Venezuela und das Einmischungsverbot, Eine Völkerrechtliche Betrachtungsweise

Venezuela und das Einmischungsverbot, Eine völkerrechtliche Betrachtungsweise

Hauptprämisse : Venezuela ist ein unabhängiger Staat. Die  Ausgestaltung der politischen und ökonomischen Ordnung sowie mögliche interne Auseinandersetzungen gehören  zu seinen inneren Angelegenheiten., d. h., dass andere Staaten sich nicht einmischen dürfen.

Das Völkerrecht stützt sich in erster Linie auf sieben grundlegende Prinzipien, die in ihrer Bedeutung,  Zielstellung  und Komplexität fast als „Verfassungsgrundsätze“ der internationalen Rechtsordnung betrachtet werden. Zu ihnen  gehört auch das im Artikel 2, Ziffer 7 der UNO-Charta verankerte Prinzip des Verbotes der Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten.. Dieses Prinzip ist in einem anderen UNO-Dokument, welches als zweitwichtigstes gilt, in der UNO-Prinzipien-Deklaration  (Kurztitel) von 1970 authentisch, das heißt verbindlich wie folgt interpretiert worden  :

„Kein Staat und keine Staatengruppe hat das Recht, unmittelbar oder mittelbar, gleichviel aus welchem Grund, in die inneren oder äußeren Angelegenheiten eines anderen Staates einzugreifen. Folglich sind die bewaffnete Interven-tion und alle anderen Formen der Einmischung oder Drohversuche gegen die Rechtspersönlichkeit eines Staates oder gegen seine politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Teilelemente völkerrechtswidrig.

Ein Staat darf keine wirtschaftlichen, politischen oder sonstigen Maßnahmen gegen einen anderen Staat anwenden oder ihre Anwendung begünstigen, um von ihm die Unterordnung bei der Ausübung seiner souveränen Rechte zu erlangen oder von ihm Vorteile irgendwelcher Art zu erwirken. Auch darf ein Staat keine auf den gewaltsamen Umsturz des Regimes eines anderen Staates gerichteten subversiven, terroristischen oder bewaffneten Aktivitäten organisieren, unterstützen, schüren, finanzieren, anstiften oder dulden und nicht in interne Konflikte in einem anderen Staat eingreifen.

Die Anwendung von Gewalt mit dem Ziel, Völker ihrer nationalen Identität zu berauben, stellt eine Verletzung ihrer unveräußerlichen Rechte und des Grundsatzes der Nichtintervention dar.

Jeder Staat hat das unveräußerliche Recht, sein politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles System ohne Einmischung irgendwelcher Art durch einen anderen Staat zu wählen. „

Diese Bestimmung ist eindeutig und lässt keine Fehlinterpretationen zu.

Im Falle Venezuelas stellen folgende Handlungen  eine Verletzung des Einmischungsverbotes dar : offizielle Unterstützung bis hin zur Anerkennung der Opposition, durch mehrere Staaten, Druckausübung seitens vor allem der USA auf die Regierung, die in den internationalen Beziehungen den  Staat  Venezuela als Völkerrechtssubjekt vertritt, Einleitung von Maßnahmen ökonomischen Charakters gegen die Regierung.

Sollte es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen, so ist es nach Völkerrecht  strengstens verboten,  andere Staaten (z.B.Russland, China.Kuba etc.) um militärische Unterstützung zu bitten. Sollte es jedoch zu einer militärischen Intervention seitens anderer Staaten, z.B. seitens der USA kommen, dann wäre ein Ersuchen der Regierung  Venezuelas an befreundete Staaten (z.B. Russlands) um militärische Unterstützung gemäß Artikel 51 der UNO-Charta (individuelles und kollektives Selbstverteidigungsrecht im Falle eines Angriffs ) völkerrechtsgemäß.

Das völkerrechtliche Einmischungsverbot ist  jedoch nicht absolut,weil unter Umständen Situationen entstehen können die nicht unbedingt zu den inneren , sondern zu den internationalen Angelegenheiten der Staaten gehören .  Dabei geht es um systematische und schwerwiegende Verletzungen der grundlegenden Freiheiten und Menschenrechte oder im schlimmsten Fall um Genozid (Völkermord),   wodurch der Weltfrieden und die internationale Sicherheit gefährdet werden können.   Dann ist es  grundsätzlich möglich, auch unter Verwendung von Gewaltmaßnahmen gegen einen Staat vorzugehen. Hierüber entscheidet allerdings der UNO-Sicherheitsrat als höchstes Organ der UNO auf der Basis des Enstimmigkeitsprinzips.  Sollte jedoch eine Organisation ohne diese conditio sine qua non militärische Maßnahmen einleiten, dann wäre dies nichtals “humanitäre Intervention”, sondern als eine völkerrechtswidrige Handlung einzuschätzen.

Die Zeit , Münchner Merkur (4.5.19), Tagesspiegel (26.1.19, 11,3.19) , Neue Zürcher Zeitung Facebook und Frankfurter Allgemeine Zeitung Facebook (28.1.19), Süddeutsche Zeitung (29.1.19), De Zeit (4.2.19). Zeit Facebook (4.5.19)

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Heuchelei der USA und Einmischung

Die USA unterschätzen die Gedächtniskraft der normal denkenden Menschen. Wie war es doch im Falle des Irak ? Angeblich hätte der Irak biologische oder sogar Atomwaffen (die amerikanischen Geheimdienste haben gelogen und zugleich ist ihre Unfähigkeit evident geworden). Angeblich hätte Saddam Hussein die Taliban und die Al Kaida unterschtützt. Auch in diesem Falle hat die USA-Regierung gewaltig gelogen. Angeblich wollten die USA den Irakern die Demokratie beibringe etc.
In Wahrheit ging es einzig und allein um die Herrschaft über das irakische Erdöl. Busch jr. und sein Vize Cheney haben bekanntlich Verträge über den Ankauf von Rechten an diesem Erdöl geschlossen
Letzten Endes haben die USA dummerweise und verantwortungslos durch den Sturz des irakischen Diktators das militärische Gleichgewicht in dieser empfindlichen Region zerstört und außerdem objektiv zur Stärkung der antiwestlichen Kräfte, insbesondere zur Gründung des „Islamischen Staates“ beigetragen. En passant ist es zu gewaltigen Flüchtlingsströmen im Orient mit verheerenden Folgen für die europäischen Staaten gekommen.
Wenn die heuchlerische Regierung der USA sich angeblich für die Menschenrechte und Freiheiten der Menschen in diktatorischen Regimen interessieren, dann hätten sie dafür zuerst in Saudi-Arabien was unternehmen können.
Die Lösung des gegenwärtigen Problems in Venezuela stellt eine innere Angelegenheit der Venezolaner dar.
Die Zeit Facebook (11.2.19), Der Tagesspiegel (11.3.19)

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USA und Venezuela

US – Aussenminister Pompeo sagt in einem Interview auf “Fox” , dass sich die Hisbollah in Venezuela festgesetzt hat.Er redet über eine “unmittelbare terroristische Bedrohung der USA” ,etc. , etc..Und die Interviewerin / Moderatorin Trish Regan beschreibt die schlimmsten Bedrohungsszenarien:
https://www.youtube.com/w
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Ich glaube nicht, dass irgendein verantwotlicher Politiker den Aussagen amerikanischer Politiker Glauben schenkt.
Es sei daran erinnert, dass der damalige USA-Außenminister Colin Powell expressis verbis zugegeben hat , immerhin im Sicherheitsrat der UNO gelogen zu haben, wofür er sichsehr schämt. Das war ein Hammer.
Was zum Teufel haben die Hisbollas in Venezuela zu suchen ? Diese “Bedrohungsszenarien” sind , wie es scheint, für den rückständigen Teil der amerikanishen Bevölkerung vorgesehen, der Trump gewählt hat und immer noch daran glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Die Zeit (11.2.19)

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Die gesamte US-Außenpolitik ist interessenegoistisch ausgerichtet. Die amerikanischen political scienses und insbesondere die Theorie of international relations haben rein apologetischen Charakter und haben mit Wissenschat nicht viel zu tun. Sie haben ganze Pseudotheorien erarbeitet, um die amerikanischen “nationalen Sicherheitsinteressen ” in der ganzen Welt zu verteidigen . Die Zeit (24.2.19)

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Die diplomatische Anerkennung bezieht sich nach Völkerrecht sowie nach Diplomatenrecht auf den Staat in seiner Eigenschaft als Völkerrechtssubjekt (Träger von Rechten und Pflichten in den internationalen zwischenstaatlichen Beziehungen) und nicht auf Funktionsträger oder Regierungen. Letzteres gehört zu den inneren Angelegenheiten der Staaten.
Das “Legitimitäts”-Prinzip durch äussere Kräfte widerspricht dem Völkerrecht, denn es gibt recht unterschiedliche sogar konträre politisch-ökonomische Systeme.

Die Zeit (27.3.19)

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Surrealismo Latinoamericano

In den Liedern in Lateinamerika wird die Formulierung „SURREALIMO LATINO“ ziemlich oft verwendet. In der Ethnologie ist die Formulierung etwas abgewandelt (SURREALISMO LATINOAMERICANO“. Gemeint ist die in Lateinamerika übliche Verwechselung von Wunschträumen und unangenehmer Realität.
Aus eigener Erfahrung auch direkt in Lateinamerika bei der Weiterbildung von Wissenschaftlern ist mir bekannt, dass es sich hierbei um einen prägenden Charakterzug der Mentalität handelt. Jedoch hierdurch entstehen große Probleme hinsichtlich der Zuverlässigkeit.
Erkenntnidstheoretisch betrachtet, geht es beim señor Guaidó um eine verzerrte Widerspieglung der objektiven Realität. Ohne die Generalität ,die in ihrer Mehrheit aus den ärmeren Schichten des Volkes stammt, kann er nichts erreichen. Vor Chaves war die Herkunft der höheren Militärs eine ganz andere : Sie entammten grösstenteils der oberen Mittelschicht und vor allem der OLIGARCHIE, die natürlich die Macht wieder übernehmen möchte. Die Zeit (4.5.19)

 

Venezuela, Politik, Wirtschaft oder die Irrwege des Chavismo-Madurismo

Venezuela , Anspruch und Realität oder der Irrweg des Chavismo -Madurismo

Zuerst sei klargestellt, das der Chavismo) von Chaves)  sich um die armen , jahrzehntelang   von der Oligarchie vernachlässigten armen Bevölkerungsschichten, um die campesinos (Bauern) und die Arbeiter gekümmert hat. Es ist also kein Zufall, das heute der Madurismo in Fortsetzung des Chavismo, sich in sozialer Hinsicht in erster Linie gerade auf diese Schichten stützt. Das System  hat sich jedoch auf das Erdöl konzentriert, von dem etwa 90% der Gesamteinnahmen  stammen, ohne in der Wirtschaft und in der Gründung von Fabriken zu investieren, wodurch Arbeitsplätze hätten geschaffen können. So verfügte der Staat relativ viele Finanzen, die teilweise für die Begleichung von Schulden anderer Lateinamerikanischer Staaten verwendet wurden, jedoch das Volk lebte  nicht viel besser als vor der Ergreifung den macht durch den linksnationalisten  Chaves.

Die Wirtschaft wurde allmählich ruiniert. Vor dem Chavismo gab es in Venezuela fast 30 tausend Fabriken , aber heute existieren gerade noch 8 tausend. Die meisten Fabrikbesitzer haben    aus  Verzweifelung das Land verlassen . Die Erdöleinnahmen wurden für die Einfuhr von Industriegütern und Lebensmitteln verwendet, wobei 50% davon aus den USA stammen.

Parallel dazu Venezuela exportiert  80% des Roherdöls in die  USA, wo das in Texas in speziellen Einrichtungen gereinigt wird, die zwar Venezuela gehören, das allerdings dafür sehr hohe Steuern zahlt Dabei sind die Fachleute ausnahmslos Nordamerikaner, während all dies vor Chaves  in Venezuela erfolgte. Aber die Regierung hat es fertig gebracht, dass die eigenen Fachleute sukzessive nach Nordamerika ausgewandert sind. Inzwischen speziell unter Maduro hat sich die Wirtschaftslage dramatisch verschlechtert, so  dass Venezolaner massenweise  das Land verlassen. , um dem Elend und dem Hunger zu entgehen. ES ist also eine in sozialer Hinsicht eine explosive Situation entstanden.

Auf politischem  Gebiet hat  bereits Chaves die meisten Freiheiten  der Bürger und die Menschenrechte eliminiert. Das von ihm geschaffene politische System ist  nicht nur autoritär, sondern  weist bereits unter Maduro wesentliche Elemente einer Diktatur aus. Die Trennung der Gewalten im Staate ist de facto aufgehoben dadurch, dass der Justizapparat  nur aus Anhängern des Systems besteht. Bei der Armee als entscheidende Machtbasis sind alle  höheren Offiziere persönliche Freunde des Chaves aus seiner Armeezeit gewesen.

In internationaler  Hinsicht, ist Venezuela isoliert. Nur Kuba  und Nikaragua unterhalten mit  diesem Staat gute Beziehungen, aber in Verbindung mit der bedrohlichen Entwicklung in Venezuela und angesichts einer möglichen Militärintervention der USA, haben sich die wichtigsten autoritär regierten Staaten wie Russland, China, Türkei und Kuba   als Unterstützer gemeldet.

Schlussfolgerungen : a) Die sozialistischen oder pseudososialistischen Experimente sind auch in Lateinamerika misslungen. b) Die Linken, egal welchen Couleurs, sind total unfähig, eine Wirtschaft aufzubauen. Immer, wenn sie die Macht übernehmen, bricht die Wirtschaft zusammen.  c) Unabhängig von dem politisch-ökonomischen System, packen es die Lateinamerikaner leider nicht.

