschafts- und Menschenbildes sind die folgenden :

Jahrhundertelang  konnte kein Individuum geformt werden , vielmehr war und ist der Einzelne einer  in der Masse. Somit fehlen die  wesentlichen Eigenschaften des Individuums wie z.B. die Autonomie , die Eigenverantwortung und  der Entscheidungswille. Der Einzelne hat sich daran gewöhnt, dass andere, z. B. vor der Oktoberrevolution das Väterchen (Übersetzung des Wortes Attila (Atta =Vater)  aus den Turksprachen)   Zar oder die Regierung alles für ihn regeln. En passant sei auch  der  kommunistische Totalitarismus  erwähnt, der das Individuum  ohnehin  fast eliminiert hat.

4. Weil das Individuum fehlt, konnte und kann sich kein moderner Bürger herausbilden, der normalerweise von der Wechselbeziehung von Rechten und Pflichten ausgeht. Aber gerade dies ist die conditio sine qua non für die Existenz eines Staatsbewusstseins.  Jedoch als Kompensation für das fehlende Staatsbewusstsein   ist speziell unter Putin zielgerichtet ein überdurchschnittlich starkes Nationalbewusstsein geschaffen worden.

Somit gab es und weiterhin gibt es immer ideale Voraussetzungen für absolutistische, autoritäre und sogar totalitäre Regime.   Daher ist es kein Wunder, dass Putin beim russischen Volk offenkundig beliebt ist. Dem Wesen nach ist Putin das „Väterchen“ Zar. Es kann somit konstatiert werden, dass Putin für Russland der richtige führende Politiker ist. Das russische Volk kann tatsächlich mit der Demokratie nicht viel  anfangen. Gleiches gilt und für das bielorussische und sogar im Prinzip auch für das ukrainische Volk sowie für die anderen Völker mit orthodoxer Tradition (z.B. Georgier, Armenier, Moldawier, Rumänen, Bulgaren, Serben, Montenegriner und teiweise auch Griechen) . Über die Griechen schreibt z.B.der angesehene Philosoph Stelios Ramfos, sie seien seit 200 Jahren unterwegs nach  Europa ohne es jedoch erreicht zu haben.
Der Weg der erwähnten Völker nach Europa wird wahrhaftig noch mehrere Jahrzehnte dauern.

Dass speziell Russland hervorragende Schriftsteller wie z.B.  Fjodor Dostojewski, Lew Tolstoi, Anton Tschechow, Iwan Turgenjew, Boris Pasternak et alt.  und Komponisten wie z.B. Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Nikolai Rimski-Korsakow, Dmitri Schostakowitsch , Sergei Rachmaninow, Igor Strawinsky et alt.   hervorgebracht hat, ändert nicht viel an dieser Feststellung.

Die Zeit (7.12.18, 11.3.20), Münchner Merkur (8.12.18) und Facebook :Neue Zürcher Zeitung  (4.1.19, 16.4.19), Der Tagesspiegel  (14.1.19), Münchner Merkur, Wiener Zeitung (11.3.20)

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Russisch-Ukrainischer Kirchenstreit

1. Russland und die Ukraine gehören zu den europäischen Staaten sui generis, weil sie genauso  wie andere Staaten Osteuropas und des gesamten Balkan mit orthodoxer Tradition weder die Renaissance, noch die Aufklärung, noch die bürgerliche Revolution, noch den bürgerlichen Staat, noch eine funktionierende Demokratie  hatten. So betrachtet,  sind sie in erster Linie  in geographischer Hinsicht Teil Europas. Kurzum, sie sind in politischer Hinsicht zurückgebliebene Staaten, deren Zukunft  sehr ungewiss ist.

2. Für diesen Zustand gibt es mehrere Gründe, aber  der wichtigste ist in der  extrem negativen Haltung  der orthodoxen Kirche  zu den welthistorischen Europäischen Aufklärung zu suchen. Das Welt-, Gesellschafts- und Menschenbild der Orthodoxie ist theozentristisch und nicht anthropozentristisch orientiert, wodurch die Herausbildung des selbstbewussten Individuums und des staatstragenden  Bürgers massiv verhindert worden ist.

3. Dennoch ist die identitätsstiftende  und identitätssichernde Rolle der Orthodoxie  bei der Ethnogenese in Ost- und in Südosteuropa nicht zu unterschätzen. Sowohl allgemein , als auch  konkret vermittels der Autokephalie der jeweiligen Nationalkirche konnte eine eigene  nationale Identität geschaffen werden. Genau so war es bei den  Balkan-Völkern. im 19. und im 20 Jh. So ist es normal, dass die ukrainische Kirche sich von der russischen Kirche trennt und  mit der Hilfe des Ökumenischen Patriarchats der Orthodoxie Autokephalie im Sinne einer Nationalkirche erlangt. Hierdurch wird die eigene nationale Identität wesentlich gestärkt. ES sei  en passant darauf verwiesen, dass die Russische Kirche bereits im 16. Jh. mit Zustimmung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel die Autokephalie erlangt hat.

4. Aber dadurch werden vitale Wirtschaftsinteressen der russischen orthodoxen Kirche als  auch allgemein des Imperium Russicum  direkt berührt. Beide Kirchen befinden sich nunmehr in einem unchristlichen feindlichen Zustand genauso wie im allgemeinen Russland und die Ukraine.

5. Zugleich kann die russische Kirche ihre jahrhundertealten Träume über die Erlangung der Führung der gesamten Orthodoxie  und die Verwandlung Moskaus  zu ihrem Zentrum endgültig begraben.  Wer sich mit dem Ökumenischen Patriarchat streitet, zieht letzten Endes den Kürzeren. Neue Zürcher Zeitung (17.12.18)

Der Spiegel (19.10.18), Wiener Zeitung (15.12.18), Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung (17.12.128)