Islamisches Gesellschafts- und Menschenbild (thesenhaft), Kopftuch und Zwangsehe

Es wäre naiv und gefährlich anzunehmen, dass es sich nur um das Buffet ginge.
Daher habe ich den folgenden Fachkommentar verfasst und bitte die Redaktion,

ihn zu veröffentlichen.

Orientalisch-Islamishes Gesellschafts- und Menschenbild (thesenhaft)

Ohne ernsthafte Kenntnisse über das Islamische Gesellschafts-
und Menschenbild ist es ausgeschlossen, in den punctum questionis (Kern )
der zahlreichen kulturellen, politischen und sozialökonomischen Probleme des Orients
einzudringen. Ferner werden wir in die Lage versetzt, zu verstehen , warum es

sogar mit Muslimen der dritten Generation fast unüberwindbare Integrationsprobleme gibt und warum muslimische Parallelgesellschaften mit unabsehbaren Folgen entstanden sind.

Bei dem islamischen Gesellschafts- und Menschenbild sind natürlich mitunter große kulturelle Unterschiede zwischen den einzelnen islamischen Völkern und Staaten zu beachten.

Die prägenden Merkmale des islamischen Gesellschafts- und
Menschenbildes sind die folgenden :

a) Theozentrismus und teilweise auch Theokratie, die hochaktuell geworden
ist. Im Grunde geht es darum, dass im Mittelpunkt des Menschenlebens der Gott
steht, während das Menschenbild des Westens anthropozentrisch ausgerichtet ist.
b) Während im Islam höchstens der Einzelne in der Masse geortet werden kann,
ist der westliche Kulturkreis individualzentrisch geprägt, worauf sich der citoyen stützt.
Die Familie besitzt vor dem Familienmitglied und der Staat vor dem Einzelnen absolute Priorität.
c) Es fehlt der citoyen mit seinen Individualmenschenrechten
und Freiheiten. Des weiteren fehlen in der Realität die Trennung von Staat und religiöser Institution, die Rechtsstaatlichkeit und die Gewaltenteilung.
d) Die autoritären Herrscher und die Diktatoren in den islamischen Staaten
sind in gewisser Hinsicht die heutigen Pharaonen, Despoten und Satrapen der
Vergangenheit, weil autoritäre und diktatorische Regime der Natur der
orientalisch-islamischen Welt vollauf entsprechen , während die Demokratie ihr
wesensfremd sind. Noch eklatanter :Islam und Demokratie stellen eine
contradictio in adiecto (Widerspruch in sich) dar.
e) Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist in der stark patriarchalischen
islamischen Gesellschaft eine Chimäre. In vielen Fällen kann man sogar von
einer Unterdrückung der Frau sprechen.
f) Es wird sachlich festgestellt, dass die Kreativität vor allem auf dem
wissenschaftlichen Gebiet unterentwickelt ist. Es verwundert daher nicht,dass islamische Nobelpreisträger eine Seltenheit sind.
Im allgemeinen herrscht ein spekulatives Denken vor. Die Hauptursache hierfür
ist das Schulsystem, das aufs Auswendiglernen und auf Zitate von Autoritäten
stützt , und vor allem das kritische Denken fast unbekannt ist.
Die tieferen historischen Ursachen liegen in der Ablehnung des Logos und in der
absoluten Priorität des Glaubens.
g) Der vortreffliche Philosoph Al Farabi in Bagdad ( 9. Jh.) z. B. machte
sich, gestützt auf Aristoteles Gedanken über das Verhältnis von Logos (Ratio,
Vernunft) und Glauben. Am Anfang gab er der Vernunft den Vorrang, bis er von
der Obrigkeit gezwungen wurde, die Vernunft über Bord zu werfen und die
Priorität des Glaubens anzuerkennen.

Den größten Schaden hat jedoch der islamische Theologe und erklärte Feind

der griechischen Philosophie Al Ghasaliin Kairo (11.Jh.) angerichtet, der

als erster im Orient meinte, man brauche nicht das Wissen der heidnischen

Griechen (Junani), denn das heilige Buch der
Muslime, der Koran, enthalte Antworten auf alle Fragen des Lebens.

Danach fing man im Orient damit an, die Schriften der griechischen sowie der
aufgeklärten Philosophen des Orients öffentlich zu verbrennen. Damit begann der
unaufhaltsame Niedergang der islamischen Hochkultur und zugleich tauchte schon
damals der islamische Fundamentalismus auf. Hieraus ergibt sich, dass dieser
Niedergang jahrhundertelang gedauert hat.