.Panos Terz , Professor Dr.Dr.sc./Dr.habil., a.D.,  Universität Leipzig, Vizedirektor des Instituts für internationale Studien, Leiter des Wissenschaftsbereichs Völkerrecht, Universidad Santiago de Cali, Assesor scientifico General
.Eduardo Buelvas  Pastrana ,Professor Dr., Universität Leipzig,  ehem. Rector del Universidad Santiago de Cali, , Pontificia Universidad  Javeriana Bogota , Direktor del Instituto de Relaciones Internacionales y Derecho Internacional
.Mario  A. Quintero   LLM , Dr.jur., Universidad Santiago de Cali, Universität Leipzig , Universität Hamburg, Pontificia Universidad Javeriana Bogota

Die Zeit , Münchner Merkur (4.5.19) und Tagesspiegel (26.1.19, 1.2.19) , folgend in Facebook-Ausgabe vom 25.1.19 :  Wiener Zeitung, Süddeutsche Zeitung, ferner Neue Zürcher Zeitung  Facebook (28./29.1.19, 2.5.19) , Die Zeit (24.2.129) Zeit Facebook (4.5.19)

 

 

Lateinamerika, Venezuela, Mentalität

Venezuela unter Beachtung lateinamerikanischer Befindlichkeiten

Um die Situation in Venezuela (Kleines Venedig) besser  verstehen zu können , bedarf es unbedingt der Beleuchtung des historischen, ethnologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Rahmens, der  in ganz Lateinamerika etliche Gemeinsamkeiten ausdrückt :

1.Diese gewaltigen Gebiete  wurden von den spanischen Conquistadores  mit größer Brutalität erobert  und regelrecht jahrhundertelang ausgebeutet.

2.Die Frauen der Indigenas (Ureinwohner) wurden  massenweise vergewaltigt (noch heute gilt die Vergewaltigung als Kavaliersdelikt) wodurch  eine Mischbevölkerung entstanden ist. Hinzu kamen die afrikanischen Sklaven , die sich ebenfalls mit den Indigenas , den Weißen und den Mestizos vermischt haben. Somit können wir in den meisten lateinamerikanischen Ländern neben den Vertretern von Indigenas, von Weißen und von Afrikanern, die Mestizos ( Mischung von Einheimischen und Weißen), die Mulatos (Mischung von Weißen und Afrikanern) sowie verschiedenen Mischungen,  zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen  was sich in den vergangenen Jahrhunderten sukzessive vollzogen  hat.

3.In der inoffiziellen, aber reell vorhandenen sozialen Pyramide stehen die Weißen ganz  oben, ihnen folgen die Mulatten, danach folgen de Mestizos  und an letzter Stelle befinden sich die Nachkommen  der Ureinwohner. Nur in  Mexiko rangieren die Mestizos vor den Afrikanern. Aus dieser sozialen Pyramide lässt sich die Schlussfolgerung ableiten, dass die Gesellschaft ethnologisch betrachtet, gespalten ist.

Es existiert  noch eine Spaltung, die noch größer und  verheerender ist : Zwischen der Mehrheit der Armen Menschen  vor allem der campesinos (Bauern)   auf der einen Seite und der Oligarchie , bestehend   vorwiegend  aus  Latifundistas (Großgrundbesitzer) , Großhändlern , höheren Beamten und Offizieren und in den entwickelten Ländern kommen  hinzu  Industrielle. Die Mittelschicht ist relativ schwach, oder gar nicht existent. Sie versucht, zu der Oligarchie vorzustoßen.

4. Die lateinamerikanischen Gebiete wurden nicht gerade von den entwickelsten..  europäischen Staaten kolonisiert  (Spanien und Portugal), die immer noch mit großen ökonomischen und sozialen Problemen  konfrontiert werden. En passant sei erwähnt, dass in beiden Ländern jahrzehntelang Diktaturen herrschten. Im unterschied dazu, wurde Nordamerika mitunter von europäischren Eliten kolonisiert, woraus sogar die heutige Supermacht USA hervorgegangen ist.

5. Den Ureinwohnern wurde die katholische Variante des Christentums gewaltsam aufgezwungen,  aber im Katholizismus sind solche ethischen Kernsätze wie Arbeitsliebe und Leistungsprinzip nicht gerade verbreitet.  Gerade diese ethischen und religiösen Grundsätze sind die solide allgemeine  Basis für die rasante Entwicklung der USA, die wie ein Magnet für die Lateinamerikaner  wirken.

6. Die Lateinamerikanischen Völker haben keine Renaissance und keine Aufklärung erlebt (Individuum, freies, logisches und vor allem kritisches Denken, Befreiung von religiösem Aberglauben) und vor allem keine bürgerliche Revolution mit ihren welthistorischen Errungenschaften wie z. B der citoyen , die Demokratie, der moderne Staat, die Freiheiten der Bürger und die grundlegenden Menschenrechte, der Rechtsstaat, das Staatsbewusstsein   und das Rechtsbewusstsein  der Bürger.

Die Lateinamerikaner haben sich in einem reinen nationalen Unabhängigkeitskampf von der spanischen Kolonialherrschaft befreit  unter der Führung des Venezolaners  Simon Bolivar  (beachte den vollständigen Namen :  Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar y Ponte Palacios y Blanco) genannt in ganz Lateinamerika „El Libertador“ (“Der Befreier“), war übrigens ein Latifundista und ideologisch zwar Anhänger der Französischen Revolution , aber seine Vorliebe galt in erster Linie dem Freimaurertum., d h. abstrakte Gerechtigkeit, keine  konkrete soziale Gerechtigkeit. Die vor etwa zwei hundert Jahren entstandenen unabhängigen Staaten haben fleißig die französische Verfassung  und die Gesetze kopiert, jedoch dafür gab es nicht im geringsten die politischen, sozialen und vor allem ökonomischen  Voraussetzungen. Kurzum : die Basis entsprach nicht dem Überbau. Das Unvorstellbare besteht darin, dass diese Länder die umfangreichsten Verfassungen der Welt haben, aber sie können nicht effektiv sein.

7. Es ist also kein Zufall, dass die  meisten Lateinamerikanischen Länder keine richtig  funktionierende Staaten und  Gerichte und insgesamt  keine entwickelte Demokratie besitzen, Se werden von Diktatoren oder von autoritären Regimen beherrscht. Dabei liegt die Korruption in der DNA dieser Staatsgebilde.

8. Unter den oben erwähnten Bedingungen in ihrer Komplexität ist eine eigenartiges Grundverhaltensmuster (Mentalität) entstanden, welches die folgenden Charakteristika aufweist :

a) Emotio vor Ratio , bekannt international auch als surrealismo  Latinoamericano , d. h. starke Verwechslung der Wunschträume mit der Realität. Dies kommt zutreffend in dem Musical  „Evita“  zum Ausdruck :  „Son ilusiones No son las soluciones“ : „Sie sind Illusionen, Sie sind nicht die Lösungen“.b) Viele Worte und wenige Taten, weil die Worte fast als Selbstzweck betrachtet werden. c) Fehlende Disziplin und Selbstdisziplin, Verwechslung der Freiheit mit der Anarchie. d) Das Leben  genießen und zwar nach Möglichkeit mit wenig Arbeit und geringster Anstrengung.  Es sei daran  erinnert , dass Fidel Castro sich nach nur wenigen Jahren „Sozialismus veranlasst sah, ein Zwangsarbeitsgesetz  zu verabschieden. e) Unzureichend entwickelte Eigenschaften wie Organisationstalent, Systematik, Methodik, Dynamik, Zielgerichtetheit, Willensstärke, Geduld und vor allem Ausdauer. f) Fehlen des Gemeinsinns und der  Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Für das eigene Versagen werden andere verantwortlich gemacht. g) Unterentwickeltes Rechtsbewusstsein, aber dafür ein überdurchschnittlich entwickeltes Rechtsgefühl, welches natürlich extrem subjektiv und fast voluntaristisch interpretiert wird.

Wenn aber Lateinamerikaner in  Ländern mit protestantischer  Tradition  studieren, passen sich dort an  und vermögen, ausgezeichnete Leistungen zu erbringen. Wir haben diesbezüglich große Erfahrungen gemacht.

Diese Mentalität ist möglicherweise der Hauptgrund dafür, dass die Lateinamerikaner jahrzehntelang  eine leichte Beute für die pragmatischen und dynamischen Nordamerikaner  waren und  vielleicht noch sind.

9. Die USA betrachteten bis zum Präsidenten Clinton  die Länder Lateinamerikas als Hinterhof und Einflusssphäre ( z.B. Monroe-Doktrin). Der amerikanische Geheimdienst organisierte  Putsche („Revolutionen“) ,gegen   unliebsame Regierungen und  sogar  während innerer Auseinandersetzungen wurde die amerikanische Regierung  von den „Aufständischen“ um Hilfe Gebeten und dann  setzte sie die Ledernacken in Marsch. Jetzt im Falle Venezuelas hat sich die amerikanische Regierung zunächst damit begnügt, den selbsternannten „Präsidenten“ sofort anzuerkennen.

10. Sollte der autoritäre  Linksnationalist  Maduro  gestürzt werden, so wird danach  nicht unbedingt die Demokratie triumphieren, sondern die Oligarchie wird, wie schon gehabt, die Macht übernehmen  und  sich ausschließlich um  ihr Reichtum  kümmern und natürlich  die campesinos  und die Arbeiter vernachlässigen. Danach werden sie massiv und extrem gewaltsam protestieren, und ein neuer Messias und Gerechtigkeits -Linkspopulist wird sich an die Spitze der Bewegung setzen und an die Macht kommen. All dies hat sich in Lateinamerika (z.B. in Argentinien, in Chile in Bolivien etc.) ziemlich oft wiederholt .

Münchner Merkur, Die Zeit (25.1.19), Tagesspiegel (26.1.19). Weiter in der Facebook-Ausgabe : Süddeutsche Zeitung, Wiener  Zeitung, Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung (alle vom 25.1.19), Neue Zürcher Zeitung Facebook (28.1.19)

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Lateinamerikanische Politiker, Große Versager

Seit 200 Jahren sind die lateinamerikanischen Länder frei, jedoch ist es ihnen nicht gelungen, erfolgreiche Demokratien zu schaffen. Der Unterschied zwischen dem protestantisch geprägten Nordamerika (Arbeitsethik und Leistungsprinzip) und dem katholischen Lateinamerika ist gewaltig und wird nicht kleiner.

Unabhängig von der ideologischen und politischen Ausrichtung, alle Politiker Lateinamerikas versprechen das Blaue vom Himmel, aber letzten Endes versagen sie. Das einzige, was übrig bleibt, ist der wohlbekannte surrealismo latinoamericano.
Münchner Merkur (3.12.18)

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Lateinamerikanische Demokratien

Dem Wesen nach wird erneut bestätigt, daß die lateinamerikanischen Länder den Stand der entwickelten Demokratie noch nicht erreicht haben. Nach ihrer nationalen Befreiung haben sie lediglich die Vefassungen und die Gesetzgebung der europäischen Staaten übernommmen, aber hierfür fehlte das entsprechende sozialökonomische Fundament. Einige unter ihnen könnten sogar als Karrikaturen der Demokratie betrachtet werden. Wiener Zeitung (8.10.18)

 

 

Nation, Nationalismus, Patriotismus, Nationalbewusstsein

 

Nation, Nationalismus, Patriotismus, Nationalbewusstsein

Nach der Politologie und dem Völkerrecht haben die  termini scientifici Nation, Patriotismus und Nationalismus die folgende Bedeutung :

Nation : 1. Eine Menschengruppe ist davon überzeugt, dass ihre Mitglieder gemeinsame ethnische, sprachliche, historische, kulturelle, und  geographische Charakteristika besitzen.2. Durch diese Charakteristika unterscheiden sie sich von anderen Menschengruppen , die ihrerseits eigene Merkmale aufweisen.

Eins steht fest : Die Nation wird nicht so schnell verschwinden. Es sei auf das hochentwickelte Nationalbewusstsein der Amerikaner, der Russen, der Chinesen, der Japaner, der Franzosen , der Engländer, der Balkan-Völker etc.

Patriotismus: Bei ihm geht es in erster Linie um die emotionale Bindung eines Bürgers mit den Werten, die Kultur, die  Geschichte  und die Tradition seines Vaterlandes. Der Patriotismus ist mitunter verbunden mit Stolz. Der Patriotismus ist ein  Produkt der Französischen Revolution  von 1789. Sein Hauptträger ist der citoyen (Staatsbürger) , der das Wechselverhältnis von Rechten und Pflichten anerkennt.

Nationalismus : Es gibt zwei unterschiedliche Interpretationen : a)Nach der französischen Auffassung  ist der Nationalismus eine positive  Sache, die sich in Liebe  zu und in Stolz auf die eigene Nation ausdrückt (“Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé! Contre nous de la tyrannie, L’étendard sanglant est levé”). Die Balkanvölker haben diese Interpretationen übernommen.  b) Nach der deutschen  Interpretation ist der Nationalismus ein negatives Phänomen, weil die eigene Nation über die anderen Nationen erhoben wird. Es gab noch in der Vergangenheit den positiven Nationalismus in den jungen Nationalstaaten, entstanden im Kampf gegen den Kolonialismus.

Unabhängig von den dargelegten Interpretationen, das Nationalbewusstsein dürfte als etwas  Selbstverständliches betrachtet werden. Das darf jedoch nicht zu einer Abkapselung  oder zu der Überbetonung eigener Nationalinteressen a la „America first „ führen. Das Nationalbewusstsein befindet sich zwischen den beiden Extremen Ultranationalismus und linker Internationalismus.
Die Europäische Union hat nicht als Ziel die Beseitigung der europäischen Nationen. Möglicherweise wird es in der Zukunft neben dem Nationalbewusstsein auch ein gesamteuropäisches Bewusstsein geben.

Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung Facebook (23.1.19, 28.5.19)

Nord Mazedonien aus der Sicht der Theorie der Internationalen Beziehungen

Nord Mazedonien aus der Sicht der Theorie der Internationalen Beziehungen

Die Theorie der Internationalen Beziehungen hat folgende Hauptkategorien : Macht ( insbesondere Wirtschaftsmacht und Militärmacht), Einfluss (insbesondere Einflusssphären), , Interessen ( darunter strategische Interessen), Gleichgewicht der Kräfte und Gegengewichte, Rohstoffe , Absatzmärkte etc.Davon unterscheidet sich das Völkerrecht mit seinen Grundlegenden Prinzipien und den Normen.

Stellen wir in den Mittelpunkt der Betrachtungsweise die Interessen, so müssen wir zwischen den wichtigsten Interessenkategorien unterscheiden : übereinstimmende I., gemeinsame I., Parallelinteressen,  sich kreuzende I. und konträre (gegensätzliche ) I. .

