Chinas Dämonisierung, Aufstieg zur Supermacht, Imperium Cinicum Supremum

Chinas Dämonisierung und Aufstieg zur Supermacht aus Sicht derTheorie der internationalen Beziehungen

1. Seit Jahren bezeichnen die USA China als ihren Feind Nr. 1 und außerdem bekräftigen  ihre Entschlossenheit, alles zu unternehmen, um China  nicht stärker werden zu lassen. Und wie wollen die USA dies bewerkstelligen? Genauso lange dauert die systematische Dämonisierung Chinas, was in den letzten Monaten an Zeiten des „Kalten Krieges“ erinnert. Hinzu kommt noch der Berufs-Kalte Krieger, der Generalsekretär der NATO Stoltenberg. Als wäre dies nicht genug, hat sich gestern auch das Bundesverteidigungsministerium freiwillig  und lauthals dazu gesellt, als stünden die chinesischen Divisionen ante bundesrepublikanischen portas. Man braucht  nicht viel Phantasie, um sich vorstellen zu können, welche psychologischen Folgen dieses Trommelfeuer bei der chinesischen Führung verursacht.

2. China ist nunmehr selbstbewusster geworden und  demonstriert  unmissverständlich seine Verteidigungsbereitschaft, ohne  irgendwelche Drohungen gegenüber den USA oder der EU auszustoßen.

3. Selbstverständlich wird China im Rahmen des friedlichen Wettbewerbes die  USA spätestens nach ca. 15 Jahren auf allen Gebieten überflügeln, sie vom ersten Platz als verwöhnte und ungezügelte Supermacht verdrängen und für ein Gleichgewicht in einer bipolaren Welt sorgen. Allerdings wird dies eine Neuauflage des „Gleichgewichts des Schreckens“ sein, wodurch aber der internationale Frieden garantiert werden kann.

4. Die USA merken schon, dass sie  international nicht den Hegemon spielen können, der schalten und walten kann, wie es ihm beliebt. Sie müssen sich sukzessive daran gewöhnen, dass unser Jahrhundert ein chinesisches sein wir, ob es uns gefällt oder nicht.

5. Es werden nunmehr Allianzen entstehen, so z.B. auf der einen Seite die USA mit der gesamten NATO und auf der anderen Seite China möglicherweise mit Russland und mehreren asiatischen Staaten. Weil die Overkill-Kapazität beiderseits existiert, wird es zu  einer Neuauflage des „Gleichgewichts des Schreckens“ (“wer als Erster schießt, stirbt als Zweiter”) kommen, wodurch ingeressanterweise der internationale Frieden garantiert werden kann.

6. Den USA wird nichts anderes übrig bleiben, als  mit an zusehen, wie China sich zu der dominierenden Supermacht der Welt, zum Imperium cinicum supremum entwickelt und von ihrer ruhmreichen Vergangenheit zu träumen.

Klarstellung: Ich bin kein Freund der chinesischen Führung. Für mich ist entscheidend, dass der Weltfrieden  gewährleistet wird.

Fachliteratur: .P.Terz, Die Gleichgewichtstheorie: Geschichte, Gegenwart, Prognose, ISBN: 978-620-0-44488-2, 2019; Ders., Völkerrecht und Internationale Βeziehungen, ISBN:   978-620-0-44645-9,2020. A.,Bacevich,American Empire.The realities and consequences of U. S. diplomacy, Cambridge 2003; M., Bazzoli, L’equilibrio di potenza nell’etat moderna, Milano 1998; L., Brilmayer, American Hegemony. Political morality in a one-superpower world, New Haven 1994; S.,Brooks, /Wohlforth, W. World out of balance international relations and the challenge of American primacy, Brinceton 2008; Paul, T. V./Wirtz,J. J./Fortmann, M.,Balance of Power.Theory and Practice in the 21st Century, Conclusions, Stanford. 2004). Zeit, Süddeutsche Zeitung (10.3.21), Stern (13.3.21)

Buch Gleichgewichtstheorie

Buch
Gleichgewichtstheorie
Geschichte, Gegenwart, Prognose
ISBN: 978-620-0-44488-2
Contributor: Panos Terz
Status: Veröffentlicht
Saarbrücken 27. 11. 2019

In honorem Graeci Thukydides patris scienciae europaeae historicae

Thukydides

„Geschichte des Peloponnesischen Krieges“

(Θουκyδίδης, Ιστορία του Πελοποννησιακού Πολέμου, V 89)