Logische Konsequenz dieser Entwicklung ist das hoffnungslose Zurückbleiben

des gesamten islamischen Kulturkreises, der ständig irgendwelche

für die gesamte Menschheit gefährlichen
Ungeheuer ( Al Kaida, Taliban, Dschihadisten etc.) gebärt. Münchner Merkur, Die Zeit (3.12.18), Frankfurter Allegemeine Zeitung (4.12.18)

———————————————————————————————————-

Kopftuch muslimischer Frauen , ein vielschichtiges Problem

1.Bis zu der islamischen “Revolution“ im Iran war es in Europa bei den muslimischen Frauen nicht üblich, Kopftuch zu tragen. Somit handelt es sich nicht um ein religiöses Gebot, sondern um ein Zeichen des politischen Islam, der dem Abendland feindlich gesinnt ist.

2. Die Gesellschafts-und Menschenbilder des Westlichen Kulturkreises auf der einen Seite und des Islamischen Kulturkreises auf der anderen Seite sind nicht nur unterschiedlich, sondern darüber hinaus entgegengesetzt. Dies gilt auch für die Stellung der Frau in der Gesellschaft und speziell für die Gleichberechtigung der Geschlechter. All dies stützt sich auf westlich-liberale Werte und Gesetze als Ergebnis der Europäischen Aufklärung, durch die das Mittelalter ein für allemal beendet worden ist. Daher natürlich sind wir nicht bereit, ins Mittelalter zurück zu fallen.

3. Das Kopftuchtragen ist dem Wesen nach ein Symbol der Unterdrückung , aber mindestens der sozialen Minderstellung der Frau, ein Ausdruck der Selbstisolierung, der fehlenden Individualität (unbekannt in der islamischen Tradition) und stellt in der Endkonsequenz objektiv eine Verletzung der Menschenrechte und zwar konkret der Würde, der Willensautonomie und der Entscheidungsfreiheit der betreffenden Frauen dar. Dass sie in der Mehrheit angeblich das Kopftuch freiwillig tragen, ist eine orientalische Chimäre. Es gibt allerdings auch einzelne Fälle des Kopftuchtragens als Modeerscheinung.

4.Die individuellen Menschenrechte und Grundfreiheiten sind gemäß den entsprechenden internationalen Menschenrechts-Konvenventionen nicht absolut. Damit ist gemeint die
Gewissens-und Religionsfreit, die von vielen Muslimen sehr extensiv in dem Sinne interpretiert wird, dass sogar die Teilnahme der Mädchen am Sportunterricht oder an gemeinsamen Schulasflügen von ihren Eltern nicht erlaubt wird oder das Tragen von Burga oder Nikab als Freiheits- und Menschenrechtsververwirklichung betrachtet wird.

5. Nach dem Differenzierungsgrundsatz sollte es zu einem partiellen Verbot des Kopftuchtragens kommen (z.B. in der Schule , bei den Gerichten und in der öffentlichen Vewaltung )
Wiener Zeitung (19.10.18)

 

Islamisches Gesellschafts-und Menschenbild

Orientalisch-Islamishes Gesellschafts- und Menschenbild

Ohne ernsthafte Kenntnisse über das Orientalisch-Islamische Gesellschafts- und Menschenbild ist es ausgeschlossen, in den Kern der zahlreichen kulturellen, politischen und sozialökonomischen Probleme des Orients einzudringen. Meistens ist es so, dass man aus lauter Bäumen den Wald nicht sieht. Aus meinen jahrzehntelangen zahlreichen Kontakten zu Studierenden (Studenten, Doktoranden) aus islamischen Ländern weiß ich, dass die folgenden Ausführungen nicht als Beleidigung empfunden werden.

1. In dieser Region sind zwar die ersten Staaten, die ersten Kodices (vor 4250 Jahren ! ), die ersten Wissenschaften entstanden und später zwischen dem 8. und dem 11. Jh. erfolgte eine Art Renaissance des altgriechischen Geistes vorwiegend in Damaskus und in Bagdad (Al Farabi, Ibn Sina (Avicenna) , Ibn Ruschd (Averroes), Ibn Haldun et alt.), aber man hat später die Moderne regelrecht verpasst.

2. Es ist fast unvorstellbar, jedoch bittere Realität , dass dem Wesen nach das orientalische Gesellschafts – und Menschenbild seit fast fünf tausend Jahren sich nicht wesentlich verändert hat. Der Islam konnte zwar ab dem 6./7. Jh. einige kleinere Veränderungen herbeiführen , jedoch die prägenden Merkmale dieses Bildes sind bis heute geblieben. Es sind die folgenden:

a) Theozentrismus und teilweise auch Theokratie, die hochaktuell geworden ist. Im Grunde geht es darum, dass im Mittelpunkt des Menschenlebens der Gott steht. Es sei daran erinnert , dass im Antiken Hellas der Anthropozentrismus ( Protagoras : „Πάντων χρημάτων μέτρον άνθρωπος εστί», „Panton chrematon metron anthropos esti“, „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“ ,“) sich durchsetzen konnte, was zu einer bis dahin unbekannten Emanzipation des Menschen und zur Entwicklung der Wissenschaften führte.