Als Träger der unterschiedlichen Interessenkategorien treten hinsichtlich Nord Mazedonien in erster Linie die folgenden Staaten bzw. Organisationen auf :  die Nato, Griechenland, Russland, die Türkei, Serbien, Albanien und Bulgarien.

Die NATO ist stark daran interessiert, Nord Mazedonien in die Militärallianz aufzunehmen, um u.a. den Einfluss  Russlands in dieser neuralgischen Region zu eliminieren. Russland wiederum versucht mit allen Mitteln, die vorhandenen politischen und diplomatischen Beziehungen  zu festigen bzw. zu erweitern und den Einfluss der NATO auf Nord Mazedonien zu verhindern . Somit existieren zwischen der Nato und Russlands konträre Interessen, und es entsteht eine   Konfliktsituation.

Auch die Türkei versucht hin und wieder ihre Interessen zu realisieren und denkt dabei vor allem an die dort lebenden Türken  sowie an die muslimischen Albaner. Neuosmanische Phantasien dürften dabei auch ein Rolle spielen.  Die Türkei hat den demonstrativen Versuch unternommen, , die Rolle einer Schutzmacht  (Schutz von Griechenland) gegenüber Nord Mazedonien zu spielen. Hiermit  werden zwischen der Türkei und der Nato Parallelinteressen und zwischen der Türkei und Griechenland unterschiedliche Interessen konstatiert.

Serbien zeigt ebenfalls Interesse an der Entwicklung Nord Mazedoniens, wodurch zwischen Griechenland und Serbien Parallelinteressen entstehen.

Die Interessenlage Griechenlands und Nord Mazedoniens sind Veränderungen  unterworfen  Am Anfang herrschten  konträre Interessen vor , jetzt nach dem Vertrag sind zwischen den beiden Staaten gemeinsame Interessen festzustellen , die sukzessive zu einer Interessenübereinstimmung führen  können, die sich in engen ökonomischen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen äußern kann.

Die Zeit (21.1.19) , Neue Zürcher Zeitung  Facebook (26.1.19)

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Makedonen, Makedonien, Nord-Mazedonien,historisch, ethnologisch, überblicksmäßig

Makedonen, Makedonien, Nord-Mazedonien,historisch, ethnologisch,  überblicksmäßig

1.Im 8.Jh. v. Chr. überschritten die Griechisch-Dorischen Vorfahren (schwere archaische dorische Sprache, ausnahmslos griechische  Namen ) der Makedonen aus Epirus via Thessalien das Pierische (thrakisches Wort) Gebirge und eroberten sukzessive  Gebiete, in denen, abgesehen von einigen Küstenniederlassungen keine Griechen , sondern mehrere thrakische Stämme lebten, bei denen Orpheus der Gott der Musik war (Herodot : „musikfreudige Pieres“).  Orpheus wurde schnell in das hellenische Pantheon aufgenommen.

Im Norden lebten illyrische Stämme. Im Verlaufe der Jahrhunderte ist es selbstverständlich zu einer Vermischung der Griechisch-Makedonischen Eroberer mit thrakischen und mit illyrischen Stämmen gekommen. Hieraus sind die historischen Makedonen entstanden. Das griechische Element  und die griechische Kultur sowie die griechische Sprache konnten sich rasch durchsetzen , zumal die Thraker und die Illyrer weder über eine nennenswerte Kultur noch  über eine Schrift besaßen. Die Makedonen waren, genauso wie die Epiroten (die Mutter Alexanders Olympias war eine Epirotin) , rückständige und kriegerische Hirten und Bauern.

Sie wurden von den Athenern  aus kulturellen und insbesondere aus politischen Gründen zutiefst verachtet ( z.B. Demosthenes nannte sie in seinen vier Philippiken Barbaren ). Sowohl in dem Gründungsmythos (Abstammung aus Argos)  der Griechisch- Makedonischen Könige, als auch in der realen Geschichte, ist immer wieder die griechische Herkunft der Makedonen unterstrichen worden. So z.B.  Alexander der Große : «…αὐτός τε γὰρ Ἕλλην γένος εἰμὶ τὠρχαῖον καὶ ἀντ᾽ ἐλευθέρης δεδουλωμένην οὐκ ἂν ἐθέλοιμι ὁρᾶν τὴν Ἑλλάδα» : „weil  ich Grieche bin von altem Geschlecht und würde nicht sehen wollen, dass das freie Hellas  versklavt wird“ (Herodot, Buch Kalliope 45). Er meinte die Versklavung durch die Perser.

Durch beständige Eroberungen sind weitere thrakische und illyrische Gebiete erobert worden. Hierzu gehörte auch der südliche Teil des heutigen Nord-Mazedonien, von dem übrigens die berühmte Dynastie der Ptolemäer  (anfänglich Ktolemäer :die Kriegerischen) stammte.

Einzelne Historiker vertreten die Meinung, dass die historischen Makedonier keine Griechen, sondern lediglich eine Mischung von Thrakern und Illyrern seien. Hierüber gibt es jedoch keine überzeugenden Argumente. Wenn das so gewesen wäre, dann hätten  sich die Makedonen nicht zu Haupträgern der bekannten griechischen Hochkultur und der griechischen Sprache entwicken können.

Wie dem auch sei : Das bekannte historische Makedonien gehört unzweifelhaft zum griechischen kulturellen und historischen Erbe. Damit hat das slawischalbanischtürkische Nord Mazedonien nichts zu tun. Es gibt immer noch den common sense (gesunder Menschenverstand ).

2. Das Toponym Mekedonien in der  römischen, byzantinischen und türkischen Zeit

Das Toponym Makedonien  wurde  in der Zeit des Imperium Romanum  sehr extensiv verwendet : Mazedonien, Thessalien, Teile Thraziens und Illyriens. Die genauen Bezeichnungen  in Latein waren :  Provincia Macedonia, Macedonia Salutaris, Macedonia Prima und Macedonia Secunda.

In der byzantinischen Zeit (genau Imperium Romanum Orientalis) bezog sich der Name Makedonien als Provinz in erster Linie auf Ost -Thrakien. Es gab weitere Provinzen wie jene von Thessaloniki, von West-Thrakien und  von Strymon.

Die Osmanischen Eroberer verzichteten auf die Verwendung des Toponyms Makedonien und teilten das gesamte Gebiet in drei große Vilayets (Verwaltungsgebiete) : a) Thessaloniki (heutiges Zentral- und Ost-Makedonien , Pirin  Bulgariens, und Südost- Nordmazedonien ), b) Monastir (West-Makedonien, West- Nordmazedonien  und Südost-Albanien, und  c) Kosovo. Mazedonien war ein Schmelztiegel von verschiedenen Ethnien.

3. Slawen in Makedonien

Etwa 11 südslawische Stämme ( Milingen, Eseriten, Sagoudaten, Bajouniten( Beouniten) ,Dragouwiten (Drogowiten), Bersiten (Bergiten), Smolianen, Strymlianen (Strymoniten), Belegisiten, Rigchinen, Zagoriten) nahmen Mazedonien in Besitz.  Einige zogen weiter gen Südgriechenland. Deswegen gab es  noch Anfang des 19. Jh. Tausende von  slawischen Toponymen, die jedoch im Verlaufe von  drei Jahrzehnten per Gesetz hellenisiert wurden. Es gibt immer noch einige ( Arachowa, Zagoria, Metzowo etc.), was den griechischern Ultra-Nationalisten nicht bekannt ist.   Die Slawen lebten  in Makedonien bis zum Zweiten Balkankrieg  1913 etwa 1200 -1300 Jahrelang. Danach fanden auf diesem Gebiet gewaltige ethnische Säuberungen.

Ab 1919  begann die massive und systematische Besiedlung Makedoniens in erster Linie durch griechische Flüchtlinge aus dem Pontos ( türkische Küste des Schwarzen Meeres) und das nach genau 2600 Jahren. In concreto heißt es, dass die Pontos Griechen, von denen auch ich abstamme, erst  seit etwa 100 Jahren in Makedonien leben.

4. Slawen  in Nordmazedonien

In erster Linie handelt es sich um Nachfahren von Bulgaren aus der Zeit des Mittelalters. Daher ist ihre Sprache fast die bulgarische kirchliche Sprache , wie sie im Mittelalter gesprochen wurde.

Aber dieses Gebiet war vor der Ankunft der Bulgarischen  Eroberer keine terra nullius, weil dort  bereits  Südslawen , genauer  eine Mischung von Südslawen, Thrakern ( mittlerer und östlicher Teil) und Illyrern ( Dardaner, westlicher Teil) sowie im südlichen Teil auch Griechen lebten. Im späten Mittelalter kamen  noch Albaner, die heute 30% der Gesamtbevölkerung ausmachen mit wachsender Tendenz sowie Türken und Zigeuner hinzu.  Somit besteht ethnologisch zwischen den Bulgaren und den heutigen Bewohnern Nord Mazedoniens ein großer Unterschied.

5.Schlussfolgerung : Die heutigen Mazedonen  in Nord Mazedonien sind weder Serben, noch Bulgaren , sondern eine eigenständige komplexe polyethnische Einheit. Aus der Sicht des Völkerrechts ist diese Multiethnie Träger des Selbstbestimmungsrechts. Aus der Sicht des Staatsrechts handelt es sich um ein Staatsvolk. Somit kann konstatiert werden, das  natürlich eine einheitliche Staatsangehörigkeit  besteht und zugleich mehrere partielle ethnische Zugehörigkeiten  existieren   (z.B.  Staatsangehörigkeit Nord Mazedonien und Ethnie Slawe, Albaner  oder Türke etc.).

Dieses Konstrukt birgt jedoch eine nicht zu unterschätzende Sprengkraft im Sinne der Separationsgefahr in sich. Ich denke in erster Linie an die Albaner, die sich als Muslime mit hoher Geschwindigkeit vermehren. In der Zukunft  werden sie die Bevölkerungsmehrheit erlangen. Dann wäre die Gefahr der Separation  als  Voraussetzung für die  Gründung eines Groß Albanien, bestehend aus dem heutigen Albanien, dem Kosovo und de Albanern von Nord Mazedonien groß.  Dies wäre die Erfüllung des Traumes der albanischen Ultranationalisten., die auch auf griechisches Territorium schielen. Die Zeit (16.1.19), Neue Zürcher Zeitung  Facebook (26.1.19)

 

Mazedonien Staatsbezeichnung, Historisch , Völkerrechtlich, thesenhaft

Nord Mazedonien , Saatsbezeichnung, historisch , völkerrechtlich, thesenhaft

1. Gemäß dem Völkerrecht gehört die Selbstbezeichnung eines Staates zu seinen Souveränitätsrechten. Sie steht ferner in Beziehung mit dem Völkerrechtsprinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker bzw. der Nationen.

2. Nach dem Völkergewohnheitsrecht gilt die Regel, dass in den  internationalen  Beziehungen ein Staatsname nur einmal existiert, und dass ein Staat nicht den gleichen Namen wie Teil des Territoriums eines anderen Staates tragen darf  ( Großbrittanien, Bretagne, daher Änderung zu UK).

3. De Staatssouveränität  erfasst auch das Staatsterritorium mit den Staatsgrenzen.  Es ist  nicht gestattet, dass die  Staatsbezeichnung direkt oder indirekt mit Territorialforderungen im Zusammenhang  steht.

4. Auf der Grundlage des Friedensvertrages vom 10. August 1913 von Bukarest ist Mazedonien  zwischen Griechenland ( Mezedonien der Ägäis), Serbien ( Mezedonien des Vardar) und Bulgariens ( Mezedonien des Pirin ) aufgeteilt worden.

5. De südliche Teil von Slavomazedonien gehörte übrigens in der Antike zu dem mazedonischen Königreich.

6.  Mazedonien des  Vardar   zusammen mit  einem Teil Südserbiens erhielt 1929 das Toponymion Vardarska Banovina.

7. Aber am 2. August 1944 hat Tito den Teilstaat  Sozialistitska  Republika Makedonija ausgerufen. Griechenland erhob damals und später  keinen Einspruch.  Hierdurch ist Gewohnheitsrecht entstanden.

8. Seit  dem Zusammenbruch Jugoslaviens lautete die Selbstbezeichnung Republika Mekedonija.

9. Jedoch  Griechenland konnte sich im Rahmen der Vereinten Nationen durchsetzen und so ist die international übliche  Bezeichnung FYROM ( Frühere Jugoslavische Republik von Mazedonien ) entstanden , die eindeutig das Toponymion  Makedonija enthält.

10. Die  zwischen Griechenland und Slavomazedonien vereinbarte Staatsbezeichnnung  Nordmazedonien entspricht dem Völkerrecht sowie  den Interessen beider Staaten. Erst durch den Vertrag mit Griechenland werden die legitimen Interessen beider Nachbarstaaten gebührend berücksichtigt. Dabei dürfte die Meinung der ultranationalistischen Kräfte in diesen Staaten  nicht von entscheidender Bedeutung sein. Wiener Zeitung  (2018), Die Zeit ( 16.1.19), Neue Zürcher Zeitung Facebook  (26.1.19)

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Kann eine neue griechische Regierung den Prespa-Vertrag einseitig ändern oder sogar aufheben ?

Ich gehe davon aus, das der Vertrag schnell ratifiziert wird. Eine neue Regierung kann nach der Wiener Vertragsrechtskonventionvon 1969 den völkerrechtlichen Vertrag zwischen zwei Staaten in ihrer Eigenschaft als Völkerrechtssubjekte nicht einseitig ändern,geschweige denn aufheben.
Mögliche Änderungswünsche seitens der neuen griechischen Regierung würden auf das Unverständnis der NATO- und der EU-Staaten führen. Süddeutsche Zeitung Facebook (21.1.19)

 

 

Griechen und Deutsche, Mentalitätsunterschiede, Deutsche Arbeitsliebe, Langsame Deutsche

Deutsche und Griechen, Mentalitätsunterschiede, Eine komparative ethnologische Untersuchung (Auszug aus einer umfangreicheren Analyse, siehe im Internet)

Deutsche und griechische Mentalität, Eine komparative Studie

Hier geht es um die teilweise Wiedergabe von Universitätsvorlesungen bzw. Öffentlichkeitsvorträgen über diese Problematik.