„…τα δυνατά δ` εξ ων εκάτεροι αληθώς φρονούμεν διαπράσσεσθαι, επισταμένους προς ειδώτας ότι δίκαια μεν εν τω ανθρωπείω λόγω από της ίσης ανάγκης κρίνεται, δυνατά δε οι προύχοντες πράσσουσι και οι ασθενείς ξυγχωρούσιν“ (… das Recht im menschlichen Verkehr nur bei gleichem Kräfteverhältnis zur Geltung kommt, die Särkeren aber alles in ihrer Macht Stehende durchsetzen und die Schwachen sich fügen“), bekannt in den Politischen Wissenschaften als: „Die Starken tun, was sie wollen, die Schwachen leiden, was sie müssen!“

Vorwort

Die vorliegende Abhandlung ist das Ergebnis jahrelanger Grundlagenforschung. Sie wurde sukzessive auch durch gezielte Publikationen zu Teilfragen sowie durch umfangreiche Spezialvorlesungen vorbereitet. Das Thema befindet sich im Schnittpunkt von Geschichte, Theorie der internationalen Beziehungen und Völkerrechtssoziologie. Die Methodologie ist daher universalhistorisch, global und komplex.

Historisch betrachtet, haben sich mit der Gleichgewichtsproblematik  in erster Linie europäische Völkerrechtler befasst. Jedoch nach dem zweiten Weltkrieg übernahmen amerikanische Politologen die Führung, die das Völkerrecht beiseite geschoben haben und außerdem Apologetik der USA-Außenpolitik betreiben. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen hauptsächlich das Gleichgewicht, die Gegengewichte, die Allianzen, die Stabilität, die Veränderung, die Bipolarität, die polygonale Welt, die Hegemonie und das kollektive Sicherheitssystem der UNO.

INHALTSVERZEICHNIS

1       Gleichgewicht in der Geschichte (Anfänge bis Ende der 40er Jahre des 20. Jh.)  8

1.1    Begründung der Themenstellung und Methodologisches ………….. 8

1.2    Linguistische Aspekte des Gleichgewichts…………………………….. 17

1.3    Wesen und Bedeutung des Gleichgewichts……………………………. 17

1.4    Anfänge der Gleichgewichtspolitik im Alten Orient, in Indien
und im Antiken Hellas………………………………………………………. 23

1.5    Das Gleichgewicht in Europa (Theorie und Praxis)…………………. 25

1.5.1 Allgemeine Aspekte………………………………………………………….. 25

1.5.2 Die europäische Gleichgewichtspolitik vom 14. bis zum 16. Jh… 29

1.5.3 Die ambivalente Haltung Frankreichs zum Gleichgewicht in
Europa im 17. und 18. Jh………………………………………………….. 31

1.5.4 Die besondere Rolle Englands als „Zünglein an der Waage“ des
europäischen Gleichgewichts (16. – 18. Jh.)………………………….. 35

1.5.5 Die europäische Gleichgewichtspolitik im 19. sowie im 20. Jh.
bis 1945………………………………………………………………………….. 39

1.6    Schlussfolgerungen…………………………………………………………… 43

1.7    Anmerkungen………………………………………………………………….. 46

2       Das Gleichgewicht nach dem Zweiten Weltkrieg
(Theorie und Praxis)…………………………………………………………. 56

2.1    Die Bipolarität zwischen den USA und der ehemaligen
Sowjetunion……………………………………………………………………. 56

2.2    Das militärstrategische Gleichgewicht als spezieller Ausdruck
der Bipolarität………………………………………………………………….. 58

2.3    Das Gleichgewicht im Spannungsfeld von Stabilität und
Veränderung……………………………………………………………………. 60

2.4    Supermacht, Hegemon und Imperium unter den Bedingungen
des gestörten Weltgleichgewichts…………………………………………. 72

2.5    Multipolarität, multipolares Gleichgewicht, Weltgleichgewicht….. 79

2.6    Das Verhältnis von Gleichgewicht und kollektivem
Sicherheitssystem……………………………………………………………… 81

2.7    Ausblick – Prognose…………………………………………………………. 85

2.8    Schlussfolgerungen…………………………………………………………… 89

2.9    Anmerkungen………………………………………………………………….. 93

Literaturverzeichnis………………………………………………………………….. 101