b) Gerade auf den so verstandenen Menschen konnte sich das Individuum ( Ατομον, Atomon) und auf ihn der antike Polisbürger ( Πολίτης, Polites) stützen. In der Zeit der europäischen Aufklärung wurden diese bahnbrechenden Gedanken aufgegriffen und in Verbindung mit der bürgerlichen Revolution wurde der Citoyen (Bürger) geboren. Und so stehen sich gegenüber der selbstbewusste Bürger des Westlichen Kulturkreises, zu dem selbstverständlich auch Israel gehört, und die Masse oder höchstens der Einzelne im Orientalisch-Islamischen Kulturkreis, der weder Individuum noch Staatsbürger ist. Deswegen ist es relativ leicht, ihn zu fanatisieren.

c) Von Anfang an herrschten Pharaonen, Könige, Satrapen etc. absolut und uneingeschränkt. Während bereits vor 2500 Jahren im alten Griechenland die Demokratie erfunden wurde.
Gerade dieses System verleiht dem Westen eine große politische Überlegenheit gegenüber der orientalisch-islamischen Welt. Die Diktatoren in den islamischen Staaten sind in gewisser Hinsicht die heutigen Pharaonen, Despoten und Satrapen. Das diktatorische Regime entspricht der Natur der orientalisch-islamischen Welt, während die Demokratie ihm wesensfremd ist. Noch schlimmer : Islam und Demokratie stellen eine contradictio in adiecto (Widerspruch in sich) dar.
Ich habe nie verstanden, wie unwissend und träumerisch jene “Experten“ und „Wissenschaftler“ aber auch Politiker und einige Staatsmänner waren, die im Ernst angenommen haben, dass es möglich wäre, die westliche Demokratie-Erfindung den Moslems im Orient aufzuzwingen.

d) Während der westliche Kulturkreis die wunderbaren Menschenrechte und allgemein den Rechtsstaat geschaffen hat, ist dies in den islamischen Ländern eine Chimäre oder besser formuliert, völlig ausgeschlossen. Dass die Frauen in der Realität keine Rechte besitzen, ist kaum zu bestreiten.

e) Gestützt auf das altgriechische Kultur- und Wissenschaftserbe konnte sich im Westen das jus rationis ( Vernunft , logisches Denken ) durchsetzen und führt zu einer explosion aller Wissenschaften, während der Orient im spekulativen Denken erstickt und daher nichts Kreatives hervorbringt.

f) Die islamische Welt ist in der Tat hoffnungslos zurück geblieben. Und vielleicht deswegen schafft ständig irgendwelche Ungeheuer ( Al Kaida, Taliban, Fanatiker etc.). Der vortreffliche Philosoph Al Farabi in Bagdad ( 9. Jh.) machte sich, gestützt auf Aristoteles Gedanken über das Verhältnis von Logos (Ratio, Vernunft) und Glauben. Am Anfang gab er der Vernunft den Vorrang, bis er von der Obrigkeit gezwungen wurde, die Vernunft über Bord zu werfen und die Priorität des Glaubens anzuerkennen.

Den größten Schaden hat aber der islamische Theologe und erklärte Feind der griechischen Philosophie Al Ghasali in Kairo (11.Jh.) angerichtet, der als erster im Orient meinte, man brauche nicht das Wissen der heidnischen Griechen (Junani), denn das heilige Buch der Muslime, der Koran, enthalte Antworten auf alle Fragen des Lebens.

Danach fing man im Orient damit an, die Schriften der Griechen sowie der aufgeklärten Philosophen des Orients öffentlich zu verbrennen. Damit begann der unaufhaltsame Niedergang der islamischen Hochkultur und zugleich tauchte schon damals der islamische Fundamentalismus auf. Hieraus ergibt sich, dass dieser Niedergang jahrhundertelang gedauert hat.

g) Das streng logische und systematisch-methodische Denken, auch eine Erfindung des Kulturkreises des Westens bereits vor 2500 Jahren, ist im heutigen Orient so gut wie unbekannt. Im gesamten Schulsystem überwiegen das Auswendiglernen und die Autoritäts-Zitate.
Als Hochschullehrer konnte ich Jahrzehntelang dies bei zahlreichen Studenten und Doktoranden aus dem Orient feststellen. Wenn sie es aber gelernt haben, dann konnte sie mit sehr guten Leistungen glänzen (mehrere magna cum laude bei den Doktorarbeiten).

Veröffentlicht oft in zentralen deutschen Zeitungen , das letzte Mal in: Die Süddeutsche Zeitung ( 25./26. 7. 14.) ,  Neue Zürcher Zeitung (27.7.14), Wiener Zeitung ( 9.8.14.), Berliner Zeitung (12.8.14), Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt,  Tagesspiegel (14.8.14), ( alle elektronische Ausgabe ), Leipziger Volkszeitung (27.11.18)