1. Seit wann befasse ich mich damit ?

Diese Problemstellung ist Untersuchungsgegenstand seit über fünfzig Jahren. Dies erfolgte zunächst aus allgemeinem Interesse im Sinne der gehobenen Allgemeinbildung.  Danach war sie, wesentlich erweitert, Bestandteil der Spezialausbildung künftiger Diplomaten und Wissenschaftlern aus ca. siebzig Ländern , aus fast allen Kontinenten in den Fächern  Diplomatie und speziell im Internationalen Vertragsrecht  ( Theorie und Praxis der Verhandlungsführung ) und im Diplomatenrecht. Der Grundtenor war dabei, daß die genaue Kenntnis der Mentalität des Verhandlungspartners vermag, einen großen Vorteil  gegenüber ihm zu gewähren, denn bei der Verhandlungsführung geht es auch um Grundverhaltensmuster, die in den verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedlich sind. Es liegen bereits meinerseits einzelne Meinungsäußerungen   ( Zeitungsartikel in Griechisch, Rundfunkinterview in Deutsch ) vor. Hierauf gab es ambivalente Reaktionen, was bei dieser extrem delikaten Problematik ganz normal  und daher zu erwarten ist.

2. Warum befasse ich mich damit ?

Hierfür gibt es mehrere Gründe :

a ) Die Völker , nicht nur die Deutschen und die Griechen, besser verstehen zu können. Dies war absolut notwendig, weil ich mit Studenten aus allen Kulturkreisen zu tun hatte, in Deutschland  seit genau  55 Jahren lebe  und mit der Mentalität  der Neugriechen   immer Probleme hatte und noch habe.

Die unterschiedlichen Mentalitäten spiegeln sich auch in den wesentlichen Verhaltensmustern und Denkstrukturen der Menschen wider. Im Islamischen Kulturkreis überwiegt  z.B. das spekulative Denken, während in den Ländern mit protestantischer Tradition  eher die kühle Logik vorherrscht.  Das Fehlen solcher Spezialkenntnisse kann  unter Umständen zu großen und teilweise sehr unangenehmen Missverständnissen in den internationalen Beziehungen führen. Gleiches gilt ebenso im Privatleben und vor allem in Mischehen.

b ) Es geht ferner um die strikte Ablehnung von Nationalismus und Rassismus. So gesehen, läßt sich die Beschäftigung mit dieser Thematik von Humanismus, von Respekt vor anderen Völkern und von Toleranz gegenüber anderen Kulturkreisen leiten.

c ) Nebenbei sei betont, dass meine Generation in den 40er und 50er Jahren in Griechenland ultranationalistisch, chauvinistisch  und teilweise sogar rassistisch erzogen worden ist. Das entsprach der damaligen Staatsdoktrin. Der Entgiftungsprozess hat bei mir etwa  vier Jahre gedauert  (1960-196. Wesentlich dazu  haben meine systematischen Studien über die altorientalischen Hochkulturen im Tempel der Weisheit , in der Deutschen Bücherei, beigetragen. Das Unglaubliche ist, daß  in Griechenland noch heute  der Ultranationalismus   Blüten treibt und außerdem die Termini Patriotismus, Nationalismus und Chauvinismus verwechselt werden .

d ) Es ist schon längst an der Zeit, dass  Deutsche und Griechen voneinander  lernen. Die ewige  narzistisch anmutende Nabelschau, die ohnehin dem europäischen Gedanken widerspricht,  hat sich inzwischen als schädlich erwiesen. Dies gilt insbesondere für viele in Deutschland lebenden Griechen.

e )  Ein weiteres Ziel der Studie besteht darin, einen bescheidenen Beitrag zur Erhöhung der Selbsterkenntnis und zur Schärfung des selbstkritischen Denkens bei bestimmten Bevölkerungsgruppen beider Völker zu leisten.

3. Worauf stütze ich mich ? ( Grundlage meines Wissens)

Die wichtigste Grundlage meines Wissens ist, um mit Aristoteles ( Αριστοτέλης ) zu sprechen, das soziologisch ausgerichtete Beobachtung ( Θέασις ) meiner Mitmenschen.

Seine Methode  besteht aus drei Säulen : a )  Zuerst die objektive Realität ( Natur, Gesellschaft, Staat )  genau beobachten ; b ) Danach  studieren , was andere vor uns darüber bereits geschrieben haben. c ) Anschließend auf der Grundlage der Prinzipien der Logik die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen.  Ohne Übertreibung, bis heute habe ich keinen Griechen gefunden,  dem die aristotelische Methode bekannt wäre.

Es sind ferner gezielt  zahlreiche Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten geführt worden. Des weiteren erfolgte jahrzehntelang ein intensives und systematisches Studium der sach- und themenbezogenen Geschichte, der Religion, außerordentlich intensiv der schöngeistigen Literatur sowie hinsichtlich der allgemeinen Aspekte eine  Auswertung  der  entsprechenden Fachliteratur  in Soziologie, Psychologie und vor allem in  Ethnologie.  Weitere eigene praktische Spezialerfahrungen im Sinne der vielseitigen Feldforschung spielen ebenso eine nicht zu unterschätzende  Rolle.

4. Annäherung an die Thematik ( Methodologisches ).

Es sind die folgenden Grundsätze zu beachten :

a ) Objektivität : ohne nationalistische, religiöse oder ideologische Scheuklappen und ohne Trämereien und Hirngespinste vorgehen.

b ) Eine  richtige, d.h. keine durch Subjektivismus und Voluntarismus verzerrte  Widerspiegelung der Realität ( Widerspiegelungstheorie des größten materialistischen Philosophen der Antike Demokritos , Δημόκριτος ) .

c ) Komplexität des Phänomens der Mentalität : Es gilt, die recht unterschiedlichen Seiten dieser Erscheinung  wie z.B. ethnologische, historische, religiöse und weitere Aspekte zu beachten.

d ) Widersprüchlichkeit : Vorzüge und  Nachteile sind in ihrem Zusammenhang zu sehen. Anderfalls bestünde die große Gefahr von subjektivistisch gefärbten Einseitigkeiten, die im Allgemeinen dazu dienen, Selbsttäuschungen zu schaffen.

e ) Relativität : Abgesehen von seltenen Ausnahmen  ( Axiome ), ist die Wahrheit relativ.

f ) Es bedarf außerdem bei der Einschätzung der Ausgewogenheit, denn Übertreibungen sind fehl am Platze. Im Grunde genommen ist die Ausgewogenheit fair, richtig und gerecht.

g ) Zu erwähnen sind des weiteren die Entwicklung und die Veränderung  (  dem Herakleitos zugeschrieben : “Τα πάντα ρεί “; Ηράκλειτος : ” Alles fließt”) von nationalen Charakterzügen. So ist z. B. im Rahmen der EU eine allmähliche Mentalitätsveränderung insbesondere bei den Völkern Süd-Europas zu beobachten. Alte Gewohnheiten und Strukturen brechen zusammen. Auch die Nordeuropäer unterliegen einigen Mentalitätsveränderungen.  Insgesamt kommt es zu gegenseitigen Beeinflussungen, positiven aber leider auch negativen , der Völker.

h ) Besonders bemerkennswert ist die Verallgemeinerung im gnoseologischen Sinne. Ohne sie wäre grundsätzlich die Mentalitätseinschätzung nicht möglich. Die Verallgemeinerung darf jedoch nicht willkürlich sein. Sie muß sich vielmehr auf die wesentlichen, prägnanten Merkmale eines Phänomens stützen. Auf alle Fälle darf sie weder unlogisch, noch ungerecht sein. Es seien  z.B. hier absichtlich einige paradoxe konstruierte Einschätzungen genannt : Die Franzosen haben keine Ahnung von der Mode und sind nicht charmant oder die nordischen Männer, darunter auch die Deutschen, sind Weltmeister in der Galanterie, oder die Griechen sind  die Inkarnation der Zuverlässigkeit und der Disziplin oder die Russen sind  die geborenen Alkohol-Abstinenzler. Spätestens durch diese Beispiele wird evidenter, daß es sich bei Einschätzungen  der Verhaltensweisen der Völker nicht immer um Klischees handelt , wie ziemlich oft verharmlosend und nivellierend behauptet wird.

i ) Zu nennen ist nicht zuletzt der Grundsatz der Differenziertheit. Was ist  mit Griechen und Deutschen gemeint ? Alle, die meisten, die wenigsten, d. h. die Griechen in ihrer Mehrheit oder in der Minderheit ? Sind jene von der Oberschicht, von dem Mittelstand oder etwa von de Unterschicht gemeint ? Hier werden diese Begriffe soziologisch verwendet. Hierbei  geht es eigentlich um den Durchschnittsgriechen und den Durchschnittsdeutschen.   Auf alle Fälle stehen nicht Einzelfälle im Mittelpunkt der Untersuchung.

Ferner ist auch unbedingt zu beachten, welche Stämme bzw. Bevölkerungsgruppen gemeint sind, denn es gibt mitunter große Unterschiede  in Deutschland  z.B. zwischen den Bayern ( direkt , laut , Vgl. hier im Blogg den Artikel  “Βαυαρία, Βαυαροί, Εθνογένεια, Νοοτροπία” ) und den Sachsen ( wendig, diplomatisch ) oder in Griechenland zwischen den Pontischen Griechen ( offen, ehrlich , etwas naiv, Vgl. hier im Blogg die Untersuchung “Πόντιοι…” ) und den Vlachen ( Balkan-Bauernschläue , durchtrieben, doppelbödig ).

Der Beitrag steht in enger Verbindung mit der gehobenen Allgemeinbildung und hat  populärwissenschaftlichen Charakter ( Vgl hier im Blog die Studie “Γενική και εγκυκλοπαιδική μόρφωση, Παιδεία, Παγκοσμιοποίηση ” ).  Er dient zunächst als Grundlage einer nach Möglichkeit breiten Diskussion. Für jeden nützlichen Hinweis bin ich dankbar.

5. Zu der deutschen Mentalität

Es wird in methodischer Hinsicht dialektisch vorgegangen, d.h. die Vorzüge  und  Nachteile  der deutschen Mentalität werden in ihrem dialektischen Wechselverhältnis  untersucht. Es glt auch ,die Frage nach dem Warum zu stellen. Hierbei handelt es sich um eine philosophische Fragestellung. Dies soll getrennt geschehen.

a ) Vorzüge der deutschen Mentalität

Einleitendes : Die Mentalität der Völker ist das Ergebnis einer jahrtausend alten Entwicklung, die von äußeren Bedingungen , wie z.B. Klima, Ernährung, geographischer Lage etc. sowie von deren Widerspiegelung in den Anschauungen , in der Tradition , in der Religion etc. abhängig ist. Am Anfang stehen die materiellen Lebensbedingungen. So erfordern das strenge Klima und die davon abhängigen schwierigen Lebensbedingungen eine effektive soziale Organisation, einen Verantwortlichen ( Führer ), Disziplin und Selbstdisziplin, Fleiß, Ausdauer, Geduld, Zielstrebigkeit, Erfindergeist usw.

Außerdem sind bestimmte  Ereignisse von historischer Tragweite zu berücksichtigen , wie z.B.  die Entstehung des Protestantismus mit seiner   bewundernswerten und  geschichtsgestaltenden Arbeitsethik. Zu erwähnen sind auch die bekannten “Preussischen Tugenden”. Dieses methodische Vorgehen erleichtert es wesentlich, die Vorzüge der deutschen Mentalität schneller zu orten.

Hier spielt das dialektische Wechselverhältnis von Sein und Bewusstsein eine entscheidende Rolle, während die wohl bekannte einseitige Sicht, dass das Sein das Bewusstsein bedingt ,eher vulgär-materialistisch anmutet.

Es handelt sich im Wesentlichen um die folgenden Vorzüge:

Arbeitsliebe, Disziplin, Willensstärke, große Ausdauer, Zuverlässigkeit (“Ein Mann , ein Wort “), hochentwickeltes Organisationstalent, Erfindergeist, Gründlichkeit, Systematik, Methodik, Effektivität, Zielstrebigkeit, Ordnungsliebe, (“Ordnung ist das halbe Leben” ), Pünktlichkeit, Ratio vor Emotio, entwickeltes Rechtsbewusstsein, Gemeinsinn ( Gesellschaftsbewusstsein ) und Staatsbewusstsein.

Aus Sicht der Systemtheorie stellen diese Vorzüge Elemente eines ontologischen ( tatsächlichen ) sowie eines gnoseologischen ( theoretischen ) Systems dar. Dabei sind  sämtliche  Elemente aufs engste miteinander ( jedes mit jedem ) verflochten. Zwischen ihnen bestehen gegenseitige Abhängigkeiten und Beeinflussungen, Hierdurch  entsteht  aus den Eigenschaften der einzelnen Elemente nicht etwa lediglich eine einfache Summierung, sondern vielmehr eine neue Qualität , die sich durch eine hohe Dynamik auszeichnet. Dies ist die solide Basis für die heutige Kraft Deutschlands.

b) Nachteile der deutschen Mentalität

Auch in diesem Falle bedarf es unbedingt der Beachtung jener Faktoren und Umstände, die zu den  Nachteilen geführt haben. Die Vorfahren der heutigen Deutschen lebten jahrtausendlang unter extrem schlechten Bedingungen. Ihnen ging es stets um die nackte Existenz. Man denke an das tragische Schicksal der Teutonen, die sechs Jahre in Folge keine Ernte hatten. Die alten Germanen  hatten  weder Zeit noch die Muse, um sich mit  feinen Umgangsformen und mit schönen Künsten , geschweige denn mit Theorie und Philosophie zu befassen. Dies ist mit geballter Kraft im 18./19. Jh. höchst erfolgreich nachgeholt  worden ( Kant, Hegel ). Sie haben die Kultur in erster Linie von den Römern  und sie wiederum von den alten Griechen übernommen . Die Germanen führten ständig  Kriege gegeneinander sowie gegen kulturell  überlegene Eindringlinge. So stand die Kampfkraft stets im Mittelpunkt und nicht unbedingt die Geisteskraft.

Ihre Ernährung war  ebenso arm und einfach. Dabei spielten und spielen weiterhin das Schweinefleisch und insgesamt die tierischen Fette eine bestimmende  Rolle. Trophologen ( Ernährungswissenschaftler ) haben jedoch schon längst festgestellt, dass der übermäßige  Konsum von Schweinefleisch und von tierischen Fetten seit fast 42 tausend Jahren sehr negative Folgen haben kann , wie z.B. Aggressivität, langsames Denken – darauf haben  schon Hegel und Klopstock indirekt hingewiesen- und Beeinträchtigung der  Manneskraft. Letzteres hat Ende der 60er Jahre zu der  für die nordischen Männer unangenehmen Erscheinung des Sex-Tourismus in Richtung Mittelmeerländer seitens der Frauen geführt.

Es gibt weitere  Umstände,  von denen die deutsche Mentalität negativ beeinflusst worden ist, wie das allseitige Zurückbleiben der Deutschen, verglichen mit anderen europäischen Völkern, wie z.B. den Italienern ( Renaissance), den Franzosen ( bürgerliche Revolution, Menschenrechte, Kultur )  und den Engländern ( Industrie-Revolution, Kapitalismus, Parlamentarismus ).  Speziell gegenüber den kulturell überlegenen Franzosen sind  nicht zu unterschätzende Minderwertigkeitskomplexe entstanden.

Die deutsche Mentalität ist auch von den  Grausamkeiten im 30jährigen  Religionskrieg, der zur Verrohung führte, von de totalen Militarisierung des Lebens in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ( Untertan sowie von den mit dem Nationalsozialismus in Verbindung stehenden Barbareien und Bestialitäten, einmaligen in der Menschheitsgeschichte überhaupt,  gegen die europäischen Juden und während des Zweiten Weltkrieges stark negativ beeinflusst worden. Es wird noch viel Zeit  benötigt, bis die Deutschen sich normal wie die anderen Völker verhalten werden. Dieser Prozess wird allerdings dadurch stark beeinträchtigt, dass international  einflussreiche Kräfte die  Vergangenheit  des Deutschen Volkes auf die nationalsozialistische Zeit   sowie auf die negativen Seiten reduzieren und außerdem  die Deutschen unfairerweise unter Druck setzen, um eigennützige ökonomische Ziele zu erreichen .

Folgend sollen die  Nachteile erwähnt werden :

Schulmeisterei gegenüber den anderen Völkern,  Intoleranz,  Xenophobie ( Angst vor  Ausländern ),  gestörtes Verhältnis zu Alten, Schwerbehinderten und den Kindern, nationale Arroganz, Schwerbeweglichkeit,  Neigung zur Aggressivität und zu Gruppen- bzw. Herdenbildung ,  fehlendes Selbstbewusstsein, Duckmäusertum, Humorlosigkeit, Verklemmtheit ( Männer ), immer  noch  Hang zum autoritären Denken,  Überbewertung der formalen Höflichkeit als Kompensation für  fehlende Herzensbildung,  ausgeprägte Neigung zum Masochismus ( Selbstzerfleischung ), Gefühlskälte, Unterschätzung der Sexualität ( nur die Männer)  und der Zärtlichkeit , Grobschlächtigkeit ( Männer ), Borniertheit,  oft Instinktlosigkeit sogar in den internationalen Beziehungen, starke Neigung zu den Extremen (  kein  Maßhalten, was zwei mal zu den bekannten Katastrophen geführt hat ), wenig entwickeltes ästhetisches Empfinden,  fehlende private  Gastfreundschaft , in der Sexualität  Überlegenheit der Frauen gegenüber den Männern mit weitreichenden ethnopsychologischen Konsequenzen.

Aus der  Anwendung der  Systemtheorie auf  diese Nachteile ergibt sich ebenso eine geballte negative Ladung,  die man   nicht unterschätzen sollte, denn sie birgt in sich nicht nur eine hohe Dynamik, sondern auch eine extrem starke Explosivkraft.

6. Zu der griechischen Mentalität

Methodisch-methodologisch wird ähnlich vorgegangen wie bei der Untersuchung der deutschen Mentalität.

Ausgangspunkt hierfür ist das milde mediterrane Klima, das im Allgemeinen angenehme Lebensbedingungen schafft und den Menschen in seiner Ganzheit wesentlich und genetisch zu beeinflussen vermag. Das milde Klima hat in den vergangenen 42 tausend Jahren  ausgeglichene, aufgeschlossene und kommunikative  Menschen  mit einem heiteren Gemüt geschaffen.

All dies hat bereits in der Antike seine Widerspiegelung in der griechischen Mythologie gefunden ( “Olympisches  Gelächter” in der Götterversammlung ).

Die alten Griechen  haben sich ihre Götter nach ihrem menschlichen Bilde geschaffen, d.h. wie sie selbst sind. Im Mittelpunkt der Götterwelt stand die Fröhlichkeit. Was speziell  den Göttervater Zeus anbelangt, bestand seine Hauptbeschäftigung darin , die schönsten Frauen  nicht nur in Hellas zu verführen und zu beglücken, Also der Gott Zeus besaß sozusagen genetisch eine überschäumende Sexualität.

Derartiges findet man nicht in den eher düsteren Mythologien der nordischen Völker, wo die Hauptbeschäftigung des höchsten germanischen Gottes Wodan der ständige Kampf war. Außerdem verfügten die Griechen fast  fünf  hochspezialisierte Göttinnen und Götter für die Erotik und die Sexualität, während die germanischen Stämme nur die armselige Liebesgöttin-eigentlich Fruchtbarkeitsgöttin- Freya kannten, der sie großzügigerweise nur einen einzigen Wochentag , den Freitag, gewidmet haben !

Dazu  hat  auch die vortreffliche Ernährung  entscheidend beigetragen : Oliven und Olivenöl vom “Heiligen Olivenbaum”, Fisch, Gemüse ( u.a. Knoblauch ), Obst, Käse, Hülsenfrüchte, um die wichtigsten zu nennen, Diese vitaminreiche und  vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren bestehende Nahrung hat sowohl ihre Sexualität, als auch ihre außergewöhnliche intellektuelle Mobilität gefördert.

In den letzten Jahren haben Spezialhistoriker, nicht Altphilologen mit ihren traditionell linguistischen Mikrokosmos, nachgewiesen, dass   es bei den alten Griechen eine hochinteressante und in der Weltgeschichte einmalige Besonderheit gab und zwar die Einheit von Eros und Weisheit, von Sexualität und Wissenschaft. Die Wissenschaftler meinen, dass die entspannte Einstellung der Griechen zu der Sexualität zusätzliche Kreativität freigesezt hätte.

Es wäre allerdings verfehlt, zwischen den alten und den neuen Hellenen in  kultureller Hinsicht eine direkte Verbindung herstellen zu wollen, wie dies im offiziellen historischen Selbstverständnis der Neugriechen der Fall ist. Schon während der Eroberung der griechischen Stadtstaaten im  2. Jh. v. Chr. hatten wohl die siegreichen Römer Grund, den  Griechen ihrer Zeit verächtlich als Craeculus  ( Griechenlein ) zu bezeichnen. D.h. die Römer wollten auf die unangenehme Tatsache aufmerksam machen, dass schon  die Griechen ihrer Zeit, also vor zwei tausend Jahren ( ! ) ihren  glänzenden Vorfahren unwürdig waren. Jetzt ist es leider noch schlimmer. Speziell auf dem Gebiet der Wissenschaft sind die wahren Bewahrer und Beförderer des altgriechischen Erbes die Nachkommen der alten nordischen Barbaren und nicht  die ökonomisch stets am Boden liegenden Neugriechen.

Die griechischen Nationalisten ( “Ellinarades”: „Großgriechen“)  nehmen  nicht zur Kenntnis , dass die Römer  mehr al 650 Jahre Eroberer waren. Dennoch  konnten sich die griechische Kultur und die griechische Sprache im Oströmischen Reich  im 7. Jh. letztendlich durchsetzen. Im Unterschied zu der römischen Besatzung  hatte die ca.  450jährige türkische Besatzung die neugriechische Mentalität   nicht unwesentlich   beeinflusst. Es verwundert daher nicht, dass zwei  führende  griechische Wissenschaftler , der Philosoph  Stelios Ramphos und der Historiker Apostolos Vakalopoulos  , unabhängig voneinander, die Ansicht vertreten, dass der Neugrieche sich immer noch auf dem Wege nach Europa befindet oder noch drastischer formuliert,  dass die Neugriechen in ihrer Mehrheit noch keine Europäer sind. Ihre Mentalität  stellt  vielmehr eine Synthese der Balkan – und der orientalischen Mentalität , d.h. der Balkan-Bauernschläue und der orientalischen Bequemlichkeit, dar.

a) Vorzüge der  griechischen Mentalität

Freiheitsliebe, Selbstbewusstsein, Ehrgefühl, Stolz, intellektuelle Mobilität, kreative Phantasie,  Begeisterungsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Freundlichkeit , Fröhlichkeit , Aufgeschlossenheit,  Toleranz,  ästhetische Orientierung,  hochentwickelter Familiensinn,  Respekt vor den älteren Menschen, Galanterie, entwickelte Sexualität ( Sinnlichkeit, Leidenschaft ).

Die konsequente Anwendung der Systemtheorie könnte dazu führen , daß der Neugrieche eher der klischeehaften Einschätzung seitens  touristischer Philhellenen   mit einer gewaltigen Portion von Idealisierung  entspricht. Eine solche Sicht wäre allerdings extrem weltfremd.

Das ist jedoch die halbe Wahrheit. Selbstverständlich hat die neugriechische Mentalitätsmedaille  eine  andere,  nicht gerade angenehme Seite, vor allem wenn  entscheidende Vorzüge in der Anwendung übertrieben werden. So kann sich z.B. die Freiheitsliebe in  Anarchie umwandeln.

b) Nachteile der griechischen Mentalität

Auch hier bedarf es einleitender Worte. Es ist nicht die Absicht gewesen, das antike  Hellas zu idealisieren, Es daf daran erinnert werden, dass es nicht nur das Streitgespräch ( Διάλογος ), sondern auch ständige Kriege untereinander gab,  bis das kulturell unterlegene aber militärisch sehr starke Sparta  den Stadtstaat Athen, das Zentrum der altgriechischen Kultur und Wissenschaft, zerstört hat. Nicht umsonst ist  bei Platon der  Satz   „Krieg aller gegen alle“ ,  bekannt in der lateinischen Übersetzung “Bellum omnium contra omnes”, geprägt worden. Noch heute herrscht im politischen Leben Griechenlands ständig der  konfrontative Geist vor. Einvernehmliche Problemlösungen  sind in der griechischen Tradition  fast unbekannt.

Man darf außerdem  nicht vergessen, daß die alten Hellenen  die körperliche Arbeit zutiefst verachteten und auch deswegen als erste in der Menschheitsgeschichte auf die Idee gekommen sind, die Sklaverei  massiert als Wirtschaftsfaktor zu erfinden, wobei kriegsgefangene Griechen zu Sklaven gemacht wurden, denen unglaublicherweise der größte Philosoph der Antike Aristoteles  das Menschsein abgesprochen hatte, indem er sie als Ding ( Πράγμα ) bezeichnete.

Somit schufen sie eine neue Gesellschaftsformation, die Sklavenhalterordnung, die zwar zur Explosion der Produktivkräfte führte ( Karl Marx ), die allerdings nicht gerade eine humanistische Errungenschaft war. Im Unterschied von  den Hellenen kannten die anderen hochkultivierten Völker nur die Haussklaverei. Ich bin mir durchaus  dessen bewusst, dass diese historischen Wahrheiten desillusionierend wirken, aber es handelt sich eben um objektive Wahrheiten  und nicht um subjektive Interpretationen oder um nationalistische Phantastereien.

Desweiteren ist zu beachten, dass das griechische Volk weder die Renaissance, noch die Aufklärung, noch die bürgerliche Revolution erlebt hat. Es hat ferner weder das Individuum ( Stelios Ramphos ), noch den Citoyen ( Staatsbürger ) hervorgebracht. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die Neugriechen in ihrer Mehrheit weder ein Gesellschafts-, noch ein Staats-, noch ein Rechts,- und was für die Finanzlage besonders schwerwiegend  ist, noch ein Steuerbewußtsein besitzen. Sie  betrachten vielmehr  den eigenen Staat fast als Feind und versuchen,  ihn  mit besonderer Freude zu betrügen, wie dies in der Zeit der Türkenherrschaft üblich war

Diese  antistaatliche  Grundposition  ist  auch nach der Erringung der nationalen Befreiung im 19. Jh. nicht aufgegeben worden. So ist die Steuerhinterziehung   ein sehr lohnender Nationalsport, auch wenn dadurch der Staat zugrunde geht, wie dies gegenwärtig der Fall ist. Hierdurch ist die  eigene spöttische Formulierung  entstanden, “Reiche Bürger,  armer Staat”, was letzten Endes den Staat ruiniert hat und noch dazu   die  Verarmung der Mittelschicht  und anderer Bevölkerungsschichten verursacht hat.

Für die Zwecke der nationalen  Identitätsstiftung und Identitätssicherung ist bereits Mitte des 19. Jh. ein  hochgezüchtetes Nationalbewusstsein entstanden, welches die  absolut notwendige Herausbildung des Staats- und des Rechtsbewusstseins verhindert hat.  Was Letzteres betrifft, so kann unschwer festgestellt werden, dass der Neugrieche  seine Rechte wohl kennt und sie großzügig in seinem egoistischen Interesse interpretiert,  jedoch geflissentlich übersieht, dass zum gedeihlichen Funktionieren eines Gemeinwesens  auch Pflichten gehören. So sind solche  Fragestellungen, wie z.B. das dialektische Wechselverhältnis von Rechten und Pflichten  “Böhmische Dörfer” .

Ausgerechnet in der dreißigjährigen Periode  nach dem Sturz der Militärdiktatur fand ein gewaltiger  allseitiger Umwälzungsprozess statt, der nicht nur viele positiven Entwicklungen  aufzuweisen  hat , sondern auch verheerende Folgen bezüglich der  Grundlagen der griechischen Mentalität hatte. Auf der Basis  von Milliarden-Krediten wurde ein Wohlstand im Sinne des Eudämonismus und eines primitiven Hedonismus geschaffen, der  eine regelrechte Vernichtung der bis zu diesem Zeitpunkt  geltenden ethischen, sozialen,  kulturellen,  ästhetischen und nationalen Werten herbeigeführt hat.

Diese Katastrophe ist möglicherweise verhängnisvoller als die ökonomische. Die meisten Griechen haben gegenwärtig  den Eindruck, ihre Würde , die Wertschätzung und die Anerkennung seitens der anderen Völker verloren zu haben.  Scham breitet sich wegen dieser internationalen Blamage aus. Teilweise ist es zu einer Krise der nationalen Identität mit weitreichenden ethnopsychologischen  Folgen gekommen. Der moralisch-ethische Schaden ist fast irreparabel.

Folgend sollen die Nachteile erwähnt werden :

Als generelle Prämisse sind zwei Hauptprinzipien des griechischen Nationalcharakters zu betrachten : a) das Leben in vollen Zügen geniessen ( „Αρχή της απόλαυσης της ζωής”, wenn nötig auch auf der Grundlage  gewaltiger Schulden, die man ohnehin nie zurückzahlen wird  und b) die geringste Anstrengung (“Αρχή της  ήσσονος προσπάθειας”).

Im Einzelnen : Starke Neigung zur Disziplinlosigkeit, schwach entwickelte Ausdauer, kaum besondere Liebe zur Arbeit, unterentwickelte  Dynamik, schwacher Wille,  kein Gemeinsinn, konfrontativer Geist privat und insbesondere in der Politik, primitive Demonstration des Reichtums, Emotio  vor Ratio  (  übertriebene Emotionalität, privat wie als Nation ), Surrealismus  ( Verwechselung von Wunschträumen mit der harten Realität, Traumtänzer, Tagträumer, fast wie in Lateinamerika,  Macht des Wortes aber Schwäche der Tat,  Hang zum fast paranoiden spekulativen Denken,  krankhafter Hang zu Verdächtigungen und zu Verschwörungstheorien ( fast alle seien gegen Griechenland, deswegen die Finanzkatastrophe etc. ), Neigung zum Voluntarismus und  zur Rechthaberei, stark unterentwickeltes Organisationstalent,  traditionell  extrem starker Hang zur Demagogie und zum Populismus, EE-Meister in Korruption ( speziell der Verwaltungsapparat ist wie ein Augiasstall oder sogar wie die “Magna Cloaca” im alten Rom ), Neigung zum Nationalismus und zum Chauvinismus, Oberflächlichkeit individuell  und besonders in den Staatsangelegenheiten ,  Unzuverlässigkeit (” Ein (griechischer) Mann, ein Wörterbuch” ), Übertreibungssüchtigkeit, Kritikfeindlichkeit ( wer kritisiert ist Feind, wer übermäßig lobt, ist ein echter Freund),  vollständiges Fehlen der Selbstkritik,  unterentwickeltes  Verantwortungsbewusstsein in Gesellschaft und Staat und zugleich für das eigene Versagen andere verantwortlich machen, beängstigendes Fehlen der Fähikeit zu wirtschaften,   Überempfindlichkeit ( privat  und besonders in nationalen Fragen ), vollständiges Fehlen des Bewusstseins von der dialektischen Einheit der Rechte und der Pflichten gegenüber der Gesellschaft und dem Staat, maßlose Selbstüberschätzung, Nepotismus ( Vetternwirtschaft, Familiendynastien eigentlich orientalischen Typs ),  Korrumpierung von Bürgern und Politikern.

Es ist nicht unbedingt meine Absicht gewesen, die in der Tat vorhandenen Nachteile des griechischen Nationalcharakters so massiert zu erwähnen. Ich habe lediglich  nach der demokritischen Widerspiegelungstheorie gehandelt , die darin besteht, die objektive Realität zu widerspiegeln.

Erst die Anwendung der Systemtheorie  auf diese Nachteile ( neue Qualität, Dynamik ) macht  evident, warum Griechenland  zusammengebrochen ist. Denn unter normalen Bedingungen würde man nicht verstehen, warum dieses Land, im Grunde genommen, aus eigener Kraft seine Bevölkerung nicht ernähren kann. Es fehlt mir schwer, das  zu schreiben. Ohne es zu beabsichtigen, ist zum Schluß aus einer nüchternen Analyse eine  Elegie ( Klagelied ) geworden.

Schlußfolgerungen

1. Zwischen der deutschen und der griechischen Mentalität sind kaum Gemeinsamkeiten festzustellen.  Es handelt sich ohne Übertreibung um zwei völlig unterschiedliche Traditionen, Kulturen, ja Welten.

2.  Dies schließt jedoch unter bestimmten Bedingungen eine gegenseitige Beeiflußung nicht aus.  Es gibt vor allem bei der deutschen Jugend Tendenzen , die mediterrane Lebensart zu mögen und vielleicht teilweise zu übernehmen.  Andererseits  haben sich die meisten der in Deutschland lebenden Griechen grundsätzlich an die deutsche Lebensart angepasst. Es gibt allerdings unter den  in Deutschland ca. 350 tausend lebenden Griechen relativ viele, die kulturell  immer noch in griechischen “Ghettos” leben. Sie interessieren sich nicht im geringsten für die deutsche  Kultur, Tradition und Geschichte, geschweige denn für die schöngeistige Literatur, das Theater und die klassische Musik.

3. Die deutsche Mentalität eignet sich vorzüglich für die Beziehungen Mensch-Gesellschaft, Bürger-Staat sowie für die erfolgreiche Schaffung grundlegender Lebensbedingungen  für die  Menschen wie z.B. Aufbau einer gedeihlichen Wirtschaft, eines funktionierenden Verwaltungsapparates und einer blühenden Wissenschaft.

4. Die griechische Mentalität eignet sich in idealem  Maße  für das Genießen des Lebens sozusagen als menschliche Selbstverwirklichung,  für die Erotik, für ausgeglichene zwischenmenschliche Beziehungen  und für das Familienleben im weiteren Sinne des Wortes. Sie ist allerdings für die Schaffung solider Lebensbedingunge im breiten Sinne des Wortes  ungeeignet.

5. Erfahrungsgemäß ist es durchaus möglich z.B. in erster Linie bei den in Deutschland lebenden Griechen , partiell eine Synthese  der Vorzüge  beider Mentalitäten herzustellen. Dies setzt jedoch Toleranz, Offenheit, Selbsterkenntnis, Ehrlichkeit, das entsprechende Wissen der anderen Mentalität sowie Willen und  Bereitschaft voraus. Manch ein Grieche hat diese Synthese  gezielt und systematisch schon längst sehr erfolgreich realisiert.

6. Grundsätzlich sollte es eigentlich möglich sein, daß die Deutschen von den Griechen solche Grundeigenschaften übernehmen, wie z.B. die Ausgeglichenheit Kontaktfreudigkeit, Aufgeschlossenheit, Freundlichkeit,  Galanterie, Zärtlichkeit gegenüber den Frauen,  gebührende Wertschätzung der sexuellen Komponente des Menschseins  und die gesündere griechische Küche, vor allem das Olivenöl und die Oliven.

7. Die Griechen  könnten im eigenen Interesse von den Deutschen  Elemente des Fleisses, der Disziplin, der Ausdauer, der Zuverlässikeit, der Geduld, der Zielstrebigkeit, der Gründlichkeit, der Systematik und der Methodik übernehmen. Von anderen Völkern zu lernen ist wohl keine Schande. Nur die lernbereiten Völker können sich vortrefflich entwickeln, während jene Völker, die ewig  narzistische Nabelschau betreiben, bleiben hoffnungslos zurück .

8. Es ist an der Zeit, daß es endlich zu der absolut  notwendigen Europäisierung  und Modernisierung Griechenlands kommt. Derartiges setzt allerdings den Willen voraus, radikale Strukturreformen konsequent durchzuführen. Es leuchtet wohl ein, daß die in Jahrhunderten entstandene griechische Mentalität nicht über Nacht verändert werden kann. Daher  sollte schon jetzt bei der Bildung und Erziehung  der Schulkinder nach Kriterien der entwickelten europäischen Länder  begonnen werden. Auf alle Fälle bedarf es der gründlichen Auseinandersetzung mit dem mittelalterlichen Menschenbild der griechischen Orthodoxie. Vielleicht könnte sich  in der Zukunft die verfahrene Situation  grundlegend ändern und aus Griechenland ein richtiges europäisches Land wird. Andernfalls könnte  der Spruch des großen Philosophen Hegel auch für diesen Fall gelten : ” Aus einer gebratenen Katze wird keine Hasenpastete”.

Die Zeit (10.1.19)

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Deutsche Arbeitsliebe, systematisch, methodisch

Dem Wesen nach geht es um die Mentalität  der Deutschen

Die Mentalität der Völker ist das Ergebnis einer jahrtausendalten Entwicklung, die von äußeren Bedingungen , wie z.B. Klima, Ernährung, geographischer Lage etc. sowie von deren Widerspiegelung in den Anschauungen , in der Tradition , in der Religion etc. abhängig ist. Am Anfang stehen die materiellen Lebensbedingungen. So erfordern das strenge Klima und die davon abhängigen schwierigen Lebensbedingungen eine effektive soziale Organisation, einen führenden Verantwortlichen , Disziplin und Selbstdisziplin, Organisationstalent, Fleiß, Ausdauer, Geduld, Willensstärke, Zielstrebigkeit, Erfindergeist etc..

Außerdem sind speziell bei den Deutschen bestimmte Ereignisse von historischer Tragweite zu berücksichtigen , wie z.B. die Entstehung des Protestantismus mit seiner bewundernswerten und geschichtsgestaltenden Arbeitsethik. Zu erwähnen sind auch die bekannten “Preussischen Tugenden”. Dieses methodische Vorgehen erleichtert es wesentlich, die Vorzüge der deutschen Mentalität schneller zu orten.

Hierzu wird die  aristotelische  Methode angewandt : Erst beobachten, dann lesen , was über das Beobachtete geschrieben worden ist (z.B. Geschichte, Ethnologie, Religion, Soziologie, Psychologie,  Literatur etc.) und  schließlich auf der Grundlage der Logik Schlussfolgerungen ziehen.  Es sind ferner  zahlreiche Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu führen.

Dabei sind  die folgenden methodologischen Prinzipien zu  beachten :

a ) Objektivität : ohne nationalistische, religiöse oder ideologische Scheuklappen und ohne Träumereien und Hirngespinste vorgehen.

b ) Richtige, d.h. keine durch Subjektivismus und Voluntarismus verzerrte Widerspiegelung der Realität.

c ) Komplexität : Es gilt, die recht unterschiedlichen Seiten dieser Erscheinung wie z.B. ethnologische, historische, religiöse und weitere Aspekte zu berücksichtigen. .

d ) Widersprüchlichkeit : Vorzüge und Nachteile sind in ihrem Zusammenhang zu sehen. Andernfalls bestünde die große Gefahr von subjektivistisch gefärbten Einseitigkeiten, die im Allgemeinen dazu dienen, Selbsttäuschungen zu schaffen.

e ) Relativität : Abgesehen von seltenen Ausnahmen ( Axiome ), ist die Wahrheit relativ.

f ) Es bedarf außerdem bei der Einschätzung der Ausgewogenheit, denn Übertreibungen sind fehl am Platze.

g ) Zu erwähnen sind des weiteren die Entwicklung und die Veränderung (  Heraklit : ” Alles fließt”) . So ist z. B. im Rahmen der EU eine allmähliche Mentalitätsveränderung insbesondere bei den Völkern Süd-Europas zu beobachten. Alte Gewohnheiten und Strukturen brechen zusammen. Auch die Nordeuropäer unterliegen einigen Mentalitätsveränderungen. Insgesamt kommt es zu gegenseitigen Beeinflussungen, positiven aber leider auch negativen , der Völker. Für die  jüngere Generation der Deutschen gelten z.B. nicht alle „Preußischen Tugenden“

h) Zu nennen ist nicht zuletzt der Grundsatz der Differenziertheit. Was ist eigentlich mit Deutschen gemeint ? Alle, die meisten, die wenigsten ? Sind jene von der Oberschicht, von dem Mittelstand oder etwa von der Unterschicht gemeint ? Hier ist die Rede vom Durchschnittsdeutschen.

i) Ferner ist auch unbedingt zu beachten, welche Stämme bzw. Bevölkerungsgruppen gemeint sind, denn es gibt mitunter große Unterschiede in Deutschland z.B. zwischen den Bayern ( direkt , laut ) und den Sachsen ( wendig, diplomatisch ) oder zwischen den aufgeschlossenen Rheinländern und den eher kühlen Norddeutschen.

Die Arbeitsliebe, ist m. E. unbedingt im Zusammenhang mit ähnlichen Merkmalen der deutschen Mentalität zu sehen wie z.B.  Disziplin, Willensstärke, große Ausdauer, Zuverlässigkeit (“Ein Mann , ein Wort “), hochentwickeltes Organisationstalent, Erfindergeist, Gründlichkeit, Systematik, Methodik, Effektivität, Zielstrebigkeit, Ordnungsliebe, (“Ordnung ist das halbe Leben” ), Pünktlichkeit, entwickeltes Rechtsbewusstsein, Gemeinsinn ( Gesellschaftsbewusstsein ) und  Staatsbewusstsein.

Natürlich gib es auch einige negative Merkmale, aber sie gehören zu einem anderen Thema. Die Zeit ( 8.12.18)

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Langsame Deutsche

Ich konnte in den 61 vergangenen Jahren in
Deutschland zig mal feststellen, dass die Deutschen unglaublich langsam sind.
Hierauf haben mit Nachdruck der berühmte Philosoph Hegel sowie sehr ausführlich
der Dichter Klopstock in seinem Gedicht
„An die Neufranken“ hingewiesen. Gleiches kommt zum Ausdruck auch in der
Gestalt des „Deutschen Michel“ mit der Schlafmütze. Ist es nicht an der Zeit,
dass die Regierung endlich die Schlafmütze abnimmt und energisch und konsequent
zur Tat schreitet oder sollte man sie eher mit der Mistgabel kitzeln, damit sie endlich aufwacht ?  FAZ Facebook (16.5.15),  LVZ Facebook (27.6.19) , Münchner Merkur (11.7.19)

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Seit wann haben die Deutschen eine Schrift und ein Alphabet ? wer hat die Renaissance realisiert, wo ist die Aufklärung entstanden? Wer hat die Industrierevolution zustande gebracht ? Wer hat den Parlamentarismus erfunden? wer hat ie bürgerliche Revolution durchgeführt ? Wer hat den bürgerlichen Staat als erster in der Welt aufgebaut ? seit wann hat Deutschland eine eigene Nationalliteratur ? Es lohnt sich wohl die Germanen/Deutschen mit anderen Völkern (Griechen, Römer, Italiener, Engländer, Franzosen ) zu vergleichen. Natürlich gibt ers für dieses langsame Tempo viele Gründe. Münnchner Merkur (12.7.19)

 

 

 

 

 

 

Balkan-Mentalität

 

Die Balkan-Völker ticken anders oder Grundzüge der Mentalität

Hauptprämisse : Widerspiegelung der objektiven Realität und nicht irgendwelcher Mythen  und Wunschvorstellungen

Die Balkanvölker haben einige gemeinsame Besonderheiten aufzuweisen, die sie hinsichtlich des Grundverhaltensmusters (Mentalität) wesentlich geprägt haben.

1. Historisch bedingt, hatten sie keine Renaissance. Nachteiliger ist die Tatsache, dass sie die welthistorische Aufklärung nicht miterlebt haben.  In concreto heißt es, dass  bei ihnen kein kritischer Geist sich entwickeln konnte, und keine bürgerliche Revolution durchgeführt wurde, die  im entwickelten Teil Europas  eng mit den bürgerlichen Freiheiten und den grundlegenden  Menschenrechten verbunden war. Weitere Errungenschaften der bürgerlichen Revolution , wie die demokratische Verfassung und die Gewaltenteilung sind zwar übernommen, aber  es fehlten adäquaten  ökonomischen,  kulturellen und sozialpolitischen Voraussetzungen. . Es konnte sich des weiteren keine richtige bürgerliche Klasse herausbilden.

Zu erwähnen ist ferner der bürgerliche Staat, der sich auf den Citoyen stützt. Das bedeutet, es ist ein Staatsbewusstsein vorhanden. Eine weitere Säule des Staates ist das Rechtsbewusstsein des Citoyen, d.h. es werden die Gesetze respektiert und der Bürger kennt das Wechselverhältnis von Rechten und Pflichten. All dies ist für die Balkanvölker ein Buch mit sieben Siegeln.

2. Das Menschenbild der Balkanvölker ist durch die vorkapitalistische, d.h. die stark bäuerliche  Gesellschafts –und Wirtschaftsordnung  geformt worden. Das Dorf , die Familie, die Verwandten , die Freunde und  vielleicht noch die politisch gleichgesinnten prägen seine Interessen und sein Grundverhaltensmuster. Dieser Mikrokosmos  hat dazu geführt dass kein Individuum mit solchen Charakteristika wie Gesellschaftsbewusstsein , Gemeinsinn  und Verantwortungsbewusstsein sich herausbilden konnte. So ist der Durchschnittsmensch in den Balkanländern Einer unter mehreren, jedoch kein Individuum, das allerdings die unabdingbare Voraussetzung für den Citoyen ist. Er besitzt keine  Individualität, aber einen überdurchschnittlich entwickelten Egoismus. Infolgedessen ist ihm der Gemeinwohl-Gedanke wesensfremd. So ist es selbstverständlich, dass der Balkan-Politiker nicht an die allgemeinen Interessen, sondern an die eigenen Interessen sowie , an jene seiner Verwandten , Bekannten und Freunde denkt.

Somit ist der Weg frei für einen der schlimmsten  Krebsgeschwüre  der Gesellschaften in den Balkan-Ländern , für die Korruption mit Protagonisten die Rumänen. Während die Korruption in den entwickelten europäischen Ländern und speziell in jenen mit protestantischer Tradition eine Ausnahme ist, stellt sie in Balkan die Regel dar. In einigen Ländern hat sich durch die Jahrzehnte zwischen den Menschen und den Politikern eine besondere Art des  contrat social entwickelt und zwar der Gesellschaftsvertrag der gegenseitigen Korrumpierung (do  ut des)

3. Die  Balkan-Völker sind in ihrer Mehrheit Orthodoxe Christen.  Jahrhundertelang sind sie positiv  ( Sprache, ethnische Identität)  , jedoch auch sehr negativ von dem orthodoxen Klerus  beeinflusst worden, der sich auch wegen seiner mittelalterlichen Metaphysik und Mystik durch  eine unvorstellbare Rückgewandheit und Rückständigkeit auszeichnet. Er hat sich schon gleich nach der französischen Revolution gegen die  anthropo- und individualzentrischen  Freiheiten und Menschenrechte gewandt,  predigt immer noch einen archaischen Theozentrismus und fördert weiterhin den Aberglauben.  Der orthodoxe Klerus hat alles getan, damit kein selbstbewusstes und kritisch denkendes Individuum entwickelt.

4.Eine verhängnisvolle Rolle hat die osmanische  Herrschaft über den  Balkan gespielt. Fast viereinhalb Jahrhunderte stöhnten die christlichen Völker des Balkans unter dem Joch der muslimischen osmanischen Eroberer und waren hierdurch abgekoppelt von den welthistorischen ökonomischen und sozialpolitischen Entwicklungen in West-Europa. Sogar ihr Grundverhaltensmuster weist einige Elemente der orientalischen Mentalität derart auf , dass einige Historiker  und Soziologen von einer Balkan – orientalischen Mentalität sprechen.

Noch heute fallen kulturelle Unterschiede zwischen Gebieten früher unter osmanischer Herrschaft (z.B. Serbien, Festland Griechenlands) auf der einen und Gebieten unter der Herrschaft entwickelter Staaten (z.B. Österreich in Slowenien und Kroatien, Venedig in Ionischen Inseln ) ) auf der anderen Seite auf.

5. Im  Verlaufe des siegreichen Kampfes gegen die osmanische Herrschaft  hat sich bei allen Balkan -Völkern ein starkes  Nationalbewusstsein entwickelt, welches nach der Erlangung der Befreiung weiter gefestigt worden ist. Dabei  hat man es sträflich unterlassen, auch ein Staatsbewusstsein zu entwickeln, ohne das ein modernes Staatswesen nicht funktionieren kann.  Ich habe schon vor Jahren in einigen Veröffentlichungen  über Mentalitätsprobleme  dieses Phänomen als verhängnisvollen Geburtsfehler aller Balkan-Staaten bezeichnet. Man ist bereit für seine  Nation oder für das Vaterland zu kämpfen und wenn nötig zu sterben, aber ist ihm völlig unbekannt , dass er auch gegenüber seinem  Staat Pflichten hat. In einigen Ländern des Balkan beist die Haltung gegenüber dem Staat ablehnend bis feindlich . Es ist kein Zufall, das, soweit überblickbar , die  Begriffe Staatsbewusstsein und Rechtsbewusstsein  -Steuer- und Umweltbewusstsein ohnehin keinesfalls-  in den Sprachen dieser Völker nicht bekannt sind.

6. Die meisten Balkan -Völker  hatten das tragische Schicksal im“Realen Sozialismus „ gelebt zu haben, d.h in einem totalitären System ohne Demokratie, Freiheiten und Menschenrechte. Speziell Albanien wurde in ein gewaltiges Gefängnis verwandelt. Unter diesen extrem schwierigen Bedingungen konnte sich weder das Individuum, noch der Staatsbürger, noch  Organisationstalent, noch Privatinitiative  noch ein Unternehmergeist  entwickeln.

Auf dem ethischen Gebiet ist noch etwas Verheerendes geschehen und zwar die Vernichtung der traditionellen ethischen Normen. Nach dem Zusammenbruch des „Sozialismus“ mit seinen Wertvorstellungen  ist bei den meisten Menschen ein ethisches Vakuum derart entstanden , dass dies im Allgemeinen  als  ethisch-moralische Verelendung  eingeschätzt wurde. Hierzu gehörten auch die massenweise Prostituierung von Frauen und  gehört weiterhin eine  beängstigende Skrupellosigkeit und Menschenverachtung der sogenannten politischen und ökonomischen Eliten. Auch hier steht Rumänien an erster Stelle, gefolgt von Bulgarien.

Im Verlaufe der Jahrhunderte  haben sich bei den Balkan- Völkern im Großen und Ganzen bei allen nationalen Besonderheiten folgende Charaktermerkmale herausgebildet :

a) Positive :

Freiheitsliebe, Patriotismus, Selbstbewusstsein, Ehrgefühl, Stolz, hochentwickelter Familiensinn, Respekt vor den älteren Menschen,

b) Negative :

Starke Neigung zur Disziplinlosigkeit, schwach entwickelte Ausdauer, kaum besondere Liebe zur Arbeit, unterentwickelte  Dynamik, schwacher Wille,  kein Gemeinsinn, konfrontativer Geist privat und insbesondere in der Politik, primitive Demonstration des Reichtums (sehr orientalisch) , Emotio  vor Ratio  ( sehr orientalisch,  übertriebene Emotionalität, privat wie als Nation ), Surrealismus  ( sehr orientalisch , Verwechselung von Wunschträumen mit der harten Realität), Macht des Wortes aber Schwäche der Tat,  Hang zum fast paranoiden spekulativen Denken ( sehr orientalisch) ,  krankhafter Hang zu Verdächtigungen ,  stark unterentwickeltes Organisationstalent,  überdurchschnittlich entwickelte Korruption, krankhafte Neigung zum Ultra-Nationalismus , Oberflächlickeit individuell  und besonders in den Staatsangelegenheiten ,  Kritikfeindlichkeit ( sehr orientalisch ,wer kritisiert ist Feind, wer übermäßig lobt, ist ein echter Freund),  vollständiges Fehlen der Selbstkritik (sehr orientalisch) ,  unterentwickeltes  Verantwortungsbewusstsein in Gesellschaft und Staat und zugleich für das eigene Versagen andere verantwortlich machen (sehr orientalisch), beängstigendes Fehlen der Fähigkeit zu wirtschaften, Überempfindlichkeit ( sehr orientalisch,  privat  und besonders in nationalen Fragen ), vollständiges Fehlen des Bewusstseins von der  Einheit der Rechte und der Pflichten gegenüber der Gesellschaft und dem Staat.

Schlussfolgerungen :

a) Die Balkan-Völker sind auf dem Wege nach Europa und werden noch viele Jahrzehnte brauchen , um dort anzukommen.

2. Die Mitgliedschaft der Balkan-Staaten in der Europäischen Union war ein großer Fehler. Man ist dabei, auch die West-Balkan-Staaten in die Europäische Union   aufzunehmen und den bereits begangenen Fehler zu multiplizieren. Cui bono ?

Die Zeit (11.1.19) , Süddeutsche Zeitung  Facebook (12.1.19, 9.3.19, 30.5.19), Tagesspiegel (28.1.19) ,Neue Zürcher Zeitung Facebook (7.2.19, 28.5.19), Wiener Zeitung Facebook (15.5.19)

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Auf dem Balkan ist die Korruption die Regel, in  Mitteleuropa die Ausnahme und in Nordeuropa eine Seltenheit. Zeit (27.5.19), NZZ Facebook (28.5.19)

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An die Redaktion : Ich stamme aus einem Balkan-Land, so besitze ich das jus naturalis, offener und ehrlicher zu einigen Hauptproblemen auf dem Balkan Stellung zu nehmen ohne kalte Füße zu kriegen.
M. E. geht es eigentlich nicht nur um Rumänien. Auch in den anderen Balkan-Ländern können Probleme wie das Fehlen eines echten Demokratiebewusstseins, eines entwickelten Sozialbewusstseins, des Gemeinwohl-Gedankens, eines modernen Rechtsbewusstseins, eines normalen Umweltbewusstseins etc. konstatiert werden. Stattdessen herrschen seit Jahrhunderten ein hypertrophierter Individualismus und Egoismus, Rechtsnihilismus, Vetternwirtschaft, archaisch anmutender Nepotismus und eine unvorstellbare Korruption . Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um die Regel.
Vor einigen Jahren habe ich hinsichtlich des Grundverhaltensmusters (Mentalität) der Balkanvölker eine komparative Studie ausgearbeitet und in einer anderen Sprache teilweise veröffentlicht.
Bei allen Unterschieden gibt es doch gemeinsame Merkmale, die für das bessere Verständnis dieser Völker die conditio sine qua non darstellen. Jedoch die in dieser Zeitung rigoros vorherrschende political correctness lässt leider derartige Fachbeiträge nicht zu.

Was die blühende Korruption anbelangt, habe ich die folgende Rangfolge festgestellt : Rumänien (erster Platz mit großem Abstand zum zweiten), Griechenland, Bulgarien, Montenegro, Serbien, und Albanien (wenig korrupt).
Normalerweise sind diese Länder in der Europäischen Union fehl am Platze. Ihnen geht es ausschließlich um die ökonomische Unterstützung. Man kann sie sogar als Klotz am Bein der EU einschätzen. Die Zeit (25.4.19)

 

Tsipras und die Probleme Griechenlands

Tsipras und die Probleme Griechenlands

Tsipras ist der typische Fall eines Kleinbürgers in pseudorevolutionärem Gewand und eines linken Populisten . Er begann als selbsternannter linker Kämpfer  gegen das internationale Kapital, gegen den  „ausbeuterischen“  Internationalen Währungsfond gegen  Troika ( EE, Europäische Bank und Internationaler Währungsfond) sowie in persönlicher Hinsicht gegen Merkel und Schäuble. Den total verschuldeten Griechen schien er  wie ein Messias, der mit Überschallgeschwindigkeit sämtliche Probleme des Landes  lösen  und vor allem die „knechtenden „ Verträge mit der Troika „zerreißen“  würde . Er hat den Griechen das Blaue vom Himmel versprochen und  so konnte seine winzige Partei  (ca. 5%) über Nacht atemberaubende Höhen ( ca. 37%)  erreichten. Als radikaler Linker  betrachtet er nach wie vor den staatlichen Sektor der Wirtschaft als Allheilmittel, blockiert echte  Privatisierungen und nur unter Druck der Gläubiger ist  er bereit,  einige wenige Reformen durchzuführen. Das Land braucht jedoch unbedingt  strukturelle Reformen, d.h. Reformen in der Wirtschaft, in der rückständigen, korrupten  und aufgeblähten  Verwaltung , in der  Volksbildung –und im Hochschulwesen.  Die wenigen Reformschritte reichen  nicht aus.  Auch deswegen  haben  über 400 000 Hochschulabsolventen und Ärzte das Land verlassen  und die astronomischen Schulden von ca. 400 Mrd. Euro sind auch nicht weniger geworden. Das sind die bitteren Wahrheiten.

Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes gezwungen mehrere chamäleonische Metamorphosen durchzumachen.

Dennoch hat er es nicht   gepackt, weil eher aus ideologischen Gründen  der Wirtschaft nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde und wird. . Er hat die Binsenwahrheit  erneut bestätigt,  dass linke Politik  und Wirtschaft eine große contradictio in adjekto (Widerspruch in sich ) darstellen.

Zugleich sei auch auf die konservative Partei hinzuweisen, die  nicht unbedingt eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik verfolgt hat, aber  sie ist das kleinere Übel.

Es ist eher insgesamt anzunehmen, dass die tieferen Ursachen der  Probleme Griechenlands   in der Geschichte und in einer bestimmten Mentalität wurzeln, aber das ist ein anderes, eher unangenehmes Thema. Die Zeit (10.1.19) , Frankfurter Allgemeine Zeitung  Facebook (10.1.19)

 

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Konfuzianisches Menschen- und Gesellschaftsbild

Konfuzianisches Menschen –  und  Gesellschaftsbildbild, Hauptmerkmale

Zunächst eine Binsenwahrheit: Will der Angehörige eines anderen Kulturkreises den Kulturkreis des Westens verstehen, so muss er sich zunächst mit dem westlichen Gesellschafts- und Menschenbild befassen, sonst besteht die Gefahr, aus lauter Bäumen nicht den Wald zu sehen. Gerade dies geschieht in den meisten Artikeln und Kommentaren in der Presse.

Zum besseren Verständnis der chinesischen Innenpolitik ist es unbedingt empfehlenswert, auf das konfuzianische Gesellschafts- und Menschenbild kurz einzugehen, das immerhin seit 2500 Jahren gilt und heute die weltanschauliche Grundlage des Konfuzianischen Kulturkreises darstellt, zu dem auch andere asiatische Länder wie z.B. Japan. Korea, Vietnam etc. gehören. Speziell in China liegt eine Synthese von konfuzianischer Tradition und Hochtechnologien vor, etwa ähnlich wie früher in Europa zwischen dem Protestantismus und der industriellen Revolution.

Die Hauptmerkmale des Konfuzianismus sind die folgenden :

a) Autoritäres und totalitäres System, früher mit dem Kaiser, heute mit dem Politibüro der KP an der Spitze. Die Demokratie gehört nicht zu der konfuzianischen Tradition (Ausnahmen : Taiwan, Südkorea, Japan ).
b) Hierarchien vorwiegend patriarchalisch ausgerichtet: Respekt gegenüber dem Vater und dem älteren Bruder, alle gegenüber dem Fürsten (jetzt Parteisekretär) , alle gegenüber dem Kaiser ( jetzt Politbüro, „rote Kaiser“).

Hierarchien vorwiegend patriarchalisch ausgerichtet: Respekt gegenüber dem Vater und dem älteren Bruder, alle gegenüber dem Fürsten (jetzt Parteisekretär) , alle gegenüber dem Kaiser ( jetzt Politbüro, „rote Kaiser“).
c) Absolute Priorität der Familie und der Gesellschaft gegenüber dem Einzelnen. Das Individuum im Sinne des Kulturkreises des Westens existiert nicht.
d) Absolute Priorität des Staates gegenüber dem Untertan. Der Citoyen (Bürger) ist nicht vorhanden.
e) Infolgedessen gibt es keine Demokratie und speziell keine subjektiven und einklagbaren Menschenrechte. Die Rechte der Untertanen haben objektiven Charakter und werden von dem Staat gegeben und je nach Belieben wieder rückgängig gemacht. Hierin liegen die meisten innenpolitischen Probleme Chinas.

Jede Berufung auf individuelle Menschenrechte wird als Provokation qualifiziert und mitunter werden die betreffenden Personen als Agenten des Westens diffamiert und bekanntlich hart bestraft. Besonderes große Probleme zwischen dem autoritären Staat und den Intellektuellen gehören eigentlich zu der chinesischen Tradition . Vor etwa 2300 Jahren sind z.B. sind unter dem berüchtigten Innenminister Han Fei 600 Philosophen lebendig begraben worden, weil sie angeblich „Unruhe unter dem Himmel stifteten“ !
f) Hohe Arbeitsethik (in Europa protestantische), Leistungsprinzip (in Europa kalvinistisches) und Konkurrenzdenken sind Feste Bestandteile des Konfuzianischen Gesellschafts- und Menschenbildes.

Hieraus kann man ableiten, dass soziale Massenbewegungen durchaus zu der chinesischen Tradition gehören und angesichts sich anbahnender politischer und sozialer Spannungen in der Perspektive es zu größeren Unruhen, sogar zu revolutionären Bewegungen kommen könnte.

Süddeutsche Zeitung (5.7.14.), Die Welt Facebook  (19.12.18), Neue Zürcher Zeitung Facebook (29.12.18, 5.2.19, 14.3.19 ), Die Zeit (4.1.19, 30.4.19), Wiener Zeitung Facebook (7.1.19), Die Zeit Facebook (9.1.1), Focus Facebook (11.2.19), Focus Facebook (15.5.19)

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Es herrschte ein ausgesprochener Cinozentrismus und zwar in dem Sinne, dass China der Mittelpunkt de Welt sei. Als der Gesandte der englische Krone Ende des 18. Jh. in Peking weilte und vom chinesischen Kaiser empfangen wurde und ihm Geschenke im Namen des englischen Königs überreichen wollte, brachte der chinesische Kaiser seine Genugtuung zum Ausdruck für die Vasallengeschenke (!). Als jedoch der englische Gesandte vorschlug, Handelsbeziehungen aufzunehmen und dem Kaiser einige englische mechanische Erfindungen zeigte, sagte der Kaiser sinngemäß, wir haben alles , deswegen brauchen wir ihre lächerlichen Sachen nicht.
Das war die Zeit, als die Chinesen OFFIZIELL von den westlichen Barbaren sprachen.
Übrigens, das toponym Viet Nam ist von den kulturell höher stehenden Chinesen geprägt worden und bedeutet Das Land im Süden. Die Zeit (3.1.19)

 

China , Seestreitigkeiten

China in der Nationalismusfalle

Um seinen Anspruch auf das Südchinesische Meer zu bekräftigen, hat Chinas Regierung ein nationalistisches Geschichtsbild aufgebaut. Das könnte gefährlich werden.Ein Gastbeitrag von Sascha Zhivkov , DieZeit (2.1.19)

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 Einige notwendige Bemerkungen aus der Sicht  des Seevölkerrechts (Internationales Seerecht) oder im UNO-Original United Nations Convention on the Law of the Sea von 1982

1.Der Autor hat sich leider mit diesem extrem komplizierten Thema übernommen. Ohne Kenntnisse der gewaltigen Seerechts-Konvention mit ihren über 300 Artikeln  und den zahlreichen Anlagen ist es nicht möglich, sich zurecht zu finden. Des weiteren bedarf es Kenntnisse des Völkerrechts, sonst besteht die große Gefahr, das Internationale Schiedsgericht (ad hoc Gerichtsbarkeit) in Den Haag  mit dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg sowie mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (unverzeihlicher Fehler) zu verwechseln.

2. Mitte der 80er Jahre habe ich die wissenschaftliche Betreuung der ausgezeichneten  Diplomarbeit eines vietnamesischen Beststudenten  zum Streit zwischen China und Vietnam über die  Paracel-Inseln. Er konnte an Hand der Seerechts-Konvention exakt nachweisen , dass sie zu Vietnam gehören. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass  China das gesamte „Chinesische Meer“ für sich beansprucht, ohne auf da Völkerrecht und speziell auf die Seerechts-Konvention  und schließlich auf legitime Rechte anderer Staaten Rücksicht zu nehmen. Sie haben auch Rechte  wie vor allem auf  die Ausschließliche Wirtschaftszone   und den Festlandsockel.

3. Es ist besonders verwerflich und beunruhigend,  dass China sich der internationalen Gerichtsbarkeit nicht unterwirft und danach strebt, mit den anderen interessierten Staaten auf bilateraler Ebene das vorhandene schwierige  Problem der  erwünschten Regelung  der „9 Strich Linie“ zu zuführen : Das  gesamte „Chinesische Meer“ würde zu China gehören.

4. Es ist international gang und gebe, dass strittige Seerechtsfragen  nach erfolgter Übereinstimmung der Streitparteien von  dem Internationalen Seegerichtshof oder von einem internationalen Schiedsgericht entschieden werden können.

5. Das  aggressive chinesische Vorgehen hat dazu geführt, dass die vietnamesische Kriegsmarine  und  Teile der amerikanischen Pazifik-Flotte gemeinsame Manöver im „chinesischen Meer“ durchgeführt haben. Wer hätte das gedacht. Die Zeit (3.1.19)

Ergänzung :

Das Völkerrecht stützt sich auf sieben grundlegende Prinzipien (UNO-Chata), die jus cogens-Charakter besitzen, d.h. sie sind zwingend verbindlich für alle Staaten. Zu diesen Prinzipien gehört auch die friedliche Streitbeilegung (At. 2. Abs.3 der Charta) : “Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden”.

In der Prinzipien- Deklaration der UNO von 1970 wird auch diese Bestimmung authentisch (verbindlich)  interpretiert : “… Die Staaten sollen folglich nach einer rechtzeitigen  und gerechten Lösung ihrer internationalen Streitigkeiten  durch Verhandlungen, Untersuchung, Vermittlung, Vergleich, Schiedsspruch, gerichtliche Regelung, Inanspruchnahme regionaler Organe oder Abmachungen  oder durch andere friedliche Mittel eigener Wahl suchen. … Die an einem internationalen Streit beteiligten Staaten sowie die anderen Staaten sollen von jedweder Handlung absehen, die geeignet wäre, die Lage zu verschärfen , so dass die Aufrechterhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit gefährdet wird und haben in Übereinstimmung mit den Zielen  und Prinzipien der Vereinten Nationen zu verfahren”.

Es sei darauf hingewiesen, dass es hierbei um verbindliches internationales Recht handelt, welches zugleich Ausdruck der Zivilisation ist.

Für die Unterzeichner-Staaten  der Seerechtskonvention von 1982 gilt das im Teil XV (Art. 279 ff.) verankerte spezifizierte Prinzip der friedlichen Streitbeilegung . Es werden u.a. der Internationale Seegerichtshof sowie ein internationales Schiedsgericht hervorgehoben.

Sollte China weiterhin nicht bereit sein , das vorhandene Problem friedlich zu lösen und außerdem Militärmaßnahmen zur Einschüchterung den kleineren Nachbarnstaaten einleiten, so müsste sich das höchste Organ der UNO, der Sicherheitsrat damit befassen, und allgemein sollten die Alarmglocken schlagen.

Für die Unterzeichner-Staaten der Seerechtskonvention von 1982 gilt das im Teil XV (Art. 279 ff.) verankerte spezifizierte Prinzip der friedlichen Streitbeilegung . Es werden u.a. der Internationale Seegerichtshof sowie ein internationales Schiedsgericht hervorgehoben.
Sollte China weiterhin nicht bereit sein , das vorhandene Problem friedlich zu lösen und außerdem Militärmaßnahmen zur Einschüchterung den kleineren Nachbarnstaaten einleiten, so müsste sich das höchste Organ der UNO, der Sicherheitsrat damit befassen, und allgemein sollten die Alarmglocken schlagen.Die Zeit (4.1.19), Münchner Merkur (15.5.19)

China, Zwei Staaten ? Angliederung Taiwans?

Ein oder zwei Chinesische Staaten ? Angliederung ?

Nach der Beendigung des Bürgerkrieges mit dem Sieg die Kommunisten und der flucht der Kuomitang unter der Führung von Chiang Kai-shek, sind zwar de facto zwei chinesische Staaten entstanden, jedoch der Westen hat das kleinere China, die Republik China als Kontinuum Chinas derart betrachtet, dass Taiwan Ständiges Mitglied des wichtigsten UNO-Organs, des Sicherheitsrates wurde und  bis  1971 blieb. Danach ist die  Normalität durch die Übergabe des Ständigen Sitzes an die Volksrepublik China hergestellt worden. Am Anfang unterhielten die westlichen Staaten diplomatische Beziehungen zur Republik China und die damaligen sozialistischen Staaten haben die Volksrepublik China anerkannt.

Aus der Sicht des Völkerrechts gib es zwei chinesische Staaten als Rechtsnachfolger des früheren chinesischen Staates allerdings jeder von ihnen meint, international China zu vertreten. Das Problem wird dadurch komplizierter, dass die Volksrepublik China  die Republik China als Territorium ganz Chinas betrachtet und ihren  Anschluss anstrebt.

Die Republik China mag technologisch sehr entwickelt sein, einen höheren Lebensstandard besitzen und außerdem  sich für das parlamentarische System entschieden haben, aber  verglichen mit der Volksrepublik China ist sie ökonomisch und von allem militärisch ein Zwerg  und verdankt ihre Existenz ausschließlich den USA.

Die Anwendung  militärischer Gewalt gegenüber Taiwan  würde automatisch  die Schutzmacht USA auf den Plan rufen. Es ist nicht anzunehmen, dass die Volksrepublik auf militärische Abenteuer mit ungewissem Ausgang erpicht ist. Eher wird der Fall eintreffen, dass in der Zukunft  unter günstigeren Bedingungen  (z.B. China als die zweite Supermacht) es unweigerlich zu einer friedlichen Angliederung kommen wird. Wie dem auch sein, die Zeit arbeitet für die Volksrepublik China.

Die Zeit, Münchner Merkur, Tagesspiegel (2.1.19), Süddeutsche Zeitung  Facebook (2.1.